Jagdfliegergeschwader 3 "Wladimir Komarow
Letzter Standort:Preschen (1. Luftverteidigungsdivision)
Kreis Forst, Bezirk Cottbus (heute: Land Brandenburg
Preschen war ein Ort südlich des Flugplatzes, der eigentlich mit dem Geschwader nichts zu tun hatte. Aufgrund der gängigen Bezeichnung verirrten sich regelmäßig Reservisten an das "Tor Preschen". Die Postanschrift lautete "NVA Forst" (NVA, Postfach, 2160 Forst/L). Haupteingang zum Platz war über Groß Schacksdorf / Ost, der "Wohnzone".
Aufstellung:14.12.1954 in Cottbus als 3. Kommando des 1. Aeroklubs
Verlegungen/Umbenennungen/Strukturänderungen
01.07.56 Umbenennung in Fliegergeschwader 3
14.08.56 Übernahme in die NVA FG-3 1. FD (Stab Cottbus)
01.12.56 Übergabe der Truppenfahne
12.12.56 Verlegung nach Preschen
01.01.61 Umbenennung in Jagdfliegergeschwader 3
01.11.61 Strukturänderung JG-3 1. Luftverteidigungsdivision (1. LVD Stab Cottbus)
01.03.71 Verleihung des Traditionsnamens
Bestand am 30.09.1990
· 03 MiG-21UM [2-sitzige Schulmaschine der MiG-21]
· 12 MiG-21MF
· 04 MiG-29UB [2-sitzige Schulmaschine der MiG-29]
· 20 MiG-29
Geplant war die Ausstattung des gesamten JG-3 (d.h. alle 3 Staffeln ) mit der MiG-29. Die neugebaute, aber nie vollendete, Dezentralisierung sollte dann für alle 3 Staffeln dienen. Bis zum Ende waren jedoch nur 2 Staffeln mit der MiG-29 ausgerüstet. Die 3. Staffel flog bis dahin immer noch die MiG-21.Oder stimmen....
Die MiG-29A der NVA waren in der Lage, zwei Nuklearwaffen mitzuführen und einzusetzen. Dazu war die entsprechende Steuerelektronik und Verkabelung vorhanden. Allerdings wurde der Einsatz von Kernwaffen mit der MiG-29 in der NVA nie geübt! Da bei den damaligen Abrüstungsverhandlungen die Zahl der Kernwaffenträgermittel eine Rolle spielte, wurde die Steuerelektronik und Verkabelung entfernt, damit die MiG-29 der DDR nicht als Kernwaffenträgermittel zählten. Das Kennungssystem PAROL wurde erst kurz vor dem Anschluß an die BRD aus Geheimhaltungsgründen entfernt. Beide Maßnahmen liefen separat. Die MiG-29A (Erz. 912) der NVA entsprachen übrigens den russischen MiG-29A (Erz. 912). Jedoch erhielten zu jener Zeit die meisten russischen MiG-29 ein "Upgrade" zum Standard 913. Dagegen erhielt Ungarn die sehr "abgespeckte" Version MiG-29B..
03. Oktober 1990
Mit dem Anschluß gem. Art. 23 a.F. GG der BRD wurden die verbliebenen NVA-Angehörigen, Angehörige der Bundeswehr und die "legendäre" MiG-29 fiel als Zugabe in die Hände der Bundesrepublik."Selbst für den als »worst case« angenommenen Fall, daß die Sowjetarmee bei ihrem Abzug aus der DDR auch die begehrten MIG-29 der NVA mitnehmen würde, hatte der BND Vorsorge getroffen. Die Pullacher hatten 1989 sichergestellt, daß ihnen dabei mindestens ein Exemplar des modernsten sowjetischen Abfangjägers in die Hände fallen würde." (Schmidt-Eenboom) Das kann sicher nicht ohne ostdeutsche Unterstützung des BND erfolgt sein ...die Kords.doch!
Der erste Flug innerhalb der Bundeswehr erfolgte am 19. Oktober 1990. Dabei flog wiederum die 604, nunmehr als 29+01 mit etwas anderen Sonderanstrich. Die MiG-29 fliegen nunmehr mit Phantom ("Eisenschweine") in Laage im Jagdgeschwader 73 der Bundesluftwaffe.
Die Bundeswehr übernahm u.a. die 24 MiG-29 und 33 NVA-Piloten des JG-3. Von den übernommen Piloten sind innerhalb von knapp 5 Jahren 19 ausgeschieden, Anfang 2000 flogen noch 7, im September 2000 noch 4 auf der MiG-29 ... aufgrund der politischen Weichenstellungen und dem zuletzt zunehmenden Alter, gab es 2007 nur noch einen ehemaligen NVA-"Jet-Piloten" in der Bundeswehr.
Von den 24 MiG-29 flogen zwischen 1996 und 2004 nur noch 23 für die Bundeswehr, es kam zu folgendem
Verlust im JG-73
Am 25. Juni 1996 flogen zwei Piloten mit den Maschinen 29+09 (670) und 29+14 (684) einen „QRA-Auftrag“. Nach Erfüllung der Aufgabe nutze der (West-) Pilot der 29+09 (670) die Zeit, um das Flugzeug noch etwas besser kennen zu lernen. Dabei brachte er die Maschine durch Ruderkreuzen ins Flachtrudeln (durch "wissentliches bewegen des Flugzeuges aus seinen Manöverlimits"). Das Flugzeug soll noch 26 Umdrehungen gemacht haben bevor es, bei Brudersdorf etwa 50 km östlich von Laage, auf dem Boden aufschlug. Der Pilot konnte sich vorher erfolgreich katapultieren und überlebte (s.a. Schleudersitz K-36 DM). Technische Probleme lagen nicht vor. Im Flugzeugforum wird der Absturz so wiedergegeben: Klick!
Ab dem Jahr 2004 werden die verbliebenen 22 flugtüchtigen MiG-29 an Polen für einen Euro (1 €) pro Stück verhökert. Zurück bleibt lediglich die nicht mehr flugtüchtige 29+03 (615). Zuletzt wurde sie 2006 im Luftwaffenmuseum Gatow in der Ausstellung "50 Jahre Luftwaffe" gesehen.
So, nun aber zum Cache: Wie immer gilt, an den angegebenen Koordinaten liegt nichts. Ihr habt von hier aber einen schönen Blick auf den ehemaligen KDL (Kontrolldurchlass) also Eingangsbereich. Auch könnt ihr im Hintergrund das monströse Heizkraftwerk sehen, welche ursprünglich nicht nur die Gebäude sondern auch die Start- und Landebahn beheizen sollte. Egal an welches Tor oder Zaunloch euch eure Denk- und Rätselergebnisse auch führen: ein Betreten des Geländes ist nicht nötig und VERBOTEN.
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