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Der Weltkrieg war vor deiner Tür - Lampaden Ridge Multi-Cache

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Die Geocräsher: Bis dann!

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Hidden : 9/14/2014
Difficulty:
1.5 out of 5
Terrain:
2.5 out of 5

Size: Size:   small (small)

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Geocache Description:

Dies ist der zehnte Teil unserer Serie "Der Weltkrieg war vor deiner Tür". Sie soll zum Nachdenken anregen und klar machen, dass der Weltkrieg nicht nur in Russland, im Pazifik oder der Normandie stattfand, sondern überall vor unserer Haustür!
 

Das Ruwertal bei Zerf, Ende Februar/Anfang März 1945

 

Im Januar 1945 wurde die 2. Gebirgsjägerdivision an die Westfront versetzt, um die heutige deutsch-französische Grenze entlang des Rheines zu verstärken. Die zuletzt in Finnland kämpfenden Truppen kamen mit den Schneestürmen in den Vogesen besser zurecht und konnten während der „Operation Cheerful“ am 20. Januar 1945 die französische Armee zumindest kurzfristig in Schach halten. Doch der längst verlorene Krieg wurde weiter hinausgezögert, als sich die deutschen Truppen im Elsass Anfang Februar über den Rhein zurückzogen. Die 2. Gebirgsjägerdivision wurde anschließend in den Bereich Saar-Pfalz versetzt, zur Verteidigung der Stadt Bitch, bevor motorisierte Einheiten sie an ihrem letzten Einsatzort südlich von Trier verlegten. Nach dem Fall des Saar-Mosel-Dreiecks nach wochenlangen, verlustreichen Stellungskämpfen am Orscholzriegel, gelang es den Amerikanern, die Saar bei Taben, Serrig und Wiltingen zu überschreiten und einen Brückenkopf entlang des Ostufers der Saar zu bilden. Gemeinsam mit der 212. Volksgrenadierdivision und der 6. SS. Gebirgsjägerdivision befand man sich Ende Februar 1945 an vorderster Front. Die Amerikaner ihrerseits wollten den Rhein so schnell wie möglich überqueren. 

Die Kämpfe südlich von Trier, zwischen den bereits eroberten Orten Pellingen und Zerf begannen am 28.Februar 1945 mit ersten Erfolgen für die Amerikaner. Die 76th US Infanterie-Division drängte die Volksgrenadiere nordwärts Richtung Ruwer, was eine grundlegende Neuformierung der deutschen Truppen notwendig machte. Die Angriffe hatten die deutsche Verteidigung tief getroffen.

Unter General Halm wurde aus den Resten der 416. Infanteriedivison und der 256. Volksgrenadieabteilung eine neue, 3000 Mann starke Einheit gebildet, welche von Zerf aus Richtung Trier marschieren sollte. Doch die Vorbereitungen dazu brauchten Zeit. Zeit, die die 94th Infantery Divison, nach schweren Verlusten in Orscholz neu formiert, nutzte, um das schwach verteidigte Trier über Franzenheim, Pluwig, Gusterath,Korlingen und Tarforst, sowie über Konz, am 02. März 1945 einzunehmen. Der lokale Kommandant der Deutschen entschied sich, die historisch bedeutsame Römerbrücke, entgegen anderslautender Befehle, nicht zu sprengen und wurde dafür später zur Rechenschaft gezogen. 3000 Wehrmachtssoldaten wurden in Trier gefangen genommen. Zum 01.03 gelang es den Amerikanern auch die B268 einzunehmen und zudem bis Lampaden vorzurücken. Die Bevölkerung wurde nach Paschel evakuiert und der Ort durchsucht. Der Kampf um Trier hätte nun zu Ende sein können – doch in den Köpfen der Reichsführung reifte der Plan, Trier zurückzuerobern.

Am 03. März ergaben sich einige Mitglieder der 2. Gebirgsjägerdivision, die das 5th US-Ranger-Battalion aufmischen sollten, den Amerikanern an der Straße zwischen Irsch und Zerf. Schon zu diesem Zeitpunkt war deren Regiment der Erschöpfung nahe, der Kommandant gefallen und das Regiment zudem nicht mehr handlungsfähig.

Die deutschen Vorbereitungen zur Rückeroberung von Trier wurden von der 256. Volksgrenadierdivison eingeleitet, die bis zum Angriff alle amerikanischen Vorstöße an der Front zurückhalten sollte. In der Nacht vom dritten auf den vierten März 1945 begann der Angriff der 2. Gebirgsdivision und der 6. SS Gebirgsdivison vom östlichen Ruwer-Ufer aus in Richtung Trier und Zerf. Erste Erfolge gelangen gegen die schwache Infanterie der US-Amerikaner, welche sich nach anfänglichem Widerstand von der großen Truppenstärke der Wehrmacht überrascht aus Lampaden hinter in Richtung Obersehr, Schömerich oder hinter die B268 zurückzogen. Gegen Mitternacht am 04. März war das westliche Ruwer-Ufer wieder vollständig in Deutscher Hand. Die Amerikaner konnten den Ort Schömerich halten, der jedoch von Deutschen umzingelt war. Ein Angebot zur Aufgabe lehnten die Amerikaner am Morgen den 05. März ab. Von Obersehr aus begann ein erster Gegenangriff des 778th Tank-Destroyer-Batallions, dem die schwachen Hetzer-Panzer der 2. Gebirgsdivision nichts entgegenzusetzen hatten. 100 Deutsche fielen in Obersehr, 70 gerieten in Gefangenschaft. Ein unsinnig hoher Blutzoll für einen winzigen Ort. Den festsitzenden Amerikanern in Schömerich gelang es, Funkkontakt mit den übrigen Truppenteilen herzustellen und Panzerunterstützung anzufordern, da die eingekesselten Truppen nur noch über MG-Feuer verfügten. Anrückende Panzer drängten die Deutschen schließlich zurück. Unter schwerem Artilleriefeuer kommt der deutsche Angriff schließlich an der B268 zu erliegen und erreichte somit Trier nicht im Ansatz. Die SS-Einheiten hatten die amerikanische Front durchbrochen bis zum Mühlenberg in Zerf, nach Hentern, vom Hardtkopf nach Baldringen und Schömerich und von Burg Heid zur Lampadener Mühle. Jene Ereignisse ab dem 03. März 1945 sind in amerikanischen Geschichtsbüchern allgemein als „Battle of Lampaden Ridge“ bekannt.

An der Kreuzung der heutigen K45 Obersehr/Lampaden und der B268 befindet sich die Dreikopf-Höhe, auch als Höhe 507 bekannt. Dieser Bereich markierte den weitesten Vorstoß des Deutschen Angriffs. Um diesen Bereich entbrannten in den darauffolgenden Tagen verlustreiche Kämpfe, ein belegtes Einzelschicksal findet ihr hier.

In der Nacht des 07. März begannen die Amerikaner mit der Rückeroberung der verlorenen Gebiete mit dem Ziel, weiter in Richtung Rhein vorzurücken. Den Beginn machte das 1. Bataillon des 376. US-Infanterieregiments aus Richtung Norden, welches den Bereich des Dreikopf (Höhe 507) einzunehmen versuchte. Nachdem Deutsche Panzerfäuste zwei amerikanische Panzer zerstören konnten, brachen die Amerikaner den Angriff vorerst ab. Das 11. SS-Regiment der Wehrmacht erwartete unterdessen am Morgen des 07. März Verstärkung, um weiter in Richtung Westen an die Saar vorzustoßen. Dazu war es aber notwendig, das immer noch von Amerikanern besetzte Lampaden einzunehmen. Vom Zerfer Mühlenberg im Süden und dem Ruwertal im Osten griffen die Deutschen den strategisch wichtigen Ort (CACHELINK V3) an. Bei eisiger Kälte und dichtem Nebel brach mit den Einschlägen der Granaten aus deutschen Sturmgeschützen die Hölle über Lampaden los. Bis in die Nacht kämpften die Wehrmacht und die G.I.s. Schwere amerikanische Panzer sicherten die Kreuzung nach Osten und Süden. Fünf Männer in Halbkettenfahrzeugen wurden zu den Amerikanischen Stellungen bei Steinbachweiher geschickt, um Verstärkung und Munition anzufordern. An einer Straßenkreuzung traf eine deutsche Panzerfaust die Fahrzeuge, welche jede leicht beschädigt ihre Fahrt fortsetzen konnten. Die Amerikaner kamen im Häuserkampf voran und konnten in der Nacht zum 08. März 12 deutsche Sturmgeschütze außer Gefecht setzten. Zudem wurden 40 deutsche Soldaten gefangen genommen. Mit Mühe konnte Lampaden über Nacht gehalten werden.

Test

Am Morgen des 08. März griffen amerikanische L4-Aufklärungsflugzeuge aus 150 Metern Höhe die deutschen Stellungen auf dem Dreikopf an. Deutschen Flugzeugen gelang der Abschuss der Maschine nicht. Die Aufklärer konnten die Truppenstärke der 6. SS Gebirgsjägerdivision auf 400 Mann schätzen. Am Nachmittag des 08. März griffen die Amerikaner die Stellungen an, mussten sich aber wiederrum zurückziehen. Später am Tag erhielten die Amerikaner weitere Verstärkung aus Richtung Wiltingen/Oberemmel (CACHELINK). Mit den frischen Truppen begann am 09. März 1945 ein neuer Versuch, die Höh 507 zurückzuerobern. Zwei Kompanien aus dem Norden (Pellingen, Obersehr) und eine aus dem Westen (Oberemmel) griffen die Stellungen an. Zudem war im Süden (Vierherrenborn) eine Einheit stationiert, um die sich zurückziehenden Deutschen abzufangen. Mit massiven Artilleriebeschuss wurde der Angriff eingeleitet, der die 6. SS-Gebirgsjägerdivision schließlich zur Aufgabe der Stellungen auf Höh 507 zwang. Mit ihren amerikanischen Gefangenen flogen die Deutschen Truppen durch das Tal zwischen Paschel und Lampaden in Richtung der Ruwer. In aller Eile befahl man den US-Truppen in Lampaden, den Deutschen den Weg abzuschneiden, was allerdings nicht gelang. Die Deutschen zogen sich über die Ruwer zurück und besetzten das Ostufer. Der Frontverlauf vom Morgen des 03. März war nun wieder hergestellt und der Deutsche Angriff zurückgewiesen.

Am 13. März begann das 3. Bataillon des 301. US-Infantery-Regiments mit dem Übersetzten der Ruwer, nordöstlich von Lampaden während das erste Bataillon am Westufer entlang Richtung Burg Heid vorrückte. Unter heftiger Gegenwehr der Gebirgsjäger, die in den steilen Tälern der Ruwer ihre Vorteile ausspiele konnten, verbrachten die Amerikaner die Nacht in provisorischen Schützengräben. Mit Artillerieunterstützung gelang es einer amerikanischen Einheit am nächsten Tag von Norden zur Burg Heid vorzustoßen. Ein verlustreicher Angriff auf 25 Fahrzeuge der Deutschen Truppen besiegelte das endgültige Ende der 2. Gebirgsjägerdivison, die nicht wieder aufgestellt wurde. Am 14. März trafen das 1. und 3. Bataillon der Amerikaner auf der Burg Heid zusammen und besiegelten das Ende der Kämpfe um Trier.

 

Bei den Kämpfen um Lampaden und auf dem Dreikopf fielen 500 Deutsche und 116 Amerikanische Soldaten, 616 weitere sinnlose Opfer einer unsinnigen Gegenoffensive der Wehrmacht in einem Krieg, der schon lange verloren war.

 

 
Heute erinnert fast nichts mehr an die Kämpfe vor fast 70 Jahren...
Aber nur fast!
 

Seit Jahrzehnten erinnert fast unbeachtet von der Öffentlichkeit ein Wegkreuz nahe dem ehemaligen Aussichturm auf dem Zerfer Mühlenberg an die Gefallenen der 2. Gebirgsjägerdivision im Bereich des Mühlenberges. Obwohl Niederzerf schon am 28. Februar von den Amerikanern besetzt wurde, kamen im Rahmen der Gegenoffensive, die bis hier zum Mühlenberg vorstieß, unzählige Soldaten beider Seiten ums Leben. Der Landstrich Mühlenberg, den die 2. Gebirgsjägerdivison auf Zerfer Bann eine Woche lang besetzt hielt, umfasst gerade einmal etwa 700x300m, also knapp 2 Quadratkilometer. Diesem Wahnsinn von Blutzoll, den die Reichsführung zum Ende des 2. Weltkriegs zu verantworten hat, soll mit diesem Cache gedacht werden. Die 116 amerikanischen Opfer sind heute auf dem Soldatenfriedhof in Sandweiler/Luxemburg beigesetzt, außerdem alle Deutschen Kriegstoten der Ruwerschlacht, die nicht von der Wehrmacht geborgen wurden. Die letzte Ruhestätte der übrigen Wehrmachtssoldaten ist vermutlich der Soldatenfriedhof Weiskirchen, wo bis zum Rückzug am 15. März 1945 die Gefallenen bestattet wurden. Leider ist das Gedenkkreuz beschädigt und es ist kaum davon auszugehen, dass es jemals wieder instandgesetzt wird. Vermutlich wird es irgendwann ganz in Vergessenheit geraten, genau wie die Opfer und die Geschichte der Schlacht um den Lampadener Grat. Doch das darf niemals passieren! 

Die Geocräsher

 

Dieser Text fasst die Ereignisse der Schlacht nur sehr grob zusammen.

Weiterführende Informationen zum genauen Ablauf der Schlacht findet ihr hier:


 

Quellen:


-Die drei obenstehenden Links
 

Bildquellen:


- Die drei obenstehenden Links

 

 


Creative Commons Lizenzvertrag
Listing "DWwvdT Lampaden-Ridhe" von Martin Lang/Die Geocräsher steht unter einer Creative Commons Namensnennung-NichtKommerziell-KeineBearbeitung 3.0 Unported Lizenz.

 

Additional Hints (Decrypt)

Gbgre Onhz, hagra

Decryption Key

A|B|C|D|E|F|G|H|I|J|K|L|M
-------------------------
N|O|P|Q|R|S|T|U|V|W|X|Y|Z

(letter above equals below, and vice versa)