Kommissar Brummers 13. Fall: Lösegeld
Unter Kastanien, die angenehmen Schatten spendeten, saß Kommissar Brummer in einem Biergarten und beobachtete eine Mülltonne, die sich ca. 20m entfernt von ihm gleich am Rande eines Spielplatzes befand (=Pseudokoordinaten). Komischer Spielplatz eigentlich, dachte sich Brummer. Und noch komischerer Übergabeplatz für die Lösegeldübergabe einer Erpressung.
Vor drei Tagen war ein Drohbrief bei der Vereinigung Karlsruher Unternehmen der Innenstadt VKUI eingegangen. Der Erpresser behauptete, großen Einfluss auf den Stadtrat zu haben. Er drohte damit, dafür zu sorgen, dass sofort weitere Baustellen in der Karlsruher Innenstadt beschlossen würden, übergäbe man ihm nicht die Summe von 150.000€. Der Erpresser gab den Unternehmern sieben Tage Zeit, die geforderte Summe einzusammeln und zu übergeben. Den Karlsruher Unternehmern der Innenstadt war sofort klar, dass damit nicht zu spaßen war und schaltete sofort die Polizei ein.
Die Übergabe sollte ungewöhnlicherweise direkt in der Innenstadt erfolgen. Laut Erpresserbrief würde die Tasche mit dem Geld von einem unbeteiligten und nicht eingeweihten Boten aus dem besagten Mülleimer abgeholt werden. Es sei untersagt, dem Boten zu folgen und auch nach GPS-Signalen würde gescannt werden. Der Bote würde bei seinem Weg durch die Fußgängerzone von den Schergen des Erpressers beobachtet werden. Sollte auch nur der Anschein entstehen, dem Bote würde gefolgt, könnten sich die Karlsruher Autofahrer von Karlstor und Mendelssohnplatz für längere Zeit verabschieden.
Natürlich wurde diese Drohung von den Erpressten im VKUI sehr ernst genommen. Jedem wurde sofort klar, dass eine weitere gesperrte Kreuzung die Innenstadt in eine Wüste verwandeln würde, durch die der Prärie-Wind Staubwolken bläst und in der die letzten tapferen Schaufensterbummlern Banditen und Klapperschlangen zum Opfer fallen würden. Für viele der Unternehmen würde dies das unweigerliche Aus bedeuten.
So zogen die Ladenbesitzer die Karlsruher Polizei hinzu und so kam es, dass sich Kommissar Brummer und sein Assistent Sauerknödel unauffällig in der Nähe eines Mülleimers aufhielten. Brummer war recht weit entfernt, Sauerknödel saß fast genau daneben und spielte die zentrale Rolle. Er war nach seinem herausragenden Erfolg im Grimms-Räuber-Fall eigens vom Polizeipräsidenten zum Teamleiter beförderte worden. "Anwendung modernster Polizeimethoden", "Out-Of-The-Box-Thinking" und all so einen Quatsch hatte der Polizeipräsident in seiner Belobigungsrede geschwärmt. Brummer wäre fast die Currywurst vom Mittag wieder hochgekommen, als er das mitanhören musste.
Und so kam es, dass Brummer gemütlich im Biergarten die Nachhut bildete und Sauerknödel nervös und rotwangig die Stellung im Schützengraben hielt. Vielleicht doch nicht so schlecht, schmunzelte Brummer.
Die Polizeitechnik hatte sich hier eine ganz besondere Lösung ausgedacht. Da GPS-Signal und Beschattung nicht in Frage kamen, hatte man beschlossen eine neuartige Kamera mit Sender am Fluchtfahrzeug zu platzieren und den Boten so einfach bis zu seinem Ziel zu verfolgen. Vielleicht würde man sogar den Erpresser auf den Schirm bekommen. Die Aufgabe, die Kamera an das Fluchtfahrzeug anzubringen, fiel wie gesagt auf Sauerknödel. Für alle üblichen Fahrzeuge hatte man unterschiedliche Szenarien aufgearbeitet: Auto, Motorrad, Quad, Hubschrauber waren diskutiert und erprobt worden.
Jetzt hieß es warten! Brummer sollte es recht sein. Die Sonne schien, das Bier schmackte und die Bedienung...
Gegen 13:00 geschah es. Eine Frau mit Kinderwagen stoppte vor dem Mülleimer, beugte sich zu ihrem Kind herab und ließ plötzlich ihre Hand in den Mülleimer gleiten. Sauerknödel war so überrascht, dass er im ersten Moment gar nicht reagierte. Kinderwagen hatte man nicht geprobt. Was im nächsten Moment geschah, konnte der Kommissar nicht mehr erkennen. Sauerknödel lag plötzlich auf dem Boden im Sand, unter ihm eine unbeteiligte Mutter. Dies zog den Blick aller Passanten und Polizisten auf sich. "Alle bleiben auf ihren Posten", rief Brummer in sein als Zigarettenschachtel getarntes Walkie-Talkie.
Als sich der Tumult gelegt und Sauerknödel eine saftige Ohrfeige von der zu Fall gebrachten Frau kassiert hatte, scannten Brummers Augen nach der Frau mit dem Kinderwagen. Sie war weg, wie vom Erdboden verschluckt. Na toll!
"Sauerknödel, Bericht!", rief Kommissar Brummer in seine Zigarettenschachtel.
"Ich habe mich fallen lassen und die Kamera am Kinderwagen angebracht, unauffällig und nicht von oben sichtbar wie geplant", stöhnte Sauerknödel. "Ihr müsstet ein Bild bekommen."
"Positiv, aber...", meldete sich die Stimme eines Technikers aus dem in der Nähe geparkten Technikwagens.
Brummer machte sich sofort auf den Weg in das Technikfahrzeug und blickte entsetzt auf den Bildschirm.
"Sauuuuerknööödel, sofort hier her!"
Sieh selbst, was der Kommissar hier zu sehen bekam. Finde die Stelle, an der die Übertragung endet. Dort wurde die Kamera vom Erpresser erblickt und unschädlich gemacht. Die Dose befindet sich in 21m in 245°.
Achtung: Der folgende Link startet den Download einer Datei mit weiteren Details, die zum Finden des Geocaches benötigt werden. Als der Cachebesitzer versichere ich, dass diese Datei ungefährlich ist. Die Datei und ihr Inhalt sind nicht von Groundspeak oder einem Geocache Reviewer auf schädlichen Inhalt überprüft worden und die Datei wird auf eigene Gefahr heruntergeladen.
Übertragung der Kamera (70MB)
Die Gegend ist leider sehr vermuggelt, so dass ich empfehlen wüde das Ganze morgens oder abends anzugehen. Die Dose ist eine sehr großer Mikro und von weitem zu sehen. Mal sehen, wie lange sie dort durchhält.
Und natürlich gibt es auch hier wieder einen Checker.
Viel Spaß!