Vor mehr als 100 Jahren, also Jahrzehnte bevor Mobiltelefonie überhaupt erst Wirklichkeit wurde, beschrieb Gustav Hochstetter in der Kurzgeschichte „Schweigend wandern!“ geradezu prophetisch die Auswüchse dieser zukünftigen modernen Kommunikationsform.
Der Umgang mit kompakten Mobiltelefonen ist heutzutage derart selbstverständlich geworden, dass sich viele Handynutzer gar nicht mehr vorstellen können, dass Mobiltelefone einst weder mobil noch handlich waren. Im Gegenteil: Der Rückblick auf die Anfänge der Mobiltelefone zeigt, dass Mobiltelefonieren über Jahrzehnte lang gleichbedeutend war mit dem - extrem teuren Luxus - im Auto mit einem Gesprächspartner über eine große Distanz sprechen zu können.
Drahtlose Telephonie - Simplicissimus 1926
Die Geschichte des Handys begann im Jahr 1926 in Deutschland. Ein Telefondienst der Deutschen Reichsbahn und der Reichspost, der dazu entwickelt worden war, über eine große Distanz miteinander zu kommunizieren, kann wohl als Beginn der mobilen Telekommunikation angesehen werden. Zum ersten Mal eingesetzt wurde diese neue Erfindung dann auf der Bahnstrecke zwischen Hamburg und Berlin, jedoch nur für Passagiere in der 1. Klasse.
Die ersten Mobilfunkgespräche in einem PKW wurden über in Kraftfahrzeugen montierte Endgeräte – Autotelefone – im Jahr 1946 in den USA möglich.
Autotelefon der Firma Bell Telephone Company 1946
Das erste dokumentierte Autotelefon Deutschlands wurde 1952 in der Stadt Bremen in ein Taxi eingebaut. Noch abschreckender als das hohe Gewicht von 16 Kilo waren die immensen Kosten des Urvaters aller Autotelefone, denn mit einem Preis von rund 15.000 Mark war das Gerät in etwa dreimal so teuer wie ein VW Käfer.
160D2(S)-Öla Autotelefon der Firma Telefunken 1952
Mit der Einführung des ersten flächendeckenden Mobilfunknetzes (A-Netz) 1958 in Deutschland war mobiles Telefonieren schon alleine aufgrund der horrenden Kosten ein Privileg von hochrangigen Politikern und Großunternehmern. Technisch bedingt war der Kundenkreis auf 11.000 Personen limitiert. Der Komfort war zudem gering, da sämtliche Gespräche durch 60 Damen vom Amt handvermittelt werden mussten und die Verbindung nur auf nationaler Ebene klappte.
Es dauerte in der Folgezeit sehr lange, bis Größe und Gewicht ein erträgliches Maß erreichten. 1972, mit Einführung des B-Netzes, in dem man nun erstmals selbst wählen konnte, gelang es Ericsson, ein Autotelefon auf ein Gewicht von unter 10 kg zu trimmen. Das Gerät blieb auch weiterhin mit dem Auto fest verwurzelt.
Obwohl die Autotelefone nach wie vor extrem teuer waren (12.000 Mark inklusive Einbau), war das B-Netz ein kommerzieller Erfolg und sogar ein regelrechter Exportschlager.
Erst 1982 sorgte das B-Netz-Telefon Mobira Senator der Firma Nokia für mehr kommunikative Mobilität. Mittels eines Tragegriffs ließ sich dieses Gerät aus dem Auto herausnehmen. Die Mobilität hielt sich dennoch stark in Grenzen, denn davon abgesehen, dass das 9,8 kg schwere Telefon noch die Ausmaße eines Benzinkanisters hatte, musste der Mobira Senator bereits nach wenigen Stunden wieder zur Aufladestation zurück.
Trotz dieser eingeschränkten Portabilität inspirierte der Mobira Senator die gesamte Telekommunikationsbranche. Immer mehr Hersteller packten Empfangseinheit, Akku und Telefon in ein mehr oder weniger handliches Gerät und versahen es mit einem Tragegriff. In den folgenden Jahren sank dabei zunehmend das Gewicht, während die Akkuleistung immer weiter anstieg.
Der extrem hohe Preis blieb indessen unverändert. Bis Ende der achtziger Jahre mussten Mobiltelefonierer für ein Autotelefon mindestens 6.000 Mark zahlen.
1983 präsentierte Motorola das Dynatac 8000X das weltweit erste echte Mobiltelefon mit einem Gewicht von 800 g und einer Gesprächsdauer von etwa einer Stunde.
Mit der Einführung des für damalige Verhältnisse leistungsstarken C-Netzes im Jahr 1985 erhielt vor allem die deutsche Telekommunikationsbranche neue Impulse. Nokias Mobira Talkman 320F (1986) wog beispielsweise “nur“ noch 4,7 kg und kam mit einem voll aufgeladenen Akku rund zehn Stunden ohne Steckdose aus. Von einem Handy, das sich bequem in die Tasche steckt lässt, konnte man aufgrund der Maße eines Schuhkartons allerdings immer noch nicht sprechen.
Anfang der neunziger Jahre kamen C-Netz-Handys wie beispielsweise das Nokia 101 bereits dem Ideal eines Handys recht nahe.
Bis Anfang der 90er Jahre verstand man in Deutschland unter dem Begriff „Handy“ meist ein kleines handliches Funkgerät.
Der Begriff „Handy“ - ein Scheinanglizismus - setzte sich dann im deutschen Sprachraum ab ca. 1992 umgangssprachlich durch.
Erst mit dem Startschuss des europäischen Mobilfunkstandards GSM (Global System for Mobile Communications) setzte sukzessive der Handy-Boom ein. Dass GSM-Handys jahrelang als “Yuppie-Lutscher“ verschrien waren, lag vor allem an den hohen Preisen. 1992 waren inklusive eines Laufzeitvertrages im Schnitt noch 2.000 Mark für ein digitales Mobiltelefon fällig. In etwa diesen Betrag mussten mitteilungsfreudige Geschäftsleute 1993 für das Siemens S4 zahlen, das seinerzeit das Maß aller Dinge war. Neben dem geringen Gewicht von 235 Gramm beeindruckte vor allem die - für damalige Verhältnisse - überragende Akkuleistung, die eine Standby-Zeit von bis zu 50 Stunden ermöglichte - 1993 ein Spitzenwert!

1994 konnte ein Mobiltelefon, das Nokia PT11, auch erstmals eine SMS (steht eigentlich für Kurzmitteilungsservice) direkt verschicken. Ursprünglich als reines „Abfallprodukt“ kostenlos angeboten, entwickelte sich SMS zum Hauptertragsbringer für die Netzbetreiber. Weiterentwicklungen von SMS existieren unter EMS und MMS, wodurch nun auch multimediale Nachrichten verschickt werden konnten.
1996 entwickelte Nokia mit dem 9000 Communicator erstmals eine raffinierte Handy/Organizer-Kombination, mit der der Besitzer auch im Internet surfen konnte. Dieses so genannte Smartphone war lange Zeit ein wegweisendes Unikum, denn erst im Jahre 2000 zog die Konkurrenz mit vergleichbaren Geräten nach.
In Folge des einsetzenden Mobilfunk-Booms ab 1998 sanken die Grundgebühren, Handy-Anschaffungskosten und Tarife auf ein sehr niedriges Niveau - Mobiltelefone wurden zum Volksgut.
2007 präsentierte dann Apple sein erstes eigenes Mobiltelefon – das iPhone, das so wie seine Nachfolgegeräte ein enormer Renner wurde und maßgeblichen Einfluss auf die Gestaltung von Smartphones hatte.
Schon im Jahr darauf kamen die ersten Touchscreen-Telefone anderer Unternehmen - mit dem Betriebssystem Android von Google, auf den Markt. Seit 2010 werden Android-Geräte immer populärer, weil sie meist deutlich günstiger als Apples iPhone sind.
Wie das drahtgebundene Telefon besteht das Mobiltelefon aus einem Lautsprecher, einem Mikrofon, einem Bedienteil (Tastatur und Anzeige) und einer Steuerung (meist ein Mikrocontroller). Zusätzlich hat es ein Funkteil (Sendeempfänger, Antenne) und eine eigene Stromversorgung (meist einen Akkumulator). Generell ist zum Betrieb eine SIM-Karte notwendig, die zur Identifizierung gegenüber dem Mobilfunknetz genutzt wird.
Eine Gruppe von Männern sitzt zusammen in der Sauna, als plötzlich ein Handy klingelt. Einer der Männer greift zum Handy und antwortet: „Hallo?“
Frau: „Schatz bist Du das? Was sind das denn für Geräusche? Bist Du in der Sauna?“
„Ja.“
„Schatz, ich stehe hier gerade vor einem Juwelier-Geschäft und die haben hier das Diamant-Kollier das ich schon immer haben wollte. Kann ich mir das bitte, bitte, bitte kaufen? Es ist auch wirklich preiswert. Es kostet kaum mehr als 30.000 €!’
„Wieviel mehr?“
„Na ja, so knapp 45.000 €.“
„Na gut. Ausnahmsweise. Aber bezahle auf gar keinen Fall mehr als diese 45.000.-€. Verstanden?“
„Das ist aber wirklich lieb von dir. Ach Schatzi, weil wir schon gerade dabei sind. Ich bin gerade bei unserem BMW-Händler vorbei gekommen und der hat doch gerade mein Traumauto im Angebot. Genau mit der Ausstattung und in der Farbe, die ich immer schon so gerne wollt. Er würde mir das Auto zum Sonderpreis von nur 120.000 € überlassen. Bitte, bitte Schatzi, kann ich das kaufen?“
„Na gut, mein Schatz. Aber versuch’ den Preis noch auf 110.000.- € runter zu handeln. Ok?“
In diesem Moment erkannte sie, dass heute ihr Glückstag war und sie hakte sofort nach.
„Schatz, Du weißt doch, dass ich es gerne hätte, wenn meine Mutter bei uns leben würde. Ich weiß ja, dass Du das nicht möchtest, aber könnten wir nicht mal für 3 Monate einen Versuch starten? Wenn es nicht funktioniert, kannst Du doch immer noch ‘Nein’ sagen. Was denkst Du darüber?“
„Na gut mein Schatz. Lass es uns einmal versuchen. Aber wenn es nicht klappt …“
„Ich danke Dir mein Schatz. Ich liebe dich über alles. Freue mich sehr darauf, Dich heute Abend zu sehen.“
„Ich auch, mein Schatz, bis später dann.“
Der Mann legt auf und blickt fragend in die Runde:
„Weiß irgendjemand, wem das Handy gehört?“
Nun zu den Fragen für den Cache! (Infotext lesen hilft!)
Nimm bei Lösungswörtern deren Buchstabenanzahl, bei Lösungszahlen deren Quersumme.
a) Wie hieß die literarische Figur, die 1913 von einem Mobiltelefon angerufen wurde?
b) Welcher europäische Handy-Hersteller kann mit Fug und Recht als einer der bedeutensten Pioniere der Mobiltelefonie bezeichnet werden?
c) Wie lautet das 8. Wort, mit dem du bei einem Anruf unter der (kostenlosen) Nummer 0800 220325 begrüßt wirst?
d) Du wirst angerufen und auf deiner Handyanzeige steht eine Nummer, die mit „+43463“ beginnt. Woher wirst du angerufen?
e) Die deutsche Firma Daimon brachte 1937 das erste „Handy“ Deutschlands heraus. Worum handelte es sich dabei in Wirklichkeit?
f) Spekulation: Wie viel würde das allererste deutsche Autotelefon heute in Euro kosten? Annahme: Der damalige VW Käfer und der heutige VW Golf (NP: 20 000 €) sind preislich ident.
Ermittle nun die Zielkoordinaten:
N 47° 16.[C*D*F + C + D] E 011° 29.[A*B*E - B*3]
Vielleicht möchtest du dein Ergebnis noch mit dem GeoChecker auf seine Richtigkeit überprüfen.
Viel Spaß beim Rätseln und Suchen wünscht
