Probstried – Dreihundert Jahre lang, von zirka 1500 bis um das Jahr 1800, stand auf der Anhöhe über Probstried weithin sichtbar der Galgen. Hunderte von Menschen mussten hier seit dem Bauernkrieg auf qualvolle Weise ihr Leben lassen.
Die meisten Exekutionen fanden in der Zeit des Dreißigjährigen Krieges statt. Die letzte Hinrichtung, bei der ein Mann aus Haldenwang den Tod fand, wurde kurz vor 1800 vollstreckt. Seit dem vergangenen Wochenende erinnert nun eine aufwändig und informativ gestaltete Gedenkstätte an diese finstren, grausamen Zeiten. Initiator ist der Probstrieder Heimatforscher Edmund Off. Im Jahr 2006 wurde im „Galgenhölzele“, dem kleinen Wäldchen am Original-Standort des ehemaligen Galgens, ein alter, verwitterter, teilweise von Moos überwucherter Gedenkstein gefunden, dessen eisernes Kreuz abgeschlagen war. Edmund Off barg das Kleinod, lagerte es zunächst bei sich zuhause und begann den Geheimnissen des Steines auf den Grund zu gehen. Mit professioneller Hilfe und großem Aufwand konnte von dessen früherer Beschriftung neben den Umrissen eines fürstäbtlichen Wappens eine Seite lesbar gemacht werden. Deren Inschrift lautet: „Omen SH + BB. Dracht, heut ist vielleicht die letzte Nacht.“