80 Jahre Fußball in Raßnitz
Im Jahr 1931 schlug die Geburtsstunde des Fußballs in Raßnitz/Weßmar. Zu dieser Zeit ahnte wohl kaum jemand, welche Rolle König Fußball in den folgenden Jahrzehnten spielen würde. Auf einer grünen Wiese fing alles an. Diese grüne Wiese in Weßmar an der Elsterbrücke war die erste Spielstätte von „Rot-Sport Raßnitz“.
Das in Deutschland an die Macht gekommene Hitlerregime verbot im Jahr 1933 den Vereinsnamen „Rot-Sport Raßnitz“, aber Fußball wurde bis zur Serie 1937/38 in der Kreisklasse weitergespielt und der Verein existierte trotz Namensverbot weiter.
Im Jahr 1949 wurde die „SG Freundschaft Raßnitz“ als Fußballsektion gegründet. Ab diesem Zeitpunkt ging es in ein Fußballneuzeitalter, wobei die Erfolge nicht lange auf sich warten ließen und bereits im Jahr 1953 wurde Raßnitz Meister der 2. Kreisklasse im damaligen Kreis Merseburg.
Untrennbar damit verbunden ist die Entstehung unserer heutigen Sportstätte im Jahr 1950. Viele Sportfreunde der Nachkriegszeit waren unermüdlich und hingebungsvoll dabei, diese schöne Sportstätte zu schaffen, auf die wir heute so stolz sind. Jeder kann sich ausrechnen, wie viel Schweiß dabei geflossen ist. In unserer Ahnentafel haben wir diesen fleißigen Menschen ein Andenken gesetzt.
Um unserer jüngeren Generation einmal deutlich zu machen, mit welchen Umständen man fertig werden musste, sei folgendes angeführt.
Es gab Probleme mit der Sportbekleidung, ob Dress, Fußballschuhe oder Stutzen. Teilweise wurde in alten Turnschuhen gespielt. Fußballschuhe trugen an einem Spieltag zum Teil mehrere Sportfreunde, auch wenn sie eine Nummer zu klein waren. Tornetze waren Mangelware. All diesen Widrigkeiten zum Trotz wurde aber mit Hingabe Fußball gespielt.
Im Jahr 1956 wurde aus der „SG Freundschaft Raßnitz“ die „SG Traktor Raßnitz“ gegründet und hatte in der LPG Raßnitz einen Trägerbetrieb, der so gut er konnte materielle Unterstützung gewährte.
Zur ersten gesamtdeutschen Begegnung kam es im Jahre 1960/61. Die erste Begegnung fand 1960 gegen den SV Schwafheim in Raßnitz statt. Ein zünftiger Sportlerball beendete den Tag.
Nach intensiven Bemühungen konnte Raßnitz Ostern 1961 der ausgesprochenen Einladung nach Schwafheim folgen. Von dort wurde das noch heute von unseren Fußballern gesungene Vereinslied: „FSV Raßnitz, so klein und fein, FSV Raßnitz, nur du bist mein Verein“, mitgebracht.
Im Jahr 1963 wurde aus der „SG Traktor Raßnitz“, die „SG Dynamo Raßnitz“.
Die Sektion Fußball entwickelte sich wechselvoll, aber zielstrebig weiter. So gelang im Jahr 1974 der Aufstieg in die I. Kreisklasse und im Jahr 1978 als bisheriger Höhepunkt, der Aufstieg in die Bezirksklasse des Bezirkes Halle der ehemaligen DDR.
Leider erfolgte nach einem Jahr wieder der Abstieg aus dieser Spielkasse. Aber das fußballbegeisterte Raßnitz unterstützte auch in den folgenden Jahren bis zu unserem heutigen Jubiläum aktiv die Belange unseres Vereins. Dafür möchten wir an dieser Stelle allen Dank und Anerkennung aussprechen, die sowohl in sportlich guten, aber auch schlechten Zeiten unserem Verein die Treue hielten.
Im Jahr 1990 mit der politischen Wende in Deutschland gab es wieder eine Umbenennung unseres Sportvereins in den „FSV Raßnitz e. V.“ Damit begann wiederum eine neue Ära, neue Bedingungen kamen auf uns zu, die Trägerbetriebe fielen weg und wir mussten uns neu orientieren.
In den Wirren der Wendezeit ist es vielen Sportfreunden zu verdanken, den Sportverein voranzubringen und wieder neu aufzustellen. Viele Sachen waren mit einmal anders und mussten neu entwickelt werden. Nur ein Beispiel war die Vereinssatzung, verbunden mit der Namensänderung von Dynamo zum heutigen FSV. Es wurde gemeistert!
Die Verantwortlichen erlebten eine durchwachsene, neue Zeit in der es im organisatorischen, wie sportlichen Bereich Höhen und Tiefen gab. Und so stand der FSV Raßnitz im Jahr 1997 vor einer Vorstandneuwahl mit einer schon legendären Mitgliederversammlung in Röglitz.
So konnte die 1. Männermannschaft 1998 den Aufstieg in die 1. Kreisklasse und den Aufstieg in die Kreisliga 1999 erreichen.
Es konnte Giesbert Penneke, ein ehemaliger DDR Oberliga und später ein 2. Bundesliga Spieler, als Trainer gewonnen werden. Welch hervorragende Leistungen Sportfreund Penneke von 2000 bis 2005 gemeinsam mit der Mannschaft vollbrachte, belegen letztendlich die Ergebnisse:
3 x Vizekreismeister
1 x Dritter
1 x Fünfter.
Eines konnte er jedoch nicht realisieren, de Aufstieg in die Landesklasse.
Sein Nachfolger, Christian Dittmer, legte gleich fulminant los und erreichte mit der Mannschaft den Aufstieg in die Landesklasse.
Das Erreichen des DFB Kreispokalfinale im Jahr 2007, war wieder ein sportlicher Höhepunkt, leider nicht mit dem krönenden Abschluss des Endspielsieges gegen den SV Merseburg 99.
Nach Höhen kommen Tiefen und so auch für den FSV. Nach dem Abstieg aus der Landesklasse im Jahr 2009, galt es den Absturz zu verhindern, wie es vielen Vereinen schon ergangen ist. Und so kam es gegen Ende der Saison zu dramatischen Situationen.
Wir möchten uns hier noch einmal bei Thomas Dietrich bedanken, der noch einmal als Trainer einsprang und die letzten Spiele erfolgreich gestaltete.
Quelle: www.fsv-raßnitz.de