Großsteingräber sind Grabanlagen, die in der Jungsteinzeit durch die „Trichterbecherkultur“ errichtet wurden. Die Gräber entstanden vor 4800 bis 5500 Jahren und sind somit die ältesten erhaltenen Bauwerke in Norddeutschland. Als Baumaterial dienten vor allem große Findlinge, die während der letzten Eiszeit als Geschiebe der Gletscher von Skandinavien nach Norddeutschland kamen. Die Steine wurden so aufgerichtet, dass auf jeweils ein Trägerpaar der spätere Deckstein gesetzt werden konnte. Um den Deckstein zu platzieren, verfüllten die Erbauer die Kammer wahrscheinlich provisorisch mit Erde. Über eine Rampe konnte der Deckstein anschließend auf seine endgültige Position gezogen werden. Sofern die Grabanlage aus mehr als zwei Decksteine besteht, spricht man von einem Großdolmen. Welche Bedeutung die Großsteingräber in der damaligen Kultur spielten, wird in der Wissenschaft kontrovers diskutiert. Möglicherweise wurden sie als Beinhäuser für mehrere dutzend Verstorbene benutzt. Der Fund von zerschlagenen Tongefäßen deutet außerdem darauf hin, dass an den Großsteingräbern rituelle Zeremonien für die Toten stattgefunden haben.
Spätere Kulturen konnten sich nicht vorstellen, dass die Bauwerke durch Menschenhand erschaffen wurden. So entstand der Mythos, dass Riesen die Großsteingräber erbaut hätten, um ihresgleichen dort zu bestatten. Der Begriff Hünengrab wird auch heute noch als Synonym für Großsteingräber verwendet. Viele Großsteingräber sind mit der Industrialisierung im 19. Jahrhundert vollständig oder teilweise zerstört worden. Die Steine wurden abgetragen, gesprengt und anschließend für den Bau von Kirchen, Straßen oder Häusern verwendet.
Das Großsteingrab bei Silvitz besteht aus 3 Trägerpaaren, 2 Schlusssteinen und 3 Decksteinen, von denen bis heute alle erhalten sind. Es handelt sich somit um einen Großdolmen.