Flussgesichter I
– La Barca –
Wenn ein Fluss eine Figur wäre, wie würden er oder sie aussehen? Das haben sich zwölf Städte und Gemeinden im Flussparadies Franken gefragt und zwölf Bildhauerinnen und Bildhauer aus fünf europäischen Ländern nach Oberfranken eingeladen. Sie haben für die großen Flüsse Main und Regnitz mit ihren Zuflüssen Baunach, Itz, Gründleinsbach, Leitenbach und dem Großen See bei Breitengüßbach im Juli 2014 große Skulpturen aus Sandstein erschaffen. Diese wurden an Radwegen mit Blick auf den Fluss aufgestellt und bilden jetzt einen neuen Skulpturenweg: den Auenweg Obermain. Folgt dem fließenden Wasser und lasst euch überraschen.
Start des ersten Flussgesichter-Caches ist in Bischberg am Röthelbach, der beim sogenannten Pfarrersbrückla in die Regnitz mündet. Die nur ca. 350 kbl (Kabel) lange Regnitz [Kabellänge: 1 kbl = ? Meter] hat es von hier nicht weit bis zu ihrer Mündung in den Main. Wobei es aufgrund der Wassermenge schon zu diskutieren ist, ob hier die Regnitz in den Obermain oder der Obermain in die Regnitz mündet. Wie auch immer, die „Fließende“ so die sinngemäße Übersetzung des aus dem slawischen stammenden Flussnamens „Regnitz“ (slawisch rekavica = Fluss, fließend) bildet die europäische Schifffahrtsverbindung zwischen dem Main und der Donau und damit zwischen der Nordsee und dem Schwarzen Meer. Darum wurde sie ab den 1960er Jahren zum Main-Donau-Kanal ausgebaut. Wer bei Bischberg an ihren Ufern entlangspaziert, wird früher oder später einen der großen Lastschubverbände oder Hotelschiffe vorbeifahren sehen. Neben den großen Schiffen gibt es in Bischberg auch kleine Kähne zu entdecken. Sie liegen im sogenannten Schelch- oder Fischerhafen. Als Schelch bezeichnet man die flachen Boote, mit denen die Bischberger Fischer bis heute über die Regnitz zu ihren Fischgründen fahren. Früher wurden die Eichenholzschelche gestakt, heute hilft der Außenbordmotor und die Schelche sind meist aus Metall. Jedes Jahr Ende Juni zu Peter und Paul (Schutzpatron der Fischer) lädt die Bischberger Fischerzunft zu einem Fest ein, bei dem als Spezialität grätenfreie Maafischla aus der vereinseigenen Filetieranlage und Fischküchla angeboten werden. Über das 1000jährige Bischberg gäbe es noch viele Flussgeschichten zu erzählen: eine Fähre setzte früher von Bischberg ans andere Mainufer nach Staffelbach über. Flößer brachten Holz aus dem Frankenwald zum Sägewerk oder fuhren mit großen Flößen weiter zum Rhein und bis in die Niederlande. Sogar eine „Kühe“ gab es einmal auf dem Main: das waren Dampfschiffe, die an einer Schleppkette andere Schiffe flussaufwärts zogen. Wer mehr über die Fischer wissen will, besucht in Bischberg das Fränkische Fischereimuseum.
Und warum heißt das Pfarrersbrückla so? Der Sage nach war „Einst […] ein Bischberger Pfarrer auf dem Weg von Bamberg nach Bischberg. Da er auf dem langen Weg sehr müde geworden war, setzte er sich auf die Brücke und schlief dort ein. Während er schlief raubten ihn böse Menschen aus und warfen ihn zudem in den angeschwollenen Bach. Später wurde der ertrunkene Pfarrer von Bischberger Bürgern tot aufgefunden. Von da an wurde die Brücke über den Röthelbach „Pfarrersbrücke“ genannt.“
(Quelle: http://bischberg1000.de/geschichte/bischberger-sagen.html Stand: 3. März 2015)
Ein Handy mit QR-Code Reader und Internet-Anbindung ist erforderlich!
Die Wegstrecke beträgt nur 1 Kilometer bis zurück zum Auto.
Lasst daher das Auto am Parkplatz stehen und lauft am Wasser entlang
