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Hagenfels Multi-Cache

Hidden : 2/1/2015
Difficulty:
1.5 out of 5
Terrain:
3 out of 5

Size: Size:   micro (micro)

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Geocache Description:


Hagenfels

Des Herzogs Brückenkopf nach Berchtesgaden

Grundriss des Burgstalls Hagenfels

Ein nur kurzlebiges Gastspiel sollte der Burg Hagenfels beschieden sein. Da der Berchtesgadener Propst Ulrich Wulp sein Land von den Expansionsgelüsten des Salzburger Erzbischofs bedroht sah, gestatte er dem Bayernherzog Friedrich auf Berchtesgadener Grund und Boden – hart an der Grenze zu Salzburg – den Bau einer mächtigen Befestigungsanlage. Dieser über Jahrhunderte hinweg strittige Landstrich vor dem Hallthurm war durch einen Zaun aus Wiesen und Dornengeflecht gesichert, im Mittelhochdeutschen Ha(a)g bezeichnet, weshalb die um 1379 errichtete Burg „Hagenfels“ genannt wurde. Im Vorfeld war der bis dahin dichte Urwald bis zum Grenzbach, dem heutigen Klausgraben, früher Schwarzbach, großzügig gerodet worden, um für die Befestigung den nötigen Platz zu schaffen. Um die Allianz zwischen Bayern und Berchtesgaden und eine mögliche bayerische Inbesitznahme der Propstei zu unterbinden, ließ der Erzbischof den Probst kurzerhand absetzen. Am 15. April 1382 nahm der Bayernherzog von Hagenfels aus Berchtesgaden im Handstreich, jedoch vermutlich ohne kriegerische Gewalt und Blutvergießen. Gleichwohl entwickelte sich von Seiten Salzburgs angestachelt eine ausgeprägte Propaganda gegen ihn, wie sie sich noch heute in der Mordau-Sage widerspiegelt.

Nach der Aneignung Berchtesgadens wurde Hagenfels zur wichtigsten militärischen Basis für die Sicherung der Verbindungslinie von Reichenhall in die Propstei. Die in ihren Außenanlagen etwa 600 Meter von Nord nach Süd ausgedehnte Burg besaß in ihrem Zentrum einen Wohnturm, auf einem Ausläufer des Lattengebirges südwestlich des Hallthurm gelegen. Bewusst umging man den Hallthurm und führte den neuen Weg nach Berchtesgaden im höher gelegenen Gelände knapp achthundert Meter durch die neue Burg, die mit weitläufigen Mauerzügen und Wallanlagen ausgesprochen stark befestigt war. Vom äußeren Burghof führte zudem ein Weg hinauf zu den Rotofentürmen, wo sich bis heute der Flurname „Hoher Schrankbaum“ erhalten hat, möglicherweise ein Indiz für einen Kontrollpunkt im hochalpinen Gelände. Mit der Burg und ihren Außenwerken schuf der Bayernherzog einen militärischen Brückenkopf, der die künftige Herrschaft über Berchtesgaden garantieren sollte. Indem er die neue Straße zwischen dem bayerischen Reichenhall und dem besetzten Berchtesgaden kontrollierte, hebelte er die Funktion des Hallthurms als Sperranlage aus. Seine Burg hingegen avancierte zur neuen Passbefestigung, die in solch exponierter Lage außerordentlich einschüchternd gewirkt haben muss.

Im Juli/August 1382 holte der Erzbischof zum Gegenschlag aus: Salzburger Söldner eroberten die wichtigsten militärischen Basen in Berchtesgaden, namentlich den Hallthurm, den Turm zu Schellenberg wie auch die neue Befestigung Hagenfels. Ein bald darauf geschlossener Waffenstillstand sah die Verwaltung über Hagenfels in der Hand eines unabhängigen Schiedsgerichts vor, ehe am 10. August 1384 ein Schiedsspruch das Schicksal der Anlage besiegelte: Innerhalb eines Monats sollte Hagenfels abgebrochen werden.

Die Schleifung der Befestigung Hagenfels wurde gründlich vorgenommen, wie die Spuren im Gelände heute noch eindrucksvoll zeigen. Vermutlich wurde der auf einer quadratischen Fläche (ca. 10 auf 10 Meter) zentral angelegte Wohnturm unterminiert, worauf er in den Nordabhang stürzte. Hier finden sich unzählige teils behauene Quader, doch erst 1954 wurde der Standort von Hagenfels entdeckt.

Der möglicherweise einst etwa 15 Meter hohe Turm war umgeben von einem Graben und einer dahinter befindlichen Mauer mit einer durchschnittlichen Mauerstärke von1,10 Meter. Gegen das flach geneigte Terrain im Westen befanden sich zwei hintereinander angelegte Vorwerke in Halbkreisform. Die gesamte Burg wurde zwischen zwei weitgehend parallel verlaufenden Schluchten angelegt, so dass die Anlage nur gegen das Tal hin gesichert wurde und bergwärts im Steilgelände verlief. Die Einbindung naturräumlicher Gegebenheiten in das Verteidigungskonzept wurde im Falle von Hagenfels in genialer Weise verwirklicht, weshalb die riesige Ausdehnung der Befestigungsanlage erst 2004 festgestellt werden konnte. Der Weg durch die Burg führte, sowohl von Reichenhall als auch Berchtesgaden, jeweils durch eine Einlasspforte, die möglicherweise nur mit einem festen Gatter verschließbar war. Dort, wo das alpine Gelände keinen natürlichen Schutz bot, errichtete man Mauerzüge mit Stärken von 0,90 bis 1,10 Meter. Wollte man zur Burg, die den Verkehr beherrschend kontrollierte, so zweigte der Weg gegen Osten hin ab und führte dann im rechten Winkel und auf einer steilen Rampe geradewegs zur Kernburg. Dort führte der Weg zuerst an den drei Seiten des Wohnturmes durch den Graben, ehe man von der Westseite in den Turm gelangte.

Quelle: Dr. Johannes Lang

Zum Cache:

Die Burg Hagenfels befand sich ABC Meter südwestlich von hier.

NFinale 47° 42. (B+3) (B+C) (A-3)
EFinale 012° 55. (A+C) (A-B) (A-3)

Additional Hints (No hints available.)