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Helden und Märtyrer – Räuber Kneißl Traditional Cache

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Sabbelwasser: Leider wurde der Cache bis heute nicht wieder aktiviert oder kein konkretes Aktivierungsdatum angegeben. Deshalb erfolgte heute die endgültige Archivierung dieses Caches.
Wenn du an dieser Stelle wieder einen Cache platzieren möchtest, kannst du selbstverständlich gern ein neues Listing zum Review einreichen.

Denke bitte daran eventuellen Geomüll (Cachebehälter, Zwischenstationen) wieder einzusammeln.

Danke und Gruß,

Sabbelwasser
Volunteer Reviewer for Geocaching.com

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Hidden : 8/18/2014
Difficulty:
2.5 out of 5
Terrain:
2 out of 5

Size: Size:   small (small)

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Geocache Description:

Mathias Kneißl (* 12. Mai 1875 in Unterweikertshofen; † 21. Februar 1902 in Augsburg; genannt Kneißl Hias, Räuber Kneißl oder auch Schachenmüller-Hiasl) war ein bekannter bayerischer Räuber.


Da Kneißl Hias bildet den Abschluss meiner „Helden und Märtyrer“-Reihe. Auch hier handelt es sich wieder um eine tragische Figur, die durch unglückliche Umstände und Missgunst nicht zurück auf den rechten Weg kam.

Zum Ende hin, hab ich mich mal wieder in den Hobbykeller begeben und dem Hias ein etwas kniffeliges Zuhause gebaut.

 

Kneißl war das älteste von sechs Kindern armer Gastwirtsleute, die 1886 die Schachermühle bei Sulzemoos erwarben. Mit 16 wurde er das erste Mal eingesperrt, weil Mitglieder seiner Familie als Opferstockdiebe verdächtigt wurden. Sein Vater starb 1892, als ihn die Polizei abtransportierte. Daraufhin ging Kneißl mit seinen Brüdern auf Raubzüge. 1893 wurde er zum zweiten Mal verhaftet. Sein jüngerer Bruder Alois hatte bei einem Festnahmeversuch einen Polizisten angeschossen und starb nach vier Jahren im Gefängnis an Tuberkulose. Mathias Kneißl wurde zu fünf Jahren und neun Monaten Haft verurteilt.

Nach seiner Entlassung im Februar 1899 arbeitete er als Schreiner in Nußdorf am Inn.Nach einem halben Jahr wurde Kneißl auf Drängen des Gendarmeriekommandanten Adam Saalfrank von seinem Meister entlassen, da seine Kollegen sich weigerten, mit ihm länger zusammenzuarbeiten. Er fand darauf wegen seines schlechten Leumunds keine feste Anstellung mehr.

Zusammen mit einem Komplizen unternahm er daraufhin erneut Einbrüche. Zwei Jahre lang wurde er von der Polizei gesucht. Nachdem sein Komplize gefasst worden war, setzte er schwer bewaffnet seine Raubzüge alleine fort, wobei er hauptsächlich Einödhöfe aufsuchte. Bei einem Festnahmeversuch kam es am 30. November 1900 in Irchenbrunn bei Altomünster zu einem Schusswechsel, bei dem zwei Polizisten so schwer verletzt wurden, dass sie später starben. Drei Monate später, im März 1901, wurde er im Aumacheranwesen in Geisenhofen bei Egenhofen von 60 Polizisten gestellt. Diese beschossen das Haus, wobei Kneißl durch einen Treffer in den Unterleib schwer verletzt wurde.

Vom 14. bis 19. November 1901 fand vor dem Schwurgericht Augsburg der Prozess gegen ihn statt. Kneißl hatte sich wegen zweier Mordtaten, versuchten Totschlags sowie wegen schweren Raubes und räuberischer Erpressung zu verantworten. Bei der Gerichtsverhandlung, die von der Öffentlichkeit mit großer Aufmerksamkeit verfolgt wurde, soll er gesagt haben: „Ich kann kein Unrecht leiden. Ich kann mich nicht beugen, lieber geh' ich selber zugrunde.“ Der Gerichtshof verurteilte ihn auf Antrag des Staatsanwalts wegen Mordes zum Tode und wegen der anderen Straftaten zu 15 Jahren Zuchthaus sowie zum Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte.

Berühmt ist Kneißl für das angebliche Zitat „De Woch fangt scho guat o“ bei der Urteilsverkündung.

Kneißl galt schon zu Lebzeiten als Volksheld. Das Volk, vor allem die Kleinbauern und Gütler, sahen in seinem räuberischen Leben etwas Revolutionäres, ein Aufbegehren gegen die Obrigkeit. Es entstanden so Spottgedichte und Lieder wie die Kneißl-Moritat, die vom Kiem Pauli vertont wurde.

Ein vielstrophiges Kneißl-Lied beginnt mit den Versen:

„I bi vo Weikatshofa,

I sag's ganz unscheniert,

Mei Vata war a Müller,

da Paschkoliniwirt.

Mei Muatta war a Zweigerl vom Paschkolini-Kern,

Sie liabt bis heut no allerweil die junga Burschn gern.“

 

Kleine Urkunden für die ersten drei Finder sind enthalten. Stift bitte im Cache lassen!

Abschließend bedanke ich mich für Eure Suche und Besuche und hoffe, die Reihe hat Euch mit a bissle historischen Themen und a weng mehr frischer Luft und netten Spaziergängen um LA viel Freude und Abwechslung bereitet.

BBIW

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