Du brauchst (zumindest manches davon):
Taschenlampe
UV-Lampe
USB-Stick
Fernrohr
Feuerzeug
Spiegel
Spielkarten
Kamera mit Blitz
Stift und Zettel
1,26€ in Cent-Münzen
Klettergurt
3m Seil
IPod
Lineal
Neodym-Magnet
Lupe
Langscheidt-Wörterbuch Swahili-Deutsch
Trillerpfeife
Bergschuhe
2l Wasser
Helm
Schweizer Taschenmesser
Zwei Eiswürfel
Nasenhaartimmer
Gips
Walkie-Talkies
Schokoriegel
Pinsel
Dietrich-Set
ACHTUNG: Die angegeben Header-Koordinaten sind frei erfunden! Du musst zuerst das nahe liegende TB-Motel von Bonnie und Clyde finden, in dem du die Koordinaten für deine Reise finden wirst. --> TB-Motel GC5XWJ6
Dauer: ca. 2 h
Viel Spass wünschen Patric1 und Linababy6
„Na Kleines, Lust auf `nen Drink?“
Noch bevor sie sich umdrehte, konnte sie den nach Tabak und Alkohol stinkenden Atem des Mannes riechen, der sich mit dem penetranten Geruch getrockneten Schweißes zu vermischen schien. Sie war solche Düfte schon gewöhnt. Die meisten Männer, denen sie begegnete, rochen derartig.
Mit einem charmanten Lächeln drehte sie ihren Hocker in seine Richtung und strich sich das blonde schulterlange Haar zurück. „Sie können wohl Gedanken lesen.“ Sie kicherte scheu. Sein arrogantes selbstgefälliges Grinsen brachte beinahe ihre Erbsensuppe wieder nach oben.
„Ich weiß halt was Frauen wollen. Zwei Macallans!“ bestellte er und ließ seine raue Hand auf ihrem Schoß liegen.
Perfekt. Sie schürzte verführerisch die Lippen. „Ein Mann mit Geschmack“, bemerkte sie.
„Ansonsten würde ich nicht Ihre Gesellschaft aufsuchen, Ma´am“, erwiderte er und zog seinen Hut. Sie lachte laut und ließ einen bewundernden Blick über seinen Oberkörper schweifen, wobei er einen Tick zu lange auf dem aus seiner Weste hervorstehenden Lederstück verweilte. Und während ihr Gönner gerade damit beschäftigt war, sich an seinem Witz zu erfreuen, warf sie einen schnellen Blick über die Schulter, zu der dunklen Gestalt in der rechten Ecke der Bar. Dort, wohin den ganzen Tag kein Lichtstrahl fiel. Ihr Herz klopfte schneller. Adrenalin schoss durch ihre Adern. Ruhig, sagte sie sich. Ihr Gegenüber durfte nichts merken.
Geduld.
Es war dunkel geworden. Sie fröstelte als sie durch die Tür ins Freie traten. Er wankte nur noch. Sie spürte seine Vorfreude und Gier über das was nun passieren würde. Das, was er glaubte, das nun passieren würde.
„Mein Motel ist gleich ums Eck, nur ein paar Fußschritte.“ Grob schlang er seinen Arm um sie und presste sie an seine feuchte Brust. Nicht nur einmal hatte er den Whiskey auf sein Hemd verschüttet. Mit einer schnellen Drehung wand sie sich unter seinem Arm durch und lief ein paar Schritte voraus.
„Du kleines, heißes Luder, dir werde ich deine Unsitten schon austreiben!“ Sie lachte nur, doch es klang nicht mehr so liebreizend wie zuvor. Mit einem Mal konnte sie die Anwesenheit einer dritten Person fühlen. Gänsehaut machte sich auf ihren Armen breit aber sie zwang sich nicht nach hinten zu sehen. Und dann war es auch schon wieder weg. Er war abgebogen.
Sie sprang von der Straße und drängte sich auf die schmale Gasse zwischen zwei Häusern. „Dann tu es schnell, sonst hast du bald keine Zeit mehr dazu.“ Er folgte ihr wie ein Hündchen. Wankte ihr nach, streckte die Arme nach ihr aus machte Schmatzgeräusche. Widerlich. Sie verdrehte die Augen und konnte es kaum erwarten ihn um Gnade winseln zu hören. Elendiger Köter. Geschmeidig glitt sie ums Eck und griff blitzschnell nach den Seilen, die auf der Wiese auf sie warteten. Hinter ihr gähnte die schwarze Leere des Waldes. Von der Straße dröhnte das Gelächter und Gerede der Einwohner zu ihr.
Er war schon hier. Endlich.
„Wo bist du denn, Süße?“ rief Hamer. Er bog um die Ecke… und starrte in den Lauf einer Waffe.
„Überraschung“, lachte Bonnie und genoss sein dämliches Gesicht. Mit geübten Händen begann sie ihn sorgfältig und fest einzuschnüren während ihm Clyde die Pistole an die Stirn drückte.
„Tststs, erinnerst du dich denn gar nicht mehr an uns?“ Clydes tiefe schneidende Stimme erhellte die Nacht. Oh, wie sie seine Stimme liebte.
„Parker und Barrow“, grummelte Hamer. Offenbar hatte der Whiskey noch Reste seiner Gehirntätigkeiten übrig gelassen. Aber so machte es ohnehin mehr Spaß. Bonnie fand es langweilig, wenn ihre Opfer nichts von ihren Heldentaten mitbekommen.
„Exakt.“ Clyde grinste sein freches Grinsen. Das Grinsen eines spitzbübischen Jungens, wenn da nicht die eisige Kälte seiner Augen wäre. Nur wenn er Bonnie ansah, konnte sie den Hauch von Wärme darin erkennen.
„Ich habe mich so auf unser Widersehen gefreut. Darf ich vorstellen, meine bezaubernde Bonnie.“ Sie knickste geschmeichelt und schenkte ihrem Liebsten ein verliebtes Lächeln. „Endlich hab ich die Chance, dich Nervensäge aus dem Weg zu räumen, Hamer. Und du bist uns sofort in die Falle gegangen.“ Clyde nickte ihr zu und sie griff eifrig in Hamers Westentasche und zog den Lederbeutel heraus.
Darin waren sie… die beiden Schlüssel zu ihrem endlosen Glück. Die zwei berühmten Schlüssel der Truhe von Orfee. Sie sprang zu Clyde und drückte ihm ein Küsschen auf die Wange.
„Sehr gut Babe. Und jetzt werden wir dieser Nervensäge endlich den Garaus machen.“
„Das würde ich an deiner Stelle nicht machen Barrow.“ Mit einem Mal klang die Stimme von Hamer ganz klar. Nicht so zitternd und trunken wie zuvor. Bonnie erschrak. Clyde reagierte blitzschnell. Er packte Hamer mit nur einem Arm, presste ihn gegen die Wand und hielt ihm die Pistole an die Schläfe.
„Du wolltest uns reinlegen.t“ zischte Clyde wütend.
Hamer lachte nur. „Eure Arroganz hat euch unvorsichtig gemacht. Nur wenn man berühmt ist, sollte man nicht nachlässig werden. Das FBI ist in der ganzen Stadt. Wenn du mich erschießt, wissen sie sofort, wo ihr seid.“
Clyde kniff die Augen zusammen und musterte Hamer misstrauisch. Sagte er die Wahrheit oder bluffte er?
„Du widerliches Schwein“, fluchte Bonnie und verpasste ihm eine Ohrfeige, die ihn abermals gegen die Wand stieß. Er atmete laut ein schloss die Augen. „Schatz was willst du tun?“
„Shit happens“, meinte Clyde nur und sie kam nicht umhin, als wieder einmal seine Ruhe und Überlegtheit in stressigen Situationen zu bewundern. Er war so stark und mutig. Deshalb war er der Beste. Er zog sein Jackett aus und legte es ihr über. „Es ist kalt, Babe. Lass uns gehen.“
Glücklich schmiegte sie sich in seine warme, wohl riechende Jacke und steckte den Lederbeutel mit den Schlüsseln in die Innentasche. Clyde nahm sie bei der Hand und spazierte in Richtung Wald.
„Warte kurz!“ rief Bonnie, nahm ihm die Pistole aus der Hand und schoss ihrem falschen Verehrer ins Knie. Er schrie und sie liefen durch den Wald.