Melbecker Wassermühle
Wassermühle in Melbeck
Die altdeutsche Fassung der Urkunde über den Verkauf der Melbecker Mühle im Jahre 1265: "Hunerus von Öhme, Ritter und Kriegsmann in Lüneburg, wünschen allen, welchen dies Schreiben wird vorkommen, Glück und Heyll. Bekennen und Bezeugen hier mit und Kraft dieses dass wir neben unser Hausfrauen und mit Wissen und Willen unser Erben verkauft haben unser Erbmühle in Melbeck Frederik Herr in Melbeck und seinen Erben vor sieben Groschen zu besitzen. – Lüneburg, Anno Domini 1265 am Montag vor Himmelfahrt".
Das Obereigentum der Mühle verkaufte Huner von Oedeme 1355 an den Abt Ulrich vom St. Michaeliskloster in Lüneburg. Dieser überließ es drei Jahre später dem Kloster "zu bestimmten Zwecken". Seitdem ist die Mühle Klostermühle gewesen und ihm zehntpflichtig bis zur Ablösung des Zehnten im Jahr 1834. Es ist anzunehmen, dass die Nachkommen von Frederik Melbeck den Namen von Brodermann annahmen, denn in einem Schreiben von 1698 betont ein Brodermann "die mir von meinen Vattern angestorbene Erbmühle in so langer Zeit, und also in die 433 Jahre ganz richtig gehabt und besessen haben". 1450 wird ein Vicke Brodermann als Besitzer der Mühle genannt. Ab 1558 die Besitzerfolge Clawes, Clas, Johann und Claus Brodermann bis 1648. Claus Brodermann muss während des 30 jährigen Krieges gescheitert sein. Er übergab 1648 die Mühle an seinen Bruder Hinrich. Doch mehr noch als dieser hat sich Bruder Christoph für den Erhalt der Mühle eingesetzt. Dafür war ihm bis zu seinem Lebensende Nahrung und Unterkunft in der Mühle zu gewähren.Hinrich Brodermann bewirtschaftete 40 Jahre die Mühle und war als gewissenhafter und strebsamer Mann bekannt. Vier Tage vor seinem Tode schrieb er sein Testament und konnte der Familie dadurch die Mühle erhalten. Da er kinderlos geblieben war, versuchte Geselle Hanß Elebeck alles, um die Mühle zu übernehmen. 1702 wurde der Neffe Hinrich Brodermann als rechtmäßiger Erbe von der Großen Kommission des Klosters bestimmt. Als jedoch 1833 Georg Wilhelm Friedrich mit 34 Jahren verstarb, war kein Brodermann mehr als Erbe vorhanden. Die Witwe heiratete nach alter Müllersitte den Altgesellen Franz Wilhelm Hammer, der aus Blücher in Mecklenburg stammte. Dieser ließ die Mühle unter dem 17. Juli 1833 in das Lüneburger Handelsregister eintragen und sie wurde "Hammermühle" genannt. Eine neue Mühle wurde um die Jahrhundertwende erbaut. 1907 wurde sie durch einen Vorbau erweitert und 1923 durch Wilhelm Hammer aufgestockt. Zu dieser Zeit wurden u. a. eine Turbine und ein Dieselmotor eingebaut. Aus der alten Oel- und Schrotmühle wurde eine moderne Mühle, die auch Mehl liefern konnte. Bald war die gute Qualität des Melbecker Mehls bekannt und es entstand ein fester Kreis von Bäckerkundschaft in und um Lüneburg. Als Bürgermeister von Melbeck hat Wilhelm Hammer von 1913 bis 1924 seine Tatkraft auch in den Dienst der Allgemeinheit gestellt. Er starb im besten Mannesalter 1930. Als sein Nachfolger hatte er Herbert Jenckel aus Vinstedt (Kreis Uelzen), den jüngsten Sohn seiner Schwester, bestimmt. Seine Frau Helene, geb. Meyer, und der Altgeselle Hans Paul führten den Betrieb nach besten Kräften weiter bis dieser den Betrieb übernehmen konnte. Nachdem Herbert Jenckel das Müllerhandwerk erlernt hatte und ein Jahr in einem landwirtschaftlichen Betrieb gearbeitet hatte, übernahm er als 25jähriger Mühle und Hof. Nur zwei Jahre konnte er wirken, dann zog es ihn in den Krieg. Heinrich Behr wurde als Verwalter eingesetzt. Als er 1947 aus der Gefangenschaft entlassen wurde, hieß es die Mühle zu modernisieren und zu erweitern. U. a. wurden Futtermittel mit angeboten. “Hammermast” wurde ein Schlagwort. Jedoch mußte die Mühle im Zuge des allgemeinen Mühlensterbens im Jahre 1975 stillgelegt werden. Nachdem es verschiedene Pläne gegeben hatte, wurden Mühle und Landwirtschaft verkauft. Herbert Jenckel hat sich übrigens auch um die Dorfgemeinschaft verdient gemacht. Als stellv. Bürgermeister und im Gemeinderat, bei der Feuerwehr als Gemeinde- und Unterkreisbrandmeister sowie als 1. Vorsitzender des Sportvereines. Er starb am 16. Juni 1990 im Alter von 78 Jahren. Als sich die Gemeinde Melbeck in den 1960er Jahren ein Wappen gab, wurde das Mühlrad mit eingebaut. Quelle: Homepage Samtgemeinede Ilmenau