Naturpunkt Waterdelle –
Das Muschelfeld
Hinweis !!!
Ihr befindet euch im Naturschutzgebiet und Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer. Damit dieses Welterbe in seiner Schönheit jedem zugänglich und erhalten bleibt, verhaltet euch bitte dementsprechend sorgsam. Nur die ausgewiesenen Wege dürfen betreten werden.
Einleitung
Mit den Naturpunkten Borkum sollen dem interessierten Besucher ein Stück Inselgeschichte näher gebracht werden. Neben vielen Hinweistafeln zur Tier- und Pflanzenwelt gibt es auch einige Informationen zur Geologie der Insel. Borkum ist, wie die Ostfriesischen Inseln insgesamt, kein Fragment früheren Festlands. Alle Inseln sind durch Ablagerung (Sedimente) von Partikeln des Meeres (meist Sand) entstanden und entwickelten sich dann von einer anfänglichen Sandbank zu einer Insel mit Dünen, Pflanzen- und einer Tierwelt. Aber nicht überall ist der Baustoff aus dem Meer gleich. Es gibt Unterschiede in den Bestandteilen und der Größe der abgelagerten Partikel. So können Teile oder ganze Inseln aus Sand und / oder Kies bestehen, in manchen Fällen, wie hier, ist der sogenannte Muschelschill der Baustoff.
Blick über die Sandbank mit ihren verschiedenen Ablagerungen
Die Entstehung des Muschelfeldes
Durch Wind, Wellen und Strömungen werden die Sedimente des Wattenmeeres hin und her transportiert und dort abgelagert wo sich das Wasser beruhigt. Hier werden die einzelnen Bestandteile fein säuberlich nach Korngrößen sortiert abgelagert. Schwere Partikel, wie Steine und Sand sinken schneller und auch bei Strömungen zu Boden und lagern sich ab. Schlickpartikel sind leichter und lagern sich auf den schwereren Bestandteilen ab, aber nur da wo keine Strömungen vorhanden sind. Schill, also leere und zum Teil zerbrochene Muschelschalen haben wiederum ein anderes Sinkverhalten. Und so entstehen, je nach Material und Strömungsverhalten Sandbänke oder in extrem seltenen Fällen, wenn eine große Menge an Muschelschalen anfällt und diese nicht weggespült werden, Muschelfelder. Ein, sich noch in Entstehung befindliches Muschelfeld, befindet sich in der Nähe des Yachthafens (WP). Da es sich aber um ein Naturschutzgebiet handelt darf und soll es nicht betreten werden. Solch ein Muschelfeld entwickelt sich aber mit der Zeit auch weiter. Bleibt es im Meer kann es dazu kommen, dass wenn sich Strömungen verändern, es einfach weggespült wird. Anders kann die Entwicklung verlaufen, wenn das Muschelfeld trocken fällt. Hier an den oben genannten Koordinaten befindet man sich in Mitten eines, mittlerweile mit Boden und Pflanzen bedeckten, Muschelfeld. Ursprünglich war dieser Ort ein flacher Strandsee, der heute komplett verlandet ist. Bei Sturmfluten wurden regelmäßig große Mengen an Muschelschalen in diesen See transportiert und auf Grund der fehlenden Verbindung zum Meer wurden diese auch nicht wieder abtransportiert. Damit solch seltenes Muschelfeld entsteht müssen demnach bereits geologische (z.B. Landbrücken) und ozeanographische (z.B. Strömungen) Gegebenheiten zusammenspielen.

Eine kleine Ansammlung von Muschelschalen
Die (weitere) Entwicklung des Muschelfeldes
Neben den geologischen Bedingungen für die Ablagerung von Muschelschill ist dieser selbst ein Baustein der Erdgeschichte. Muschelschalen bestehen überwiegend aus Kalk. Zermahlen und gebrannt wurde sie früher gesammelt und zu Mörtel verarbeitet. Auch im Wegebau fanden die Schalen eine Verwendung als Kiesersatz. Werden große Mengen an kalkhaltigen Muscheln abgelagerten so können sie über Jahrmillionen zu Kalkstein verfestigt werden. Die meisten heutigen Kalksteine sind biogener Herkunft, wurden also von Lebewesen gebildet. Einer der bekanntesten Vertreter in unseren Breiten ist der Muschelkalk aus der Zeit des Trias (vor ca. 220 Mio. Jahren). Besteht ein Kalkstein nahezu vollständig aus Versteinerungen abgestorbener Tiere, wie hier aus Bruchstücken von Muscheln und Schnecken, so wird dieser als Schillkalk bezeichnet. Es handelt sich um Sedimentgestein, das aus Calciumcarbonat CaCO3, der Muscheln besteht. Die Zwischenräume können dabei offen bleiben oder sie werden mit anderen Sedimenten (Sand oder Schluff) verfüllt. Eine Schillbank, wie am Yachthafen ist der erste geologische Schritt auf dem Weg zum Schillkalk, der zweite ist das hier befindliche Muschelfeld, denn hier wurden die Lagen von kalkhaltigen Muscheln bereits weiterverfestigt und die Zwischenräume teilweise verfüllt. Der dritte Schritt ist Zeit. Damit aus den jetzigen Sedimenten ein fester Stein wird braucht es Jahrmillionen und im besten Fall noch weitere Faktoren. Hoher Druck, z.B. durch weitere Ablagerungen auf dem heutigen Muschelfeld, würde den „Kreislauf der Gesteine“ weiter vorantreiben. Das Endprodukt, einen verfestigen Schillkalk, werden wir nicht mehr erleben, aber wir können hier Zeuge des ersten und zweiten Schrittes auf dem Weg zu solch einem Gestein sein.

Versteinerter Muschelschill (siehe http://de.wikipedia.org/wiki/Schillkalkstein)
Begebt euch an die angegebenen Koordinaten, beantwortet die folgenden Fragen und schickt uns hier die Antworten.
Ihr dürft gleich loggen, wenn es Probleme gibt dann melden wir uns.
Schön wäre es, wenn ihr ein Foto mit hochladen würdet, dies ist zum loggen des Caches aber nicht zwingend erforderlich.
Fragen:
1. Aus welchen Muschelarten entstand der Schill?
2. Durch was wurden die Muscheln an diesen Ort zusammen getragen?
Begebt euch nun in die Nähe des Wegpunkt „S1 – Sandbank“. Dieser Punkt ist nur ein Beispiel, da die Umgebung ständigem Wandel unterliegt.
3. Sucht im Umkreis eine Stelle, an der viele Muscheln (Bild 1) abgelagert wurden und beschreibt diese!
4. Warum wurden sie nach eurer Meinung genau da abgelagert?
Begebt euch nun in die Nähe des Wegpunkt „S2 – Strand“. Dieser Punkt ist nur ein Vorschlag. Nehmt euch vom Strand 3 Proben mit unterschiedlichen Verhältnissen von Sand und Muschelschalen (siehe Spoilerbild). Füllt Sie in einen Becher und gebt Wasser darüber. Schüttelt das ganze einmal durch!
5. Was könnt ihr erkennen und was hat sich ggf. in Bezug auf die Ablagerung verändert?
Quellen / Bilder / weitergehende Informationen:
Murawski / Meyer: Geologisches Wörterbuch
Bilder / Zeichnungen: Nine&Dido
Infotafel vor Ort
http://de.wikipedia.org/wiki/Kalkstein
http://de.wikipedia.org/wiki/Schillkalkstein
Happy Hunting wünschen

