Das Kuckanstal
- Am Rande eines Lavastroms
Einleitung
Wer sich mit der (Erd-) Geschichte des Harzes befasst kommt am Thema Vulkanismus nicht vorbei. Während des Perms kam es vermehrt in der Gegend um den heutigen Bereich des Südharzes zu vulkanischen Aktivitäten, dessen Spuren noch heute in verschiedensten Formen zu entdecken gibt und dennoch sind sie alle unterschiedlich und stellen für sich genommen eine geologische Besonderheit dar. Dieser EarthCache befasst sich mit dem Kuckanstal, einer tektonischen Verwerfung (Bruch), die uns heute eine Wanderung durch einen ehemaligen Lavastrom ermöglicht.

Darstellung eines verfestigten Lavastroms (Extrusion)
Der Ravensberg-Vulkan und das Kuckanstal
Der Ravensberg ist der Rest eines mehr als 100m hohen Vulkans, der vor etwa 290 bis 298 Mio. Jahren aktiv war. Die Lava drang langsam aus einer von Nord nach Süd verlaufenden Spalte an die Erdoberfläche. Die Lava war sehr zähflüssig, aber dennoch gefährlich. Auch wenn man vor ihr wahrscheinlich hätte weglaufen können begrub sie alles unter sich. So auch die vorherrschende dünne Decke von grobkörnigen Rotliegend-Sedimenten. Der Ravensberg-Vulkan bildete einen sogenannten Deckenerguss, dies unterscheidet ihn auch von den anderen ehemaligen Vulkanen im nahegelegenen Ilfelder Becken. Der vulkanische Lavaerguss (Extrusion) hat vermutlich in 2 Phasen aus ein und derselben Zufuhrspalte stattgefunden. Heute erkennt man an der Rhyolith („Fließstein“) genannten erstarrten Lava zahlreiche Falten und Wickelstrukturen, diese geben dem Gestein nicht nur ein sedimentähnliches Aussehen, sondern heute einen Rückschluss auf die Fließrichtung und Fließgeschwindigkeit. Dem durch die Plattenbewegung zu verdankenden Bruch ließ das Kuckanstal entstehen, welches uns heute eine Wanderung durch das erstarrte Lavafeld ermöglicht. Das Tal wird überwiegend an einer Talseite von hohen Felsklippen begrenzt, welche aus Rhyolith bestehen und eindrücklich zeigen, wieviel Lava damals an die Erdoberfläche gelangte.

Darstellung des vulkanischen Lavaerguss des Ravensberg (Infotafel im NatUrzeitmuseum)
Die „Ravensbergkugel“
Die erstarrte Lava des Ravensberg-Vulkan besteht wie Granit überwiegend aus den Bestandteilen Feldspat, Quarz und Glimmer. Infolge der viel schnelleren Erstarrung der Lava sind diese jedoch sehr klein und mit bloßem Auge nicht zu erkennen. Die rote Farbe der Felsklippen entstand durch Hämatit, der sogenannter Blutstein und durch Oxidation von Eisen mit Sauerstoff (Rost). Eine Besonderheit entstand beim Kontakt der Lavadecke zum bereits bestehenden Gestein. Hier bildeten sich zahlreiche Drusen oder Lithophysen, die "Ravensbergkugeln". Lithophysen sind zum Teil hohle Rhyolit-Kugeln, die vorwiegend im Kontakt zu Wasser enthaltenen Gesteinen entstanden. In den Hohlräumen können große Kristalle von Quarz, Hämatit und anderen Mineralen gewachsen sein, so dass diese begehrte Sammlerobjekte darstellen. Wer sich diese in Natura mal ansehen möchte, dem sei an dieser Stelle das NatUrzeitmuseumin Bad Sachsa empfohlen. Hier sind einige verschiedene Sammelobjekte ausgestellt und man kann viel wissenswerte über 400 Mio. Jahre Erdgeschichte des Harzes lernen.

Darstellung einer Ravensbergkugel
Begebt euch an die angegebenen Koordinaten, beantwortet mit Hilfe der Infotafeln und euren Beobachtungen die folgenden Fragen und schickt uns hier die Antworten.
Ihr dürft gleich loggen, wenn es Probleme gibt dann melden wir uns.
Schön wäre es, wenn ihr ein Foto mit hochladen würdet, dies ist zum loggen des Caches aber nicht zwingend erforderlich.
Fragen:
An den Start-Koordinaten:
1. Welche Höhe können die (Lava-) Felsklippen an der Ostflanke des Kuckanstal erreichen?
2. Was lässt sich an der feinen Schichtung erkennen und was an der Faltung?
Messe vor Ort am Fels die Stärke der einzelnen Schichten.
3. Wie dick sind sie?
4. Kannst du hier am Fels senkrechte Fließfalten erkennen?
Begib dich nun an den WP 1 – Infotafel 2:
5. Welche beiden Gesteinsarten lassen sich im Kuckanstal finden und wie viele Jahre liegen sie auseinander?
Quellen / Bilder / weitergehende Informationen:
Murawski / Meyer: Geologisches Wörterbuch
Infotafeln vor Ort
NatUrzeitmuseum Bad Sachsa (http://www.naturzeitmuseum.de/)
Bilder / Zeichnungen: Nine&Dido
http://karstwanderweg.de/publika/geotope/kuckanstal/index.htm
Happy Hunting wünschen

