Der Sage nach "ging ein Sonntagskind zu mitternächtlicher Stunde an dem Stein vorüber, da sah es auf dessen gerader Fläche viele liebliche Püppchen sich in zierlichen Reigen drehen. Es war ein ganz und gar schönes Bild und die feinen Kleider blitzten und glitzerten im silbernen Schein des Vollmondes. Eine zarte glockenhelle Musik ertönte dazu und das Sonntagskind blieb eine geschlagene Stunde vor dem Steine stehen und sah dem lieblichen Treiben zu. Als aber von der Kirche zu Oberbeuna ein leiser Glockenschlag herüberwehte , das Ende der ersten Stunde des neuen Tages verkündete, war der Spuk plötzlich verschwunden. Ganz verzaubert machte sich das Mädchen auf den Heimweg, aber die Geschichte wollte ihm niemand so recht glauben. Viele haben später versucht hinter das Geheimnis des Steines zu kommen, aber da sie allesamt keine Sonntagskinder waren ,erging es ihnen ganz anders als dem Mädchen. Wenn sie sich zu Mitternacht dem Steine näherten , kamen sie nicht mehr vom Fleck und mussten bis ein Uhr wie gebannt stehen bleiben, ganz gleich ob sie sich gehend , reitend oder fahrend dem Stein näherten. Aber so manchem erging es noch schlechter. Sie wurden in die Irre geführt und umkreisten den Stein fortwährend, bis sie erst beim Morgengrauen den rechten Weg wieder fanden". (Quelle: Merseburger Land - Sagen des Kreises Merseburg, Walter Saal, S.44/ 45)