Ein Druck auf die Toilettenspülung oder das Ziehen des Stöpsels in der Badewanne und das schmutzige Wasser verschwindet im Abfluss. Für jeden eine bequeme und saubere Sache. Täglich fallen so in privaten Haushalten durchschnittlich 120 l Abwasser pro Person an. Hinzu kommen Abwässer aus Gewerbe- und Industrieunternehmen. Doch was geschieht mit diesem Abwasser?
Der Niersverband betreibt in seinem Einzugsgebiet insgesamt 22 Kläranlagen. Diese reinigen die jährlich etwa 73 Mio. qm anfallenden Abwässer der im Verbandsgebiet lebenden Bevölkerung (rund 740.000 Einwohner) sowie der gewerblichen und industriellen Betriebe (umgerechnet rund 300.000 Einwohner-werte). Die Kommunen sind dabei für die Abwassersammlung und -fortleitung,
d. h. für die Kanalisation, zuständig. Sie übergeben das Abwasser an definierten Übergabepunkten an den Niersverband. Die Kläranlagen des Verbandes reinigen das Abwasser nach dem Stand der Technik. Da dem Niersverband diese Aufgabe im gesamten Verbandsgebiet obliegt, ist es unabhängig von kommunalen Grenzen möglich, kostensenkende Verbundeffekte bei der Planung, dem Bau und dem Betrieb der Verbandsanlagen auszuschöpfen. Gewonnene Erfahrungen können für alle Anlagen technisch und wirtschaftlich optimal genutzt werden.
Die Ausführung der einzelnen Behandlungsschritte unterscheidet sich von Kläranlage zu Kläranlage in Abhängigkeit von der Größe, der Zusammensetzung des Zulaufs und der historischen Entwicklung der Anlage.