Es ist schon fast ein Brauch, dass es alle zwei Jahre in Mittelhessen einen Geocache-Adventskalender gibt. Auch dieses Jahr wird jedes Türchen von einem anderen Cacher gestaltet. Thema des diesjährigen Adventskalenders ist „Christmas all around the world“. In jedem Türchen wird eine weihnachtliche Besonderheit (ein Brauch, ein Lied, etc.) eine Landes vorgestellt. Mit diesem Türchen reist du nach Österreich.
Der Advent und Weihnachten werden in Österreich zumindest in den ländlichen Gebieten noch eher traditionell, mit alten österreichischen Bräuchen und Traditionen gefeiert - nicht aufgesetzt und abgekupfert, sondern seit Jahrhunderten gelebt. Die tiefe Verwurzelung gibt einer oft sinnentleert geglaubten Zeit wieder das Besondere zurück.
An jedem Adventsamstag oder -sonntag werden in den Famlilien nachmittags die Kerzen auf dem Adventskranz entzündet. Es wird dabei musiziert, gesungen, vorgelesen und auch vielfach ein Vaterunser gebetet. Dazu gibt es das erste Kletzenbrot mit Butter und ab 17. Dezember (wie im Stift Admont) das erste Weihnachtsgebäck.
In sehr vielen Familien wird das herrlich schmeckende Kletzenbrot auch heute noch selbst gebacken. Dazu werden selbstgedörrte Birnen (=Kletzen), Dörrpflaumen, Nüsse, Rosinen, Feigen, Aranzini, etwas Zucker, Rum, Schnaps und schwarzen Kaffee gut vermischt als Fülle. Alle diese Zutaten mischt man bereits am Vortag des Backens zusammen und stellt sie an einen warmen Ort. Aus Roggenmehl, Salz, Germ (=Hefe) oder Sauerteig und Brotgewürz wird ein mittelfester Teig gemacht, der ebenfalls gehen muss. Am nächsten Tag wird der gesamte Teig gut vermischt, wieder gehen gelassen und zuletzt im Backofen langsam gebacken. Dies geschiet bereits Anfang Dezember und man schneidet schon während der Adventzeit beim Feiern und Zusammensitzen einen Strutzen oder Laib an.
Viele Bäuerinnen backen zudem noch kurz vor Weihnachten den eigenen „Hailigobendloab“, der eine besonders gute Teigzusammensetzung hat und mit einem eigenen Zeichen (Kreuz, Schlüsselabdruck, Christkindl) versehen wird. Er darf erst am Heiligen Abend angeschnitten werden.
In Österreich wird heutzutage der hl. Nikolaus, der am 6. Dezember die Kinder beschenkt, von Krampussen, Schreckgestalten der Adventszeit, begleitet. Während der Nikolaus die braven Kinder beschenkt, werden die unartigen vom Krampus, dem bösartigen Widerpart des Nikolaus, bestraft. Bis zur Hälfte des 20. Jahrhunderts war dieser Aspekt des Krampus als Schreckgestalt mit geschwärztem Gesicht, der den unartigen Kindern Prügel androhte, viel stärker betont. Diese zotteligen Wesen sehen in ihren Fellkostümen und kunstvoll geschnitzten Holzmasken ganz furchterregend aus. Große Glocken, die die Krampusse an Ketten um die Hüften gebunden haben, kündigen die finsteren Gestalten schon von weitem an. Unter den Krampus-Masken verstecken sich meist Jugendliche, die großen Spaß daran haben, Passanten zu erschrecken und Gleichaltrigen mit ihren Ruten hinterher zu jagen.
Die 5 Mäuse von mauszuhaus wünschen Euch allen eine ruhige und gemütliche Adventszeit.
ACHTUNG: Bitte keine TBs oder Coins ablegen, dank des Hinweises eines Finders wissen wir, dass die Dose regelmäßig von Kindern auf "Schätze" untersucht wird!