Money, money, money 8
IBAN der Schreckliche
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| Ein Aufklärungscache von kpalser |
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Der Aufreger des Jahres 2014 dürfte wohl die verpflichtende Verwendung des IBAN anstatt von Kontonummer und Bankleitzahl gewesen sein.
Nachdem die Kronen-Zeitung schon befürchtete, dass wohl Millionen Pensionisten weder ihre Pensionen bekommen, noch jemals die Verwendung auf Zahlscheinen verstehen würden, ist es wohl an der Zeit, einmal über den IBAN zu sprechen und auch etwas tiefer in die Materie einzudringen.
IBAN steht für International Bank Account Number, also frei übersetzt für Internationale Kontonummer. Der Aufbau dieser Kontonummer wurde von der intenationalen Organisation für Normung (kurz: ISO) genormt und diese Norm ist somit verpflichtend zu verwenden.
Durch den IBAN sollte eine Möglichkeit gefunden werden, Fehler im Zahlungsverkehr aufgrund falscher Kontodaten weitgehend zu minimieren. Dies wird durch eine komplexe Prüfziffernberechnung - auf die ich noch eingehen werde - sichergestellt. Zwar gab es auch bei den österreichischen Banken früher schon Prüfziffern in den Kontonummern, jedoch wurden hier verschiedenste Algorithmen zur Berechnung genutzt und international waren diese weitgehend unbekannt.
Um den Zahlungsverkehr nach Einführung des Euros schneller und effizienter zu machen, wurde der einheitliche Zahlungsverkehrsraum SEPA (für Single Euro Payments Area) geschaffen, der die Verwendung des IBAN zuerst ab 01.02.2014 vorschrieb, später dann aber eine Nachfrist bis 01.08.2014 setzte.
Obwohl IBAN und SEPA medial nicht gut weg kommen, so bieten sich doch gewaltige Vorteile: man kann sich zum einen darauf verlassen, dass eine Zahlung im gesamten SEPA-Raum (dzt. 34 Länder, Stand 11/2014) am nächsten Werktag beim Empfänger ist. Gebühren für Auslandszahlungen sind verboten, somit wird gerade bei Zahlungen für Internet-Käufe ein sehr kostengünstiges System geboten. Das teure (amerikanische) SWIFT-Zahlungsverkehrssystem wird vermieden.
Vieles vom IBAN weiß man, er wird mittlerweile verwendet, die Prüfziffern hat man auf der Bankomatkarte stehen.
Doch wie sehen nun die IBAN in den Teilnehmer-Ländern aus und wie berechnet sich nun so eine IBAN-Prüfziffer?
Gemäß Definition besteht ein IBAN immer aus einem 2stelligen Länderkennzeichen, einer 2stelligen Prüfziffer und einer maximal 30stelligen Kontoidentifikation.

Diese Anzahl an Stellen wird aber nicht genutzt. Nur wirklich große Länder haben so lange IBAN - wie z.B. Malta (31 Stellen!) oder Jordanien, Kuwait und Mauritius (30 Stellen) .
In Österreich ist der IBAN 20stellig und somit eher am unteren Ende.
Ich möchte euch nun einmal anhand des Kontos des Finanzamt Freistadt-Rohrbach-Urfahr die Berechnung eines IBAN erklären.
Kontonummer: 5524529
BLZ: 1000
Hier müssen wir nun gleich einmal mit einem Mythos aufräumen, nämlich dass es kurze und lange Kontonummer gegeben hätte! Nein! Jede Kontonummer in Österreich war grundsätzlich 11stellig und musste bei Bedarf mit führenden Nullen ergänzt werden. Jedoch konnten die Zahlungsverkehrssysteme der österreichischen Banken führende Nullen automatisch ergänzen.
Bankleitzahlen waren - mit Ausnahme von ganz speziellen Banken - auch früher schon 5stellig gebräuchlich. Die (neue) Bankleitzahl des Bundes macht hier eine Ausnahme: sie wird meist nur 4stellig angegeben.
Mit diesem neuen Wissen können wir nun auch die 'richtigen' Kontodaten ermitteln:
Kontonummer: 00005524529
BLZ: 01000
Wir möchten nun einen IBAN der Form
ATpp bbbb bkkk kkkk kkkk
berechnen. Also AT, gefolgt von der Prüfziffer, der 5stelligen Bankleitzahl und der 11stelligen Kontonummer. Da wir unsere Prüfziffer ja erst berechnen müssen, nehmen wir sie vorerst einmal mit 00 an.
AT00 0100 0000 0552 4529
Nun wird der erste 4er Block an das Ende des IBAN geschoben.
0100 0000 0552 4529 AT00
bzw. ohne die Gruppierung zusammengeschrieben:
0100000005524529AT00
Jetzt kommt ein Schritt, der für uns Geocacher kein Problem darstellen sollte. Wir müssen die Buchstaben in Zahlen umwandeln. Nicht ganz nach dem gewohnten System, sondern nach A=10, B=11, C=12, ... Z=35 und erhalten somit
0100000005524529102900
Jetzt wird es mathematisch: diese entstandene ewig lange Zahl müssen wir nun mit einer Restwert-Division (Modulo) durch 97 dividieren
0100000005524529102900 mod 97 = 7
Wer mit der Modulo-Division nicht so vertraut ist:
Wir nehmen die Zahl und dividieren durch 97. Der abgerundete Wert auf 1er ergibt 1030927892005454669. Dies wiederum multipliziert mit 97 ergibt 100000005524529102893 und 7 als Differenz zur ursprünglichen Zahl.
Diesen Rest müssen wir nun immer von 98 abziehen:
98 - 7 = 91
Wir wissen nun, dass 91 unsere Prüfziffer ist. Wir bilden nun also unseren IBAN:
AT910100000005524529
Wer also seine Steuerschulden zu begleichen hat, kann auf diesen (derzeit) richtigen IBAN zurückgreifen!
Um auf dem umgekehrten Weg zu prüfen, ob ein angegebener IBAN auch richtig ist, können wir auch das nun schnell erledigen.
Die GIS (wo die geliebten Rundfunk-Gebühren bezahlt werden) gibt auf ihrer Homepage ihre Kontodaten mit
AT46 6000 0000 0750 3146
an. Als fortgeschrittene IBAN-Rechner gehen wir nun schon etwas schneller vor. Wir schieben den ersten Block mit Länderkennzeichen und Prüfziffer nach hinten und ersetzen wieder die Buchstaben:
6000000007503146AT46 6000000007503146102946
Diese Ergebnis rechnen wir nun Modulo 97. Ist das Ergebnis 1, so ist der IBAN rechnerisch richtig, ansonsten gibt es einen Fehler in der Prüfziffer, oder den Konto-/BLZ-Daten. (Wir sehen also, dass auch die GIS richtige Daten auf der Homepage hat und somit diese Ausrede ins Leere geht, man hätte aufgrund falscher Kontodaten nicht zahlen können.)
Zur leichteren Lesbarkeit, hat sich auch eine gewisse Schreibweise des IBAN in den unterschiedlichen Ländern ergeben. In Österreich wird zB in 4er Blöcke unterteilt. Ein paar Beispiele aus den größten Banken Österreichs bzw. international, wo teilweise auch zusätzliche Buchstaben im IBAN vorkommen, die bei Bedarf umgeschlüsselt werden müssen:
| Österreich |
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AT22 2032 0321 0010 3575 |
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AT53 3400 0000 0106 0366 |
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AT71 1100 0009 5024 4414 |
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AT61 1500 0007 5102 4792 |
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AT03 0100 0000 0552 4464 |
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AT90 4480 0123 4566 0000 |
| Italien |
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IT92 L 05034 11710 000000025252 |
| Spanien |
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ES90 0049 1804 102110400700 |
| Frankreich |
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FR76 4255 9000 3421 0206 2060 307 |
| Deutschland |
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DE72 5457 0094 0013 3025 00 |
| Großbritannien |
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GB25 ABBY 0906 6643 0513 83 |
| Griechenland |
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GR24 0140 1540 1540 0232 0008 910 |
| Kroatien |
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HR39 2503 0071 1000 2063 6 |
Übrigens wurde mit Einführung von SEPA auch der gute alte Zahlschein überarbeitet. Dieser heißt nun 'SEPA-Zahlungsanweisung' und sieht so aus:
Ganz einfach zu befüllen - und da machte man sich Sorgen, dass die Pensionisten damit nicht umgehen können!
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| Somit haben wir einen kleinen Blick hinter IBAN und SEPA geworfen. Wer Interesse an der Materie hat, kann mich ja bei einem Event ausfratscheln. |
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Happy Caching!
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Alles klar zur Prüfung der Finals?

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Flagcounter
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