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Die Bleikuhlen von Blankenrode EarthCache

Hidden : 9/30/2014
Difficulty:
2 out of 5
Terrain:
1 out of 5

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Geocache Description:





An den Zielkoordinaten, südlich von Blankenrode im Kreis Paderborn liegt das Naturschutzgebiet Bleikuhlen. Da es sich hier um ein Naturschutzgebiet handelt, bleibt bitte auf den gekennzeichneten Wegen !!!

Von den Halden der Bleikuhle schaut man weit über die bewaldeten Berge des nahen Sauerlandes.

Vor 130 Millionen Jahren wurde die Rumpffläche eines Faltengebirges durch Bewegungen der Erdoberfläche hier emporgehoben. Es entstand ein Riss: der „Westheimer Abbruch“. Diese "Verwerfung" ist an den Rändern gut zu erkennen.

Heiße Tiefengewässer brachten aus den unteren Gesteinsschichten Minerallösungen nach oben und es bildeten sich Erze in Rissen und Spalten der oberen Kalksteinschichten.

Lesesteine mit Bleiglanz und Galmeierzen zeugen dort von einem historischen Bergbau auf Blei und Zink, der dort über mehrere Jahrhunderte betrieben wurde.

Diese sogenannte „Vererzung“ ist an eine Nord- Süd verlaufende Gebirgsstörung, den Westheimer Abbruch, gebunden.

Die Störung gehört zum Randabbruchsystem des Rheinischen Schiefergebirges gegen die Hessische Senke im Osten.

Hier werden Karbonatgesteine der Oberkreide (Cenoman) gegen Sandsteine des Unteren Buntsandstein verworfen.

Diese Störungsbahn diente als Aufstiegsweg für mineralhaltige Lösungen, die sich im engeren Störungsbereich auf den Karbonatgesteinen vorwiegend als Bleiglanz absetzten.

Die Karbonatgesteine wurden zudem auf einigen Zehner-Metern Breite mit Zinkmineralien imprägniert und zu Galmeierz umgewandelt.

Begriffsbestimmungen :

GALMEI

Galmei war bereits zur Römerzeit (römisches Messing) und später auch zur Zeit der Kupfermeister unabdingbarer und einzig möglicher Grundstoff zur Herstellung von Messing. Bei dem damals üblichen Verfahren der Messingherstellung (Zementation) war der Einsatz von metallischem Zink nicht erforderlich, sondern Galmei konnte direkt als Zuschlagsstoff (zusammen mit Stück-Kupfer) eingesetzt werden.

Neben der relativ einfachen metallurgischen Verarbeitbarkeit ließ Galmei sich recht leicht abbauen, da er als typisches Sekundärerz (Metasomatose) in sehr geringen Tiefen bzw. direkt an der Oberfläche dort lagerte, wo der Gebirgskörper durch Störungen gelockert war. Bezogen auf das einzusetzende Kupfergewicht benötigte man bei der Messingherstellung ungefähr die doppelte Gewichtsmenge an Galmei, was generell dazu führte, dass die Messingstandorte an Galmei-Lagerstätten gebunden waren. Galmei wurde über lange Zeit nicht als Zinkerz erkannt, sondern galt als eine Art Farbstoff, der dem Kupfer eine goldgelbe Farbe verlieh (Zementation).

Entstehung

Die Bildung des Galmeis erfolgte durch Metasomatose (Umwandlung) der primär entstandenen Zinkblende (Schalenblende-Entstehung). Die ursprünglich entstandenen Primärerz-Lagerstätten (Schalenblende) gelangten, teilweise auch unterstützt durch allmähliche Hebung des Grundgebirges und dessen Abtragung, in den Einflussbereich von Verwitterungsmechanismen, die durch sauerstoffhaltige Wässer eingeleitet wurden (Oxydationszone). Unter Einbeziehung der chemischen Bestandteile des Nebengesteins wurde hierdurch über eine komplexe chemische Umsetzung die sulfidische Zinkblende zu Galmei umgebildet.

Da sich diese Umbildung auch auf die anderen Bestandteile der Schalenblende bezog, bildeten sich weitere Verwitterungsmineralien, welche in ihrer Gesamtheit als Sekundärerzparagenese bezeichnet werden.

Galmei wurde auch im Raum Iserlohn über einen sehr langen Zeitraum abgebaut und begründete die Messingindustrie und den Reichtum der Stadt.

BLEIGLANZ

Bleiglanz oder Galenit ist ein Mineral der Sulfid -Gruppe mit chemischer Formel PbS. Es kann bis zu einem Prozent Silber enthalten. Von bleigrauer Farbe und Strichfarbe kristallisiert Galenit im kubischen Kristallsystem was sich auch äußerlich an der vollkommenen Würfelform der Kristalle bemerkbar macht. Es hat eine Härte von 2 5 mit 7 4 bis 7 6 eine sehr hohe Dichte und zeigt metallischen Glanz .

Der Bergbau auf diese Lagerstätte reicht vermutlich bis in das 12. Jahrhundert zurück und steht wohl in engem Zusammenhang mit der Gründung der nahe gelegenen, heute nur noch als Wüstung erkennbaren Burg Blankenrode.

Zunächst richtete sich der Bergbau ausschließlich auf die Bleierze, die im Tagebaubetrieb bis etwa 1745 gewonnen wurden.

Ab Mitte des 19. Jahrhunderts wurde die Bergbautätigkeit zusätzlich mittels Schächten und Stollen wieder aufgenommen, wobei jetzt die mit Zinkgehalten von bis zu 35 % recht reichen Galmeierze in den Mittelpunkt des Interesses rückten.

Absatzschwierigkeiten führten aber bereits 1884 wieder zur Stilllegung des Bergbaus.

Den Versuchen, während des Ersten Weltkriegs und in den 1920-er Jahren den Bergbau wieder aufzunehmen, war kein Erfolg beschieden.

Vom alten Bergbau zeugt heute noch der ehemalige Tagebau, dessen Wandungen – wenn auch teilweise verstürzt – grob die geologische Situation erkennen lassen.

Nach Nordnordwesten zu sind entlang des Westheimer Abbruchs auf etwa 1500 Meter Länge noch Aufschürfungen und alte Pingenzüge zu erkennen.

In südlicher Richtung sieht man mehrere ausgedehnte Halden.

Die Bleikuhlen haben inzwischen auch in Botanikerkreisen internationale Bedeutung.

Auf den schwermetallhaltigen Böden findet sich mit seinen blauen bis rötlichen- violetten Blüten das Galmeiveilchen, das als endemische Art nur an dieser Stelle wächst und von Mai bis Oktober blüht.

Um diesen EarthCache zu loggen beantwortet bitte zuerst folgende Fragen:

  1. Am Hang gegenüber der Infotafel ist ein spezielles Gebilde zu sehen – beschreibe das Gebilde nach sichtbarem Material, Form und Farbe / welchem Erdzeitalter ist das Gebilde zuzuordnen ?
  1. Rechts gegenüber der Infotafel findest du zwei unbewachsene Flächen. Wie unterscheiden sich diese Flächen in der Farbe und kann man einen Rückschluss auf die dort sichtbaren Mineralien ziehen ?
  1. Welche Erzarten wurden hier abgebaut und in welcher Reihenfolge ?

Nach Beantwortung der Fragen kannst du sofort loggen, wir melden uns falls etwas nicht stimmen sollte.

Natürlich freuen wir uns auch (optional und freiwillig) über ein schönes Foto !

Quellen:

Geologischer Dienst NRW

Infotafel vor Ort

Mineralienatlas.de



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