Angermünder Persönlichkeiten Nr. 3
Gustav Bruhn ist am 16. März 1889 in Angermünde als Sohn des Stellwerkmeisters Wilhelm Bruhn und seiner Frau Minna, geb. Ziegler, geboren. Er war als Politiker der KPD und Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus bekannt. Er erlernte nach seiner Schulentlassung das Tischlerhandwerk und ging als Geselle auf Wanderschaft.
In der Nähe des Cache befindet sich das Geburtshaus von Gustav Bruhn. Die Koordinaten könnt ihr dem Listing entnehmen.
1909 - 3-jähriger Militärdienst in Kiel
1912 - Beitritt in die SPD in Hannover
1913 - Heirat mit Elisabeth Holz
1918 - Spartakusbund
In den Tagen der Novemberrevolution sprach er in Soldatenuniform zur Heider Bevölkerung und war bald als „der Rote“ in ganz Dithmarschen bekannt.
1919 - Übertritt von der der SPD zur USPD
1920 - Mitbegründer der Heider KPD
1923 - Vorsitzender der KPD nach Erich Böhlig
1924 - Delegation zum V. Weltkongress der Kommunistischen Internationale nach Moskau
Ab 1925 - Parteisekretär und Unterbezirksleiter in Heide und Itzehoe, später in Lübeck
1927 - Verhaftung wegen Vertriebs der Broschüre Deutschlands revolutionäre Matrosen / drei Jahre Festungshaft auf die Festung Gollnow/Mecklenburg
1928 - Aufstellung als Kandidat der KPD für den Preußischen Landtag: Er wurde gewählt und durch die Abgeordnetenimmunität aus der Festungshaft befreit
1928 - Umzug nach Altona
1933 - Mehrmalige Verhaftungen wegen „Vorbereitung zum Hochverrat“
1935 - Urteil drei Jahren Zuchthaus, mit anschließender Schutzhaft im KZ Sachsenhausen
1939 - Arbeit als führender Funktionär in der Bästlein-Jacob-Abshagen-Gruppe
1942 - Festnahme in Hamburg / Verhör durch die Gestapo von Elisabeth und Gustav Bruhn in Fuhlsbüttel; 2 Monate Hafturlaub, da die Gestapozentrale und die Gefängnisse durch Luftangriffe zerstört wurden
1942 - Nach Ablauf der Frist lieferten sich viele Widerstandskämpfer nicht mehr der Nazi-Justiz aus, darunter auch Elisabeth und Gustav Bruhn
1943 - Die antifaschistische Tätigkeit wurde durch Gustav Bruhn und Walter Bohne fortgesetzt; durch V-Mann Alfons Pannek, der sich in die Gruppe als aktiver Illegaler ausgab, wurde Bruhns als erster der Gestapo ausgeliefert
Die Staatspolizeileitstelle Hamburg stellte bei Heinrich Himmler für Gustav und Elisabeth Bruhn, Hans Hornberger und Kurt Schill den Antrag auf „Sonderbehandlung“.
† 14. Februar 1944 - Ohne Gerichtsverfahren wurden die vier Kommunisten am 14. Februar 1944 in das KZ Neuengamme gebracht und dort am gleichen Tag im Exekutionsbunker ermordet. Sein Sohn Heinrich Bruhn lebte in der DDR und war Professor an der Sektion Journalistik der Karl-Marx-Universität Leipzig.