
Einleitung:
Granodiorit – das ist einer der ersten Einwanderer. Er kam vor über 200.000 Jahren aus Skandinavien zu uns. Nicht ganz freiwillig, denn er geriet unglücklicherweise in einen Gletscher der Saale-Eiszeit. Dieser Gletscher hat ihn nicht mehr losgelassen und bis hierher getragen. Als es wieder wärmer wurde zogen sich die Gletscher wieder in den Norden zurück. Granodiorit haben sie einfach liegen gelassen. Und heute möchte er euch als EarthCache etwas über seine Entstehung erzählen :
Die Einteilung der Gesteine
Gesteine werden unterteilt in:
Magmatische, Metamorphe und Sedimentäre Gesteine.
Magmatisches Gestein
… ist geschmolzenes Gestein, das bei einem Vulkanausbruch an die Erdoberfläche gelangt (Vulkanite), in Gängen erstarrt oder in der Tiefe auskristallisiert (Plutonite).
Erstarrt die Gesteinsschmelze (z.B. aus einer Lava) schnell, bleiben die Minerale klein.
Bei Magmatiten, die nur langsam erstarrt sind, konnten sich sehr viel größere Kristalle bilden.
Porpyhre sind vulkanische Ergussgesteine, die zahlreiche Einsprenglinge in einer gleichförmigen Grundmasse enthalten.
Auch der Basalt ist ein vulkanisches Gestein, ist aber sehr feinkörnig und arm an Kieselsäure (Quarz)
Sedimentgesteine
… sind durch Ausfällung von Kalk, Anhäufung von Gehäusen abgestorbener Tiere oder durch Verwitterung anderer Gesteine (meistens) im Meer entstanden.
Man unterscheidet Kalkstein, Sandstein, Schiefer und einige andere.
Methamorphite
… sind Umwandlungsgesteine.
Durch den Druck infolge von Überlagerung, dem Einwirken tektonischer Kräfte oder durch hohe Temperaturen können Gesteine umgewandelt bzw. neu gebildet werden.
Die Methamorphose von magmatischen Gesteinen führt zur Bildung von Orthogesteinen.
Ist ein metamorphes Gestein aus einem Sediment entstanden, spricht man von einem Paragestein
Unser Granodiorit gehört zu den Plutoniten.
Die Plutonite sind vor Milliarden von Jahren etwa 5 bis 30 Kilometer unterhalb der Erdoberfläche entstanden. Dies geschah durch ein allmähliches Abkühlen von Magma, also der bis zu 1250 °C heißen Gesteinsschmelze, die sich in der Erdkruste befindet. Durch das sehr langsame Erstarren der ursprünglich glühendflüssigen Materie entstanden feste Gesteine aus voll auskristallisierten Mineralen, bei denen die einzelnen Kristalle meist mit bloßem Auge zu erkennen sind. Im Laufe der Zeit sind solche Tiefengesteine durch Bewegungen innerhalb der Erdkruste und durch Verwitterung von darüber liegenden Gesteinsschichten allmählich an die Erdoberfläche gelangt.
Oder, wie Wikipedia sagen würde:
„Das Gefüge von Plutoniten ist charakteristisch. Sie bestehen fast ausschließlich aus auskristallisierten Mineralen, besitzen also eine vollkristalline Struktur, und die meisten dieser Kristalle sind mit bloßem Auge zu erkennen. Plutonitische Kristalle haben aufgrund der langsamen Abkühlung meist viel Zeit, sich auszubilden und sind daher schon meist mit freiem Auge sichtbar. Die Gesteinsmatrix zeigt folglich ein mittel- bis grobkörniges, maximal teilweise porphyrisches Gefüge, wobei sich früh auskristallisierende Minerale nahezu idiomorph entwickeln können.“
Unser Granodiorit ist eng verwandt mit dem Granit.
Er ist unter allen Plutoniten der Erde mit etwa 34 % weit verbreitet.
Größere Granodioritvorkommen finden sich in der Sierra Nevada im westlichen Nordamerika und im peruanischen Küstenbatholit.
Zahlreiche Granodiorite entstanden im Paläozoikum im Lachlan Fold Belt in Australien.
In Europa kommt er in Finnland, Frankreich (MasiffCentral und Pyrenäen), Italien (Adamello, Elba, Giglio, Presanella, Riesenfernergruppe,Toskana), Slowakei und Tschechien vor.
In Deutschland ist er vor allem im Bayrischen Wald, Erzgebirge, Fichtelgebirge, Harz, Lausitzer Gebirge, Odenwald und Schwarzwald anzutreffen, in Österreich bei Freistadt im Mühlviertel.
Damit wissen wir jetzt, das unser Granodiorit wohl aus Finnland zu uns gekommen ist.
Die genaue Zusammensetzung dieses Granodiorits:
30,6 % Quarz (farblos, durchsichtig)
58 % Plagioklas / Alkalifeldspat (weißlich grau bis brau)
11,4 % Mafiten, v.a. Biotit (schwärzlich)
Logbedingungen:
Unser Granodiorit freut sich natürlich über jeden Besuch. Er führt sogar Buch darüber, wer alles bei ihm war. Aber nicht jeder darf sich einfach so eintragen, sondern nur wer sich genauer und im Detail mit ihm beschäftigt hat:
Schaut euch den Granodiorit genau an.
- Sind Unterschiede in der Größe der Bestandteile auszumachen?
- Welche Farbzusammenstellung könnt ihr erkennen?
- Beschreibt die Oberflächenstruktur mit eigenen Worten
Quellen:
www.baustoffwissen.de
wikipedia.de
Infotafel vor Ort
Die farbigen Naturführer - Gesteine, Mosaik Verlag München 1987