7. Was sind Kampfhunde?
Als Kampfhunde im eigentlichen Sinne werden Hunde bezeichnet, die zu Tierkämpfen, insbesondere zu Hundekämpfen, aber auch zu Kämpfen z. B. gegen Bullen oder Ratten gezüchtet, ausgebildet und eingesetzt wurden. Der Begriff bezeichnete ursprünglich keine bestimmte Hunderasse, sondern ein bestimmtes Einsatzgebiet. Später wurden speziell für den Tierkampf einige klar voneinander abgetrennte Hunderassen gezüchtet, bei deren Nachfolgern heutzutage jedoch in den offiziellen Zuchtlinien die besondere Tierkampfeignung nicht mehr zu den Zuchtzielen zählt. Hundekämpfe sind aktuell in vielen Ländern verboten, finden aber mancherorts im kriminellen Umfeld dennoch statt.
Bereits in der frühen Antike finden sich Hinweise auf den Einsatz großer breitrahmiger Hunde als Kriegshunde. Auf Reliefs finden sich immer wieder Abbildungen von gewaltigen kräftigen Hunden, welche von meist bewaffneten Männern geführt werden. Dass Kriegshunde in römischen und griechischen Heeren eingesetzt wurden, ist belegt. So durften etwa 54 v.Chr. Cäsars Truppen auf ihrem Eroberungsfeldzug in Britannien, neben den kriegerischen Ureinwohnern, ebenfalls die Bekanntschaft mit den "breitmäuligen Hunden Britanniens" (Mastiff) machen, welche nicht nur den römischen Legionären ordentlich zusetzten, sondern zudem den römischen Kriegshunden (Doggen) im Kampf deutlich überlegen waren.
Der Einsatz von Kriegshunden lässt sich bis ins 17. Jahrhundert nachweisen. Danach verschwindet er als aktiver Kämpfer von den Schlachtfeldern. Wahrscheinlich spielt hier die Verbreitung der Feuerwaffen eine entscheidende Rolle. Doch wie dem auch sei, der Kriegshund wurde als Kampfhund bei kriegerischen Auseinandersetzungen eingesetzt, zum aktiven Kampf gegen Mensch und Tier. Das Gros der Kriegshunde bestand aus Molosser.
Den Kriegshund gibt es als solchen also nicht mehr, Hundekämpfe sind seit der Jahrhundertwende 19./20. Jahrhundert verboten, wodurch sich nun zwangsläufig die Frage stellt, was den Kampfhund als solchen im Hier und Jetzt definiert. Betrachtet man z. B. diesbezüglich den Dachshund, welcher zur Baujagd gegen Fuchs und Dachs eingesetzt wird, so stellt man zwangsläufig fest, dass der Dackel ein definierter Kampfhund ist.
Aber da gibt es ja noch den kompetenten Politiker, welcher der Hunderasse Kampfhund den Kampf gegen Menschen zuschreibt. Also folgern wir, dass der eben erwähnte Dackel auch aus Politiker-Sicht ein echter Kampfhund ist, da es nachweislich sehr viele Menschen gibt (insbesondere Briefzusteller), welche schon von Dackeln gebissen wurden.
Polizei und Militär setzen Gebrauchshunde gegen Menschen ein. Somit wäre also der hier vorwiegend eingesetzte Deutsche Schäferhund ebenfalls ein so genannter Kampfhund par excellence.
Vielleicht definiert sich ein Kampfhund aber auch durch ihn verursachte Beißvorfälle gegen Menschen? Zu dumm nur, dass es sich demzufolge bei Vertretern aller Hunderassen und deren Mischlinge um potentielle Kampfhunde handeln würde.
Man kann diesen Flachs bis zum Erbrechen weiterspinnen, doch letztendlich kommt man zu dem Schluss, dass es den Kampfhund als solchen gar nicht gibt. Kein Hund wird als Kampfhund geboren, was wiederum nicht ausschließt, dass der Mensch selbst den Hund zum Zwecke des Kampfes gegen Mensch und Tier einerseits bewusst, oftmals aber auch unbewusst konditioniert.
Bis zu welchem Jahrhundert wurden Kriegshunde nachweislich eingesetzt?
Zahl x 58 + 4 = 52°39.xxx’N
Wann durften Cäsars Truppen Bekanntschaft mit dem Mastiff machen?
Zahl x 5 + 20 = 010°44.xxx‘O