Diesen Cache widmen wir der jahrhundertelangen Grenzfreundschaft von den hier im unteren Pinkatal lebenden Menschen in Österreich und im benachbarten Ungarn.
Bis zum Ende des ersten Weltkriegs war das Wort „Grenze“ in diesem Gebiet ein Fremdwort. Doch die Geschichte wollte es anders…
Das heutige Burgenland war bis zum Zerfall der Habsburger-Monarchie (1918) Teil des Königreiches Ungarn, wenn auch die Bewohner zum Großteil deutschsprachig waren. Im Friedensvertrag von St. Germain (1919) wurde ein großer Teil “Deutschwestungarns”, aus dem später das Burgenland hervorging, Österreich zugesprochen. Im Oktober 1921 wurde in den “Venediger Protokollen” die Grenzziehung der österreichischen Ostgrenze beschlossen. Das untere Pinkatal, in dem ihr euch gerade befindet, fiel vorerst an Österreich (siehe Karte).
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Aber erst 1923, nach weiteren politischen Streitereien, und nachdem sich auch die ortsansässige Bevölkerung eingeschaltet hatte, entschied die Grenzkommission, dass Gaas (GC40PMG), Eberau und Bildein von seinen Nachbarn durch eine Staatengrenze getrennt werden und in Österreich verbleiben sollten. Prostrum/Szentpéterfa (der Ort nordöstlich von hier), Pernau/Pornóapáti und weitere sieben Dörfer im Pinkatal fielen an Ungarn. Das kleine Luising wechselte nach Österreich (als jüngster Ort Österreichs).
Auch vom Zweiten Weltkrieg blieb das untere Pinkatal nicht verschont: 1945 war der Pinkaboden Kriegsschauplatz, die Hänge der Weinberge, die ihr im Westen seht, wurden zu Maschinengewehr- u. Granatwerferstellungen ausgebaut. Laut Erzählungen unserer Oma versteckten sich die Einwohner auf Dachböden in Gaas und im benachbarten Prostrum.
Als eine Auswirkung des Zweiten Weltkriegs entstand hier – auch ein paar Meter von dieser Stelle entfernt – der Eiserne Vorhang, der von da an Gaas und Prostrum trennte.
(Quelle: Zeitschrift des Burgenländischen Volksbildungswerkes, Kultur und Bildung 3/2009)
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Erst mehr als 40 Jahre später, im Herbst 1989, ereignete sich eines der bedeutendsten historischen Ereignisse unserer Zeit: Der Eiserne Vorhang, der Ost und West trennte, wurde überwunden. Hunderte Menschen waren in den Jahren von 1948 bis 1989 bei dem Versuch gestorben, die Grenze zu überschreiten, doch erst am 11. September 1989 um 0.00 Uhr wurde die Grenze wirklich durchlässig.
Als nächster Schritt fielen mit dem Beitritt Ungarns zur EU 2004 die Zollkontrollen an den Grenzübergängen weg, im Zuge der Schengen-Erweiterung im Dezember 2007 wurden hier schließlich auch die Personenkontrollen eingestellt. Der Neubeginn einer unbegrenzten Freundschaft…
Heutige grenzüberschreitende Projekte / Aktivitäten:
ACHTUNG: bei Zufahrt von österreichischer Seite auf die Schlaglöcher aufpassen!!!