Pfaffenhofen a. d. Roth kann neben 11 beschaulichen Ortsteilen, einigen wirklich schönen Baudenkmälern und dem Wallfahrtsort "Marienfried" auch einen über die Landesgrenzen hinaus bekannten Ehrenbürger aufweisen: Hermann Köhl.

Hermann Köhl erblickte am 15. April 1888 als zweites von acht Kindern in Neu-Ulm das Licht der Welt...als Sohn von Wilhelm Köhl (zuletzt Generalleutnant im Ersten Weltkrieg) und Walburga Köhl, geb. Mahler, die aus der Brauerei-Gaststätte Mahler entstammte, welche heute als "Äußere Taverne" bekannt ist.
Nach dem Abitur am Augsburger Realgymnasium wird er Fahnenjunker im Württembergischen Pionierbatallion Nr. 13 in Ulm.
Bereits zu Beginn des Ersten Weltkrieges erleidet Hermann Köhl an der Front eine schwere Beinverletzung, so daß er für die Fußtruppe untauglich wird.
In kürzester Zeit erarbeitet er sich den Flugschein, um "rechtzeitig zum Sieg wieder im Felde zu sein". Wenig später - Hermann Köhl ist inzwischen Hauptmann und Kommandeut eines Bombergeschwaders - wird er vor Paris abgeschossen und gerät in Gefangenschaft, aus der er am 02. September 1919 fliehen kann.
1920 wird er Kompaniechef im 13. Infanterieregiment in Ludwigsburg und heiratet 1922 die Fabrikantentochter Elfriede Feierabend.
Als 1926 die Deutsche Lufthansa AG gegründet wird, wird Hermann Köhl ihr erster Nachtflugleiter.
Im Juni 1927 überquert Clarence Duncan Chamberlin als zweiter Mensch nach Charles Lindbergh in einem Non-Stop-Flug aus New York den Atlantik von West nach Ost - zusammen mit seinem Passagier Charles A. Levine. Hermann Köhl, der die beiden in Berlin erwartet, beschließt daraufhin, den Nordatlantik von Ost nach West zu überfliegen.
Am 14. August 1927 startet Hermann Köhl am Steuerknüppel der Junkers W33 "Bremen" von Dessau aus Richtung New York, der Flug endet jedoch schon in Irland.

Hermann Köhl gibt nicht auf und so startet er am 12. April 1928 einen neuen Versuch vom irischen Flughafen Baldonnel. Mit an Bord Ehrenfried Günther Freiherr von Hünefeld und der irische Major James C. Fitzmaurice.
Um 05:38 Uhr gibt Hermann Köhl das Zeichen - "Bremsklötze weg!"
Der anfangs ruhige Flug entwickelt sich zu einem Kampf gegen die Wucht eines fürchterlichen Orkans und die stetig zunehmende Übermüdung.
Nach knapp 37 Stunden gelingt Hermann Köhl mit seinen beiden Begleitern die Landung auf der kleinen Insel Greenly Island dicht vor der kanadischen Küste. Das ursprüngliche Ziel New York wird zwar aufgrund von Kompaßabweichungen weit verfehlt, die Ozeanüberquerung von Ost nach West jedoch war erfolgreich.
Es folgen unzählige Ehrungen, die Besatzung wird wochenlang in den USA, Kanada und natürlich Deutschland gefeiert. Hermann Köhl wird Ordensritter, Ehrendoktor der Universität Braunschweig und Ehrenbürger mehrerer Städte.
Zurück in der Heimat widmet sich Hermann Köhl weiteren Flugprojekten wie dem Betanken in der Luft oder der Entwicklung eines "Nur-Flügel-Flugzeuges".
Mit nur 50 Jahren endet am 07. Oktober 1938 das Leben von Hermann Köhl im Nymphenburger Krankenhaus in München, als er einem Nierenleiden erliegt, das er sich bei seinen Flügen zugezogen hat.
Vier Tage später wird Hermann Köhl in seinem Heimatort Pfaffenhofen a. d. Roth beerdigt.
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