Sedimente des Mittleren Keuper im lippischen Bergland – Schilfsandstein
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Seit vorsichtig – löst keinen Steinschlag aus, passt auf wo ihr hintretet und achtet auf die Natur ! Hier fühlen sich auch Frösche und besonders Eidechsen wohl und haben hier ein Biotop gefunden. Jeder ist für sein Handeln selber verantwortlich !
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In der Keuper-Zeit (vor ca. 200-260 Millionen Jahren) ging aufgrund einer allgemeinen Hebungstendenz der Meereseinfluss im lippischen Bergland deutlich zurück. Das Mitteleuropäische Becken verflachte und wurde zeitweise zum Ablagerungsraum von Sedimenten aus Flüssen, Seen und Großlagunen.

Die Zeit des Keuper wird nochmals unterteilt in den Unteren Keuper – Mittleren Keuper – Oberen Keuper
Fehlender Wasseraustausch mit dem Weltmeer führte zeitweilig bei trockenheißem Klima zur Ausscheidung von Sulfatgesteinen.
Schuttströme drangen in wiederholten Schüben vom nordöstlichen Festland des Baltischen Beckens zu uns vor und breiteten ausgedehnte, in Rinnen und Tälern mächtige Sandsteindecken aus.
Im unteren Keuper breiteten sich große Flüsse und mächtige Deltasysteme aus, deren Sedimente sich als braunrote, dolomitische Ton- und Mergelsteine mit mehreren Sandsteinlagen abgelagert haben (zu finden zum Beispiel bei EC GC5DC46).

So könnte es damals hier ausgesehen haben....
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Im mittleren Keuper herrschte ein eher wüstenhaft-trockenes Klima. Aufgrund des geringen Wasseraustausches mit dem Weltmeer wurden die Gesteine in der beginnenden Mittleren-Keuper-Zeit in einer oft trockengefallenen Großlagune abgelagert. Innerhalb des flachen, übersalzten Beckens kam es zur Bildung von Anhydrit und Gips inmitten von rotbunten und grauen, zum Teil dolomitischen Ton- und Schluffsteinfolgen („Gipskeuper“).
Die rotfärbung der Sedimente, knollige Gipskrusten sowie Trockenrisse sind Zeichen längerer Trockenheit.
Charakteristische Merkmale der Ablagerungen sind Einschalungen verkieselter Steinmergelbänke und knolliger, brekziöser, zum Teil auch drusiger Lagen – vorwiegend aus Kalzit – als Rückstandsgesteine der ehemaligen Sulfatvorkommen.
In Oberflächennähe unterliegt der Gips intensiver, noch heute andauernder Auslaugung. Dies macht sich in zahlreichen Erdfällen im lippischen Bergland bemerkbar (zum Beispiel EC GC194HH)
Am Ende der Gipskeuper-Zeit setzten verstärkte tektonische Bewegungen ein, die zur Heraushebung der fennoskandisch-russischen Landmasse sowie zur Kippung dieser Scholle nach Süden führten. Diese Vorgänge bewirkten eine Verstärkung der Sediment- und Süßwasserzufuhr durch große, verzweigte Flusssysteme, deren Stromrinnen das Norddeutsche Becken in Nord-Süd-Richtung querten. Durch vielfache Verlagerungen der Flussläufe, gesteuert durch Hebungen und Senkungen des Bodens, veränderte sich das geografische Muster der Flussnetze und es entstanden breit eingeschnittene Stromtäler, die sich zum Teil gegenseitig kreuzten.
In den Stromrinnen lagerten sich auf einer Breite von mehreren Kilometern bis zu 30 Meter mächtige graue und violettrote, dickbankige Fein-und Mittelsandsteine ab, die zum Teil kohlige Reste von Schachtelhalmen auf ihren Schichtflächen führen und sich meist erosiv in den liegenden Gipskeuper eingeschnitten haben. Schilfsandstein baut etwa zwischen Vlotho und dem Köterberg markante Höhenrücken auf und wurde früher in zahlreichen Steinbrüchen als Baustein gewonnen.

Diese Abbildung zeigt wie in etwa die Flusssyteme zur Zeit des Keuper verlaufen sind und wo sich entsprechend Schilfsandstein abgelagert hatte.
Der Schilfsandstein ist ein "nordischer Sandstein". Quarzkörner, untergeordnet Feldspäte und Glimmer, stammen aus Skandinavien und dem Baltikum, von wo her das Sediment über weite Schwemmebenen bis nach Süddeutschlad transportiert wurde. Mit seinem feinen Korn unterscheidet ers sich von den "vindelizischen Sandsteinen" wie dem Burgsandstein (Sandsteine, deren Material von dem nahe gelegenen südlichen Hochländern, dem Vindelizischen Land stammen). Der Name "Schilfsandstein" bezieht sich auf die häufig darin eingebetteten Pflanzenreste.

Der feinkörnige Sandstein ist zumeist grünlich gefärbt, es gibt aber auch rötliche Varitäten.
Die Bezeichnung geht auf fossile Pflanzenreste zurück, die fälschlicherweise für Schilf gehalten wurden. Die bräunlich-rote Farbe auf den Spaltflächen ist eine Verwitterungserscheinung, die auf eine Eisenanreicherung hindeutet. Der Sandstein wurde in der Trias-Zeit (etwa Mittlerer Keuper) vor ca. 225 Millionen Jahren in Flachwasserbereichen gebildet. Der Schilfsandstein war früher ein beliebter Bau- und Ornamentstein, das bekannteste Bauwerk der Region ist das Osnabrücker Rathaus.
Der Schilfsandstein reagiert empfindlich auf Luftfeuchtigkeit sowie Luftverschmutzung und wird daher heute nicht mehr verwendet.
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Dieser EC führt euch an einen, mittlerweile stillgelegten, Steinbruch in dem dieser Schilfsandstein abgebaut wurde.
Bevor ihr diesen EC loggt, beantwortet bitte vorab folgende Fragen an unser Profil oder direkt anTeamChrito@go4more.de :
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Wie breit und wie hoch (in vollen Metern) schätzt ihr diesen Aufschluss ?
Beschreibt die Farbe der Steine in diesem Aufschluss
Erkennt ihr Unterschiede in den einzelnen Lagen – wie würdet ihr die Unterschiede beschreiben ?
Untersucht einen Stein näher: Wie fühlt sich seine Oberfläche an und wie bricht er wenn er auf einen anderen Stein fällt ?
Ihr dürft sofort nach Beantwortung loggen, sollte etwas nicht stimmen melden wir uns bei euch.
OPTIONAL :
Vielleicht habt ihr ja Lust vor Ort ein wenig nach interessanten Stücken zu suchen – es lohnt sich ! Wenn ihr ein besonders schönes Stück entdeckt, würden wir uns natürlich über ein Foto dazu freuen – so bekommt dieser EC im Laufe der Zeit ein immer eigeneres Gesicht!
Noch einmal der Hinweis:
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Quellennachweis:
Geologischer Dienst NRW
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