Es war einmal vor langer Zeit, als es noch Ritter gab, da lebte ein furchtbarer Drache zwischen Zorneding und Pöring. Er belagerte den kürzesten Weg zwischen diesen beiden Teilen des Dorfes und fraß jeden der versuchte diesen Weg zu passieren. Da die Zornedinger aber nicht gefressen werden wollten mussten sie den langen Weg durch den Ebersberger Forst gehen - die S-Bahn-Unterführungen gab es ja noch nicht.
Niemand wusste woher der Drache gekommen war, wie er hieß oder warum er gerade hier mitten in diesem friedlichen Dorf die Bewohner nerven musste, wo es doch diese große Straße nach Wasserburg in angemessener Entfernung des Dorfes gegeben hätte. Außerdem hätte auch niemand was dagegen gehabt, wenn sich der Drache Baldham oder Kirchseeon als Wohnort ausgesucht hätte. Aber es ging auch das Gerücht, dass der Drachen einen riesigen Schatz hüten würde. Dies rief natürlich diverse tapfere Ritter auf den Plan die versuchten das Untier zu bezwingen und ….dabei kläglich scheiterten.
Eines Tages jedoch, die Bewohner aus Zorneding und Pöring hatten sich schon lange mit der Situation abgefunden und nahmen eben den langen Weg durch den Forst, waren zwei kleine Ritter in Ausbildung, Jonas und Robin von Flieder, zwei Brüder, auf dem Heimweg aus der Pöringer Ritterschule ziemlich spät dran. Sie hatten während der letzten Stunde beim alten Ritter Kunibert rumgeblödelt und mussten nachsitzen. Deshalb entschlossen sie sich, um nicht auch noch Ärger mit ihrer Mami zu bekommen, sich einfach an dem Drachen vorbeizuschleichen. Zwei kleine Ritter würde das Untier sicher nicht bemerken.
Doch weit gefehlt. Sie hatten den Weg gerade zur Hälfte geschafft als plötzlich wie aus dem Nichts der Drache vor Ihnen stand und wild fauchte:
„UAAAAAAHHHHH!!! Wer es wagt meinen Weg zu gehen der muss mir dreimal Rede und Antwort stehen“
Jonas von Flieder erwiderte nur cool: „Wow, ein Drache der in Reimen spricht und uns Wegerätsel stellen will, wie wahnsinnig innovativ“ und Robin schob hinterher „Mach hin, Du Drachenvieh, wir sind eh schon spät dran“
Der Drache zögerte ob so viel Frechheit und sagte leicht verunsichert:
„Ich denke es ist für Euch von Interesse, wenn Ihr falsch ratet, dass ich Euch dann fresse“
„ALTER! Dein Satzbau ist ja echt nicht von schlechten Eltern“ stöhnte Jonas genervt „Mach hin! Wir haben nicht den ganzen Nachmittag Zeit“ warf Robin unbeeindruckt hinterher.
Der Drache wirkte immer verunsicherter: „Also gut. Ich sehe Ihr habt Mut, aber seid auf der Hut“
„Looos jetzt!!“ schallte es wie aus einem Munde.
Da fasste sich der Drachen wieder, plusterte sich bedrohlich auf und stellte sein erstes Rätsel:
„Ich trage meinen Herrn und werde von meinem Herrn getragen. Wer bin ich kannst Du mir das sagen?“
„Einfach“ sagte Jonas und gab dem Drachen die Antwort