Der gespenstige Schimmel
Eines Nachts kam ein Mann des Weges und wollte in sein Heimatdorf Amelsen. Der Mann hatte schwer zu tragen, denn er kam von der Neuen Mühle (Juliusmühle) und hatte einen schweren Sack Mehl über der Schulter. Er war schon recht müde, als er so des Weges ging und in der Ferne etwas erblickte. Mitten in der einsamen Nacht kam ihm ein weißes Licht entgegen, das die Geräusche eines herantrabenden Pferdes machte. Und wirklich, als das helle Licht näher kam und der Mond es anschien, erkannte der Mann einen prächtigen Schimmel. Das Weiß des Pferdes war leuchtend und aus seinen Nüstern kam Rauch. Als das prächtige Tier nun ganz nah bei ihm stand dachte er bei sich: „Meine Last ist schwer, du kommst mir gerade recht“ und nahm seinen schweren Mehlsack und schmiss ihn einfach auf den Rücken des Schimmels. Jetzt geschah etwas Eigenartiges, das Pferd hielt den Mehlsack nicht auf dem Rücken, sondern teilte sich magisch in 2 Teile und der schwere Sack viel hindurch auf die Erde. Das Pferd stand nun in 2 Hälften da, und der Mann aus Amelsen staunte. Es blieb ihm nichts anderes übrig als den Sack wieder aufzuheben und nach Hause zu schleppen.