…sein Pferd war von einer Lanze getroffen wiehernd zu Boden gegangen. Sein stolzer Reiter, der auf seinem Rücken schon viele 100 Kilometer aus Ungarn bis hier her geritten war, stürzte im hohen Bogen über sein nach vorne wegsackendes Pferd. Mit einer geschickten Rolle konnte er sich zumindest vor größeren Verletzungen schützen. Vom Adrenalin berauscht, funktionierte sein Körper wie eine Maschine, die kleine Blessuren einfach ignorierte. Mit einem Satz war István wieder auf den Beinen und schaute zu seinem am Boden liegenden Pferd, das schwer verwundet gegen den Tot ankämpfte.
Ein kurzer Augenblick der Trauer und des Schmerzes für seinen treuen Freund ließ alles um ihn herum verstummen.
Die Stille dauerte nicht lange an. Der ihm bekannte Kampflärm holte ihn wieder in die Schlacht zurück. Von seinem sterbenden Pferd aufblickend sah er das Getümmel von Franken, Sachen und Bayern, die Mann gegen Mann gegen die Seinigen kämpften. Inmitten dieses Kampfplatzes erblickte er eine markante Gestallt, die westlich (280°) von ihm mit einem langen Schwert auf seine Landsleute einhieb. Voller Zorn über den Verlust seines Pferdes legte István einen Peil in seinen kleinen Krumbogen und hielt intuitiv, der Entfernung entsprechend, 20° nach oben, spannte die Sehne und der todbringende Pfeil surrte mit einer V0 von 70m/s in einem idealen Bogenflug auf sein ahnungsloses Opfer zu.
Die markante Gestallt, auf die es Istváns Pfeil abgesehen hatte, war Bischof Ulrich, der als Geistlicher nicht nur für einen Sieg gegen die plündernden Ungaren betete, sondern direkt in das Schachtgeschehen mit Eingriff.
Ein Ritter, der für B. Ulrichs Schutz auf dem Schlachtfeld verantwortlich war, berichtet: „Ich habe einen Ungarn ohne Pferd relativ weit von uns an der Position N48-09.712 E010-50.679 gesehen, der sein Bogen in unsere Richtung spannte. Von einem Pfeil, der meinen Bischof hätte treffen sollen, wisse er nichts. Als wenn eine göttliche Hand alle Pfeile von ihn abgehalten habe. Mein Bischof hat mit göttlicher Kraft weiterhin auf die Ungaren eingedroschen. Später im weitern Schlachtverlauf….“
So wurde 955 n.C. die ungarische Reiterarmee von Horca Bulcsu geschlagen und auf dem Rückzug fast völlig vernichtet.
Die Schlacht auf dem Lechfeld unter König Otto (später deutsche Kaiser) war ein großer Erfolg und hatte weitreichende historische Folgen für die Entwicklung der deutschen Nation.
Über das Schicksal von István ist nichts überliefert. Wahrscheinlich hat er wie viele seiner Landsleute sein Leben auf dem Rückzug an den Wall-Anlagen östlichen des Leches verloren.
Der Peil den Bischof Ulrich hätte treffen sollen, ist aber weiterhin ein Rätsel. War es wirklich göttliche Fürsorge?
Wenn du am Ende deiner Forschung angekommen bist, kannst du in diesem Dokument nachschauen: GeoChecker.com.
Mehr Wissenswertes über die Schlacht auf dem Lechfeld ist bei Wikipedia zu finden.