Beim Wohnmuseum von Visperterminen handelt es sich um die ehemalige Wohnung einer Familie aus Visperterminen, die noch bis 1985 bewohnt wurde. Die Wohnung stammt aus dem Jahre 1701 und erfuhr im Laufe der Jahrhunderte manche Veränderung. Das 1997 eröffnete Museum will die Wohnung möglichst in ihrem letzten Zustand und in ihrer früheren Funktionsvielfalt zeigen.
Die frühere Wohnung mit den Grundelementen Küche, Stube und Kammer, mit ihren vielfältigen Nutzungen und Bedeutungen zeugt von einer Gesellschaft mit einem gegenüber heute völlig anderen Verständnis von Intimität und Privatheit, von einer anderen Lebens- und Wirtschaftsweise, von andern Bedürfnissen und Ansprüchen. „Christus – Maria – Joseph. Dieses Haus haben lassen bauen Meister Johann Stoffel und Katharina Gottsponer im Jahre 1701“ steht sinngemäss auf dem Tragbalken der Stubendecke des Wohnmuseums. Gott, Zeit und Mensch als wesentliche Dimensionen des Lebens haben in dieser Inschrift ihren Niederschlag gefunden.
Der Museumsrundgang führt durch Stube, Kammer, Küche, Holzschopf und Vorratsraum dieser alten Terbiner Wohnung. Allein die Stube mit dem typischen Specksteinofen, dem eigenartigen Schubladenbett, dem Esstisch, der Kleidertruhe, dem Sekretär und dem Schuhmachertischchen ist ein beredtes Zeugnis der früheren bäuerlichen Wohnkultur. Mit den Themen Religion und Familie bildet der Wandschmuck dieses Raums ein ganzes Weltbild ab. Auch die übrigen Räume und Gegenstände dokumentieren eine vergangene Lebensweise, die geprägt war von einem Ineinandergehen von Haus- und Landwirtschaft, von einem sparsamen Umgang mit den Ressourcen und von einer jahreszeitlichen Wanderung am Berg, die Wohnstätten an mehreren Orten bedingte. Weitergeführt wird das Thema des Wohnmuseums mit einer kleinen Ausstellung in der Kammer und mit einer Videoproduktion.
Die Trägerschaft des Wohnmuseums von Visperterminen ist der Kulturverein z’Tärbinu. Dieser beschäftigt sich auch ausserhalb des Museums mit dem Kulturgut der grossen Hanggemeinde am Eingang ins Vispertal. Vor allem einem Wanderpublikum bietet Visperterminen eine sehr reizvolle Siedlungs- und Kulturlandschaft. In den letzten Jahren wurden zudem mehrere Einrichtungen des früheren Wirtschaftens am Berg wieder instand gestellt. So zwei Kalköfen in der Nähe des Weilers Birch, eine wassergetriebene Mühle im Weiler Oberstalden oder eine Weinpresse im Weiler Bitzingen.