Vor 6.500 Jahren kamen die ersten Bauern Mitteleuropas in unsere Region und errichteten feste Häuser.Zwei ihrer Gebäude wurden bei den archäologischen Untersuchungen in Oespel "Im Weißen Feld" entdeckt. Die Archäologen staunten nicht schlecht, als sie vor ungefähr vier Wochen eine erste Reihe von Pfostenspuren fanden. Es zeigte sich ein 40 m langes, 6,50 m breites, leicht trapezförmiges Gebäude der sogenannten Rössener Kultur. Beim Fortgang der Ausgrabungen wurde die Überraschung noch größer, als unmittelbar am nordwestlichen Hausende ein zweiter Grundriss auftauchte. Ebenfalls ungefähr 40 m lang und 6,50 m breit, besaß er eine leicht gebauchte Form und ein inneres Konstruktionsgerüst aus mächtigen Pfosten, angeordnet in Dreierreihen.
Beide Gebäude der Rössener Kultur am "Weißen Feld" sind Nordwest-Südost orientiert. Eine Schmalseite ist damit der für unsere Gegend typischen Wind- und Regenrichtung ausgesetzt, die andere besitzt einen offenen, aber überdachten Vorraum. Gut erkennbar ist dieses Element an dem trapezförmigen Grundriss, der hier den Fundamentgraben einer raumabschließenden Bretterwand zeigt.
Im Vergleich der beiden Gebäude ist die Entwicklung vom dichten Pfostengerüst im Inneren des "bauchigen" Gebäudes zum großen, offenen Raum des trapezförmigen augenfällig. Daraus kann man ableiten, dass der leicht gebauchte Grundriss das ältere Bauwerk ist. Das andere Gebäude entstand ein bis zwei Generationen später. Man hatte also in dieser Phase der Jungsteinzeit feste Hofstellen, die über Generationen hinweg von einer Familie bewirtschaftet wurden.