Oberhausen
Altersruhesitz mit Edelmannsfreiheit

Schloss Oberhausen
Bereits der Name deutet auf eine edle Behausung hin. Denn möglicherweise saß hier in einem aus Stein befestigten Haus bereits im Hochmittelalter ein adliger Gefolgsmann, entweder der Grafen von Plain oder der Erzbischöfe von Salzburg. Seit der Mitte des 14. Jahrhunderts finden sich erste Besitzer, so etwa Heinrich und Kunigunde von Oberhausen. Bereits damals hatte Oberhausen innerhalb der dörflichen Struktur eine herausragende Bedeutung und gelangte zu Beginn des 15. Jahrhunderts in die Hand von Reichenhaller Patritzierfamilien, unter anderem der Familie Kastner, die auch Kirchberg und Karlstein besaß. 1560 kaufte Wolfgang Yppenberger das Anwesen, ehe es sieben Jahre später um 600 Gulden in das Eigentum des Dr. Rochus Freymann überging, seines Zeichens Kanzler der Fürstpropstei Berchtesgaden. Obwohl höchster Beamter im unabhängigen Ländchen Berchtesgaden, strebte Freymann nach einem repräsentativen Wohnsitz auf dem benachbarten bayerischen Territorium.

Epitaph des Rochus Freymann
Indem er 2000 Gulden aufwendete, ließ er das alte Gebäude abreißen und in Hufeisenform von Grund auf neu errichten. Insgesamt vier Geschosse boten reichlich Platz für alle wichtigen Funktionen des Wohnens, des Wirtschaftens, des Speicherns sowie der Repräsentation. Ursprünglich war das neue Anwesen mit einer großzügigen Ringmauer umgeben, die jedoch bereits im 18. Jahrhundert nur mehr in Teilen erhalten war und mittlerweile gänzlich verschwunden ist. Eine mit Holzrohren geführte Leitung versorgte den Sitz Oberhausen das ganze Jahr über mit Wasser. Nur sehr wenige historische Darstellungen haben sich von Oberhausen erhalten, äußerst selten haben es die Kartographen des 17. Und 18. Jahrhunderts in ihren Kartenwerken bildlich dargestellt. Rochus Freymann, der 1576 als Kanzler von Berchtesgaden seinen Hut nahm, erlangte 1580 nach zähem Ringen mit dem Bayernherzog die sogenannte Edelmannsfreiheit, die ihn in Sachen der Niederen Gerichtsbarkeit, alle nicht mit dem Tod zu ahndenden Vergehen, aus dem Kompetenzbereich des eigentlich zuständigen Reichenhaller Richters befreite. Nachdem 1577 sein jüngerer Sohn verstorben war, beschloss Freymann einen Umzug in die Universitätsstadt Ingolstadt und den Verkauf von Oberhausen.
Die nunmehrigen Besitzer entstammten dem adligen Beamtentum in Reichenhall, darunter die Familien Scheuchenstuhl, Reßl und Zehenter. Ab 1647 bezog sich die Niedere Gerichtsbarkeit auch auf die zu Oberhausen gehörenden drei Bauerngüter mit ihren Einwohnern. Von 1649 bis 1717 war die Salzburger Familie Feyrtag Eigentümer von Oberhausen, die sich seit1653 nach ihrem neuen Sitz nannte. Durch eine einmalige Zahlung kauften sich die Schlossbesitzer von ihrem Grundherren, dem Salzburger Erzbischof, frei und konnten seit 1675 von ihren Untertanen sogar Hand- und Spanndienste verlangen. Während des Spanischen Erbfolgekrieges musste die Familie in den Jahren 1703 und 1704 verheerende Einquartierungen österreichischen Militärs hinnehmen. Beim Tod des alten Schlossbesitzer Dr. Franz Feyrtag waren die Anlage baufällig und das Inventar nahezu verschwunden.

Wappen derer von Feyrtag
Mit Joseph Honorat Anton von Zöpf gelangte eine Familie in den Besitz Oberhausens, die bereits über den Adelssitz Achselmannstein verfügte und hochrangige Beamte in Burghausen stellte. Nach dem Verkauf 1780 ging das Schloss in schneller Folge durch zahlreiche adelige Hände, ehe es ab 1812 in Herbergen aufgeteilt und stückweise verkauft wurde.

Schloss Oberhausen im 19. Jahrhundert
Einen Dachbrand im Jahre 1975 hat das Schloss glimpflich überstanden, noch heute präsentiert es sich weitgehend so wie zur Zeit seiner Erbauung 1576. Große Fenster, mit marmornen Leibungen versehen, lassen den repräsentativen Charakter des Gebäudes erkennen, wogegen der verteidigungszweck weitgehend in den Hintergrund getreten ist. Ohne Turmbekrönungen und durch den Verlust der einstmaligen Ringmauer wirkt Oberhausen heute aufgrund des mit Scharschindeln eingedeckten steilen Walmdaches eher bäuerlich-trutzig. Es hat nur wenig von jener Leichtigkeit, die man ansonsten mit einem Schloss gemeinhin in Verbindung bringt.
Quelle: Dr. Johannes Lang
Zum Cache:
Unter der Informationstafel sind drei blaue Schilder.
Auf dem obersten Schild seien die zwei obersten Ziffern AB, die zwei mittleren Ziffern C,D und die unteren zwei Ziffern E,F.
Auf dem mittleren Schild seien die drei obersten Ziffern GHI und die (mittleren/)unteren zwei Ziffern J,K.
Auf dem untersten Schild seien die zwei obersten Ziffern LM, die zwei mittleren Ziffern N,O und die unteren zwei Ziffern Q,P.
NFinale 47° 4 (N-O) . (B+G) (A-I) (J+K)
EFinale 012° 53. (H+D) (C-P+M) (F+E-Q)