Die erste Erwähnung des Schloss von Frohndorf erfolgte gegen 1000 nach Christus..
Im Jahr 1530 ließ Ch. von Werthern das Schloss im Renaissance-Stil für die damalige Zeit modern ausbauen. Es gab jetzt u.a. eine Herrenstube, Schreibstube, Hofstube, Badestube. Das Schloss bewohnten auch zur Hälfte die Herren von Wiehe. Später gab es neben dem Wirtschaftshof einen Lustgarten, Küchengarten,Hofgarten und Baumgärten. Es folgte die Errichtung des Torhauses. So entwickelte sich das Haus zum Schloss und der Hof zum Gut. Es muss sich um einen bedeutenden Bau gehandelt haben, war Frohndorf doch das Stammschloss derer von Werthern und zu der Herrschaft Frohndorf gehörten ja noch acht bis elf weitere Dörfer.
1776 weilte Goethe zu einem Besuch im Schloss Frohndorf. Von 1789 bis 1804 lebte Cäcilie von Werthern (geb. von Ziegesar, aus Drackendorf) in Frohndorf. Ihr Mann, Christian George Freiherr von Werthern, ließ in den 1790er Jahren den größten Teil des Schlosses abtragen und wollte einen Neubau durch den Hofbaumeister Johann Friedrich Rudolph Steiner errichten lassen. Vorgesehen war innerhalb des Schlossgrabens eine repräsentative Dreiflügelanlage mit zwei Rundtürmen. Nach dem Tod des Herrn von Werthern 1800 wurden die bereits weit gediehenen Pläne nicht weiter verfolgt. Man begnügte sich mit dem Bau eines großen Gutshauses, das heute noch steht. Die Wassergräben wurden verfüllt. Der erhaltene "Kellerberg" im Gutsgelände ist wohl der Rest eines alten "Kellerhauses".
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden im Zuge der Bodenreform in der SBZ der Grund und Boden und die Gutsgebäude samt Inventar entschädigungslos enteignet.
1855 wurde auf dem Sperberhügel ein neolithisches Kollektivgrab abgetragen. Die mit Steinplatten ausgelegte Anlage war mit menschlichen Skelettresten, Zahnschmuck und weiterem Fundmaterial versehen. Nachbestattungen weisen auf die Bedeutung dieser Stätte hin.
Anbei könnt ihr einen weiteren Zeitgeist der Dorfgeschichte erblicken, das Suehnekreuz vom Nachbarort Orlishausen.
GPS: N 51° 9,606', O 11° 11,470'
Standort: Nördlich des Ortes. Oberhalb der neu entstandenen Siedlung führt ein Feldweg zurück ("Am Rollsberg") nach Frohndorf. Auf der linken Seite dieses Weges etwa 40m von den Resten der alten Gutsmauer entfernt.
Geschichte: Kleines gotisches Kreuz mit starker Oberflächenverwitterung der Vorderseite. Rückseite dagegen noch fast gleichmäßige Oberfläche, Seitlich nasenbesetzt. Schaft fast doppelt so breit wie der Kopfteil.
Benennung: "Franzosenkreuz". Etwa 250m nördlich der Hauptstraße, auf der Höhe, 45m östlich der mauer zum ehemaligen Gut. Gotische Kreuzform. Seitlich nasenbesetzt. Beidseitige Einzeichnung des vierten Armes. Stärkere oberflächliche Verwitterung, sonst gut erhalten. (Störzner 1984)
Sage: Unter dem Kreuz soll ein französischer Offizier begraben liegen (1979 mündlich).
Quellen und Literatur:
• Störzner, Frank - Steinkreuze in Thüringen: Katalog, Bezirk Erfurt, 1984, Nr.240
• recherchiert und bebildert von Jost Häffner, Erfurt