Dieser EarthCache führt Dich zu einem Dolinenfeld bei Krün, die sogenannten "Wolfsgruben". Als Doline (von slawisch dolina, „Tal“, „Sinkhöhle“) oder Karsttrichter bezeichnet man eine schlot-, trichter- oder schüsselförmige Senke von meist rundem oder elliptischem Grundriss in Karstgebieten. Geologisch betrachtet ist eine Doline allerdings kein Tal, sondern eine "Hohlform ohne Oberflächenabschluss".
Dolinen bilden sich, wenn das Kalkgestein im Untergrund durch die im Wasser enthaltene Kohlensäure gelöst wird und es dadurch zur Ausbildung von Hohlräumen kommt. Ist die Stabilität solch einer Höhlendecke nicht mehr gegeben, bricht diese ein und eine Einsturzdoline entsteht. Wird der Untergrund dagegen eher langsam abgeschwemmt ohne dass dabei eine Höhle entsteht, so spricht man von einer Lösungsdoline. Der Durchmesser dieser so entstandenen Trichter schwankt in der Region meist zwischen zwei und 200 Metern, bei einer Tiefe von zwei bis zu 300 Metern. Je nach Form unterscheidet man sanfte Mulden- und Schüsseldolinen sowie Trichter- und Schlotdolinen mit bis zu senkrechten Wänden. Die Karsttrichter sind mit tertiären Sanden und teilweise mit Löss gefüllt. Löss ist ein vom Wind abgelagertes Sediment, welches sich hauptsächlich aus Schluff (abgetragene Feinböden und Sedimentgesteine mit einer Korngröße von 0,002 mm bis 0,063 mm) und feinsten Sanden zusammensetzt. Mineralogisch besteht es zum größten Teil aus Quarz und kalkhaltigen Bruchstücken, sowie regional unterschiedlichen Mineralien.
Die Genese der Wolfsgruben erklärt sich durch Gipsstöcke, die sich unter dem Finzbachschotter befinden. Gips und der ihm verwandte Anhydrit sind wasserlöslich und verhalten sich wie oben beschrieben. Gips und Anhydrit sind häufiger Bestandteil der Raibler Schichten.

An obiger Koordinate findest Du das Dolinefeld der "Wolfsgruben", eine umzäunte Zone von 200 x 75 Meter mit sehr unruhigem Relief und bis zu 10 Meter tiefen Hohlformen. Eine detaillierte Beschreibung und Erfassung des Dolinenfeldes findest im Geotopkataster Bayern.
Bonus: bei N 47° 30.660 E 011° 16.035 findest Du ein sehr sehenswerte trichterförmige Einzeldoline. Sie hat einen Durchmesser von ca. 20 Metern und eine Tiefe von 8 Metern. Bitte beachte, dass sie nur über landwirtschaftlich genutzte Wiesenflächen zu erreichen ist, welche vom 1. April bis 1. Oktober nicht betreten werden dürfen.
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- Welche unterschiedlichen Dolinenformen kannst Du identifizieren? Mulden-, Schüssel- und/oder Trichterdolinen?
- Siehst Du hier Lösungs- als auch Einsturzdolinen? Oder nur eines von beiden?
- Freiwillig: über ein Foto von Dir vor dem Dolinenfeld würde ich mich freuen.
Quellen: Wikipedia über Dolinen; Auszug aus dem Geotopkataster Bayern; Geotrekking Zugspitzland von Andreas P. Kaiser (Rother Wanderbuch)