
Durch die Versailler-Verträge von 1918 wurde auch das Monschauer Land beeinträchtigt.
Da die Kreise Eupen und Malmedy zu Belgien fielen, verlagerte sich die deutsch-belgische
Grenze weit nach Osten.
Zudem wurde 1920 die Vennbahn, eine ehemalige deutsche Eisenbahnstrecke von Aachen
nach Ulflingen (Lux), die über Monschau führte, auch Belgien zugesprochen.
Da die Vennbahn zwischen Aachen und Monschau auch weiterhin etliche Kilometer über
deutsches Staatsgebiet führte, entstanden als Kuriosum deutsche Exklaven*, die nun von
Belgien eingeschlossen waren. Neben Ruitzhof und Teilen von Roetgen und Lammersdorf
wurde der Ort Mützenich ganz von Belgien eingeschlossen.
Diese Änderungen hatten zur Folge, dass die Mützenicher große Wald- und Ackerflächen
(ca. 750 ha) an Belgien verloren, aber diese Flächen weiterhin nutzen durften.
Nach Ende des zweiten Weltkriegs machte Belgien die Grenze dicht und somit konnten die
Mützenicher die in Belgien liegenden Flächen nicht mehr erreichen und somit nicht nutzen,
was zu Versorgungsengpässen der, ohnehin schon stark gebeutelten, Nachkriegsgesellschaft
in Mützenich führte. Dadurch entstand großer Unmut.
Auch forderte Belgien die o.g. deutschen Exklaven* als belgisches Staatsgebiet und bekam
diesen Anspruch 1948 durch das Sechs-Mächte-Abkommen über vorläufige Grenzregulierungen
zugesprochen. Das war durchaus im Sinne sehr vieler Einwohnern dieser Gebiete, da in Belgien
die Versorgungslage erheblich besser war, als im besiegten Deutschland.
In Mützenich erhoffte man sich die erneute Nutzung der verlorenen Wald- und Ackerflächen.
So war man in Mützenich nicht sonderlich erfreut über die offizielle Mitteilung der belgischen
Regierung vom April 1949, daß man vorläufig auf die Annektierung der belgischen Enklaven*
entlang der deutsch-belgischen Grenze verzichte.
Darauf hin fand am 23. April 1949 eine außerordentliche, nichtöffentliche Versammlung des
Gemeinderats von Mützenich statt, in der einstimmig beschlossen wurde, an die belgische
Regierung ein Petition zu richten, in der um die Aufnahme von Mützenich in den belgischen
Staat gebeten wurde. Dies sollte nach einer Abstimmung unter internationaler Kontrolle erfolgen.
Die Ratssitzung wurde zwar korrekt in das Gemeindeprotokollbuch eingetragen, nur versäumten
die Mützenicher es, den Imgenbroicher Gemeindedirektor über die Sitzung zu informieren, wozu
sie laut Gemeindeordnung verpflichtet waren.
Unbemerkt von den deutschen Behörden lief die Mützenicher Petition durch die belgischen
Gremien, bis am 24. Mai die belgische Zeitung "La Libre Belgique" über diesen Vorgang berichtete.
Dieser Bericht wurde von der Aachener Volkszeitung (AVZ, heute AN) aufgegriffen und nun gelangte
das Wissen über die Mützenicher Absichten endlich auch nach Aachen (zum damaligen Regierungs-
präsidenten) und bis nach Düsseldorf in das Innenministerium von NRW.
Schon wurde der Mützenicher Rat des Landesverrats bezichtigt und sein Vorgehen mit einem Dolch-
stoß verglichen. Kurzfristig fuhr der Aachener Regierungspräsident persönlich in das abtrünnige
Venndorf um vor Ort für politische Ordnung zu sorgen.
Dies gipfelte darin, dass der gesamte Mützenicher Gemeinderat abgesetzt wurde und durch eine
ortsfremde Staatskommissarin ersetzt wurde, welche die Amtsgeschäfte im „deutschen“ Sinne führte.
Obwohl anzunehmen war, dass die geforderte Volksabstimmung in Mützenich mit einer erheblichen
Mehrheit für den Anschluss an Belgien ausgegangen wäre, kam es nie zu einer solchen Abstimmung.
Vielmehr glätteten sich bald die Wogen und die Mützenicher erhielten vom Land NRW finanziellen
Ausgleich für die verlorenen Wald- und Ackerflächen.
Letztendlich blieb es bei dem aussergewöhnlichen Grenzverlauf, der im folgenden in ein Vertrag
zwischen Belgien und der neugeründeten Bundesrepublik Deustchland festgeschrieben wurde und
noch heute in dieser Form besteht.

*deutsche Exklave = belgische Enklave
Nun zum Cache:
Der Cache liegt an einem öffentlichen Weg, der nicht befestigt und ziemlich verwachsen ist.
Der Weg ist für Rollstühle und Kinderwagen nur bedingt geeignet.
Bei Regen empfehlen wir festes und wasserfestes Schuhwerk.
Bei starkem Schnee bitten wir vom Besuch des Caches abzusehen.
Ihr findet hier eine schöne grosse Dose, die auch für TB's und Coins geeignet ist.
Bitte tauscht fair.
FTF: Team Eifelyeti | STF: ElaMarv | TTF: findichdich