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Marienglas in den Seweckenbergen 🌍 EarthCache

Hidden : 4/21/2015
Difficulty:
2 out of 5
Terrain:
4 out of 5

Size: Size:   other (other)

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Geocache Description:

Marienglas in den Seweckenbergen


Deutsche Version

Verlässt man Quedlinburg in östlicher Richtung und folgt dem Burgweg zur Gerstdorfer Burg erstrecken sich auf der linken Seite die östlichen Ausläufer des Quedlinburger Sattels: die Seweckenberge. Mit einer Höhe von etwa 210 m ü. NN überragen sie den Lehofberg bei Quedlinburg. Auf der höchsten Erhebung steht noch die Seweckenwarte, ein Überbleibsel des Quedlinburger Landgraben- und Wartensystem. Ein Besuch des Turmes lohnt sich, denn man hat einen hervorragenden Blick auf den Harz und sein Umland.

Seweckenwarte
Seit 2003 sind die Seweckenberge auf ca. 387 Hektar als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen. Im Geopark Harz. Braunschweiger Land.Ostfalen sind die Seweckenberge als Geopunkt 15 der Landmarke 9 zu finden.


Geologie:

Die Seweckenberge erstrecken sich auf einer Länge von 5 km und 2 km Breite innerhalb der Subherzynen Kreidemulde. Diese ist eine Senkungsstruktur, die sich auf der Sächsisch- Thüringischen Scholle befindet, und durch Störungen und Strukturzonen begrenzt ist. Sie wird im Norden und Nordosten durch die Flechtingen- Roßlauer Scholle, im Osten durch die Wittenberger Scholle, im Südosten durch die Halle- Hettstedter Gebirgsbrücke und im Süden durch die Harz-Scholle begrenzt.
Die Seweckenberge bestehen hauptsächlich aus hartem, nur schwer verwitterndem Muschelkalk. Er bildet einen steilen, symmetrischen Sattel, bei dem die nördliche und südliche Flanke des Sattels an der Erdoberfläche fast senkrecht einfallen und erst im Untergrund wieder in die Horizontale ausstreichen. Der Sattel entstand als Folge von mechanischer Mobilisierung von Salzgesteinen aus dem Zechstein (260 bis 250 Millionen Jahre) im Untergrund. Dieser Vorgang ist auch unter dem Begriff Salztektonik bekannt. Dies führte dazu, dass die älteren Schichten des Mittleren Muschelkalks (240 bis 238,5 Millionen Jahre) die benachbarten kreidezeitlichen Schichten (145 bis 66 Millionen Jahre) heute noch überragen.

Blockbild

BRAUCKMANN, C. & GRÖNING, E. (2011); nach WAGENBRETH, O. & STEINER, W. (1982)

In die Schichten des Mittleren Muschelkalks, der die höchsten Stellen des Höhenzuges bildet, sind Gips- Vorkommen eingelagert. Zu den vorkommenden Gesteinen dort gehören Mergelsteine, Kalksteine und Gipse. Trotz relativ geringer Mächtigkeiten der Gipsvorkommen wurden diese früher in Steinbrüchen in den Seweckenbergen abgebaut. Der Gips wurde hauptsächlich zu gebranntem Gips und Gipsmörtel verarbeitet.


Marienglas:

Als besondere Varietät des Gipses ist hier Marienglas zu finden. Marienglas (auch als Selenit bezeichnet) ist, im Gegensatz zu Gips, durchsichtig und plattig. Chemisch gesehen ist es wasserhaltiges Calciumsulfat in einer besonders reinen Form mit der Formel CaSO4·2 H2O. Der Name Marienglas entstand durch die Verwendung des Gesteins als Glasscheibenersatz vor Marienbildern und in Reliquienbehältern. Im Gegensatz zum damaligen Glas war Marienglas blasenfrei und gleichmäßig dick. Einige physikalische Eigenschaften von Marienglas sind:

- Mohs'sche Härte: 1,5 bis 2 (mit Fingernagel ritzbar)
- Dichte: 2,3 g/cm3
- Farbe: farblos
- Strichfarbe: weiß
- Transparenz: durchsichtig
- Glanz: Glasglanz bis Perlmuttglanz
- Löslichkeit: in Wasser schwer löslich

Marienglas als Form des Gipses entsteht bei der Eindampfung von salzhaltigen Meereswässern. In einem randlichen Meeresbecken wird durch eine Barriere der Zufluss ins Meeresbecken sowie der Abstrom ins offene Meer beschränkt. Bei aridem Klima, also wenn die Verdunstung höher als der Niederschlag ist, verdunstet das Meerwasser. Nacheinander kommt es zur Ausfällung der Minerale in Reihenfolge ihrer Löslichkeit. Die Reihenfolge dieses Eindampfungszyklus (Salinarzyklus) lautet: Kalzit (CaCO3), Dolomit (Mg, Ca CO3), Gips (CaSO4·2 H2O), Anhydrit (CaSO4), Steinsalz (NaCl), Kalisalz (KCl).

Salinarzyklus


Durch Lösung der oberflächennahen Salzgesteine durch Niederschlags- und Sickerwasser kann es zum Einsturz darüber liegender Schichten kommen. Es können dadurch teilweise recht tiefe Erdfälle, Schlotten oder Dolinen entstehen.


Besonderheiten:

In den Gipssteinbrüchen sind von den Steinbruch- Arbeitern etliche Fossilien aus dem Quartär (2,6 Millionen Jahre bis heute) gefunden worden. In die Schlotten, Dolinen und Erdfälle sind die Wirbeltiere hineingefallen und meist nicht mehr herausgekommen. Neben Knochen und Zähnen von Bären, Riesenhirschen, Wildpferden, Lemmingen und Wollnashörnern wurden vermutlich auch Überreste eines Mammuts gefunden. Die Knochen des Mammuts wurden 1663 von Otto von Guericke ursprünglich als Überreste eines Einhorns gedeutet.



Quellen:
BRAUCKMANN, C. & GRÖNING, E. (2011): Der Paläo- Zoo, Teil 3: Die Seweckenberge bei Quedlinburg – Typ-Lokalität für ein fossiles Fabelwesen. Jg. 17, H. 1; Schwerin.

MURAWSKI, H. & MEYER, W. (2010): Geologisches Wörterbuch.- 12. Aufl.: Heidelberg.

PATZELT, G. (2003): Nördliches Harzvorland, (Subherzyn), östlicher Teil. -Sammlung geologischer Führer, 96; Berlin, Stuttgart

REGIONALVERBAND HARZ E.V. (2010): Die 20 Landmarken der Harzregion. Landmarke 9 - Roßtrappe. Quedlinburg.

WAGENBRETH, O. & STEINER, W. (1982): Geologische Streifzüge, Landschaft und Erdgeschichte zwischen Kap Arkona und Fichtelgebirge.- (VEB Deutscher Verlag f. Grundstoffindustrie); Leipzig.


Aufgaben:


Begebt euch in die Schlucht. Wählt dazu den Zugangspunkt R2, der in den Wegpunkten vermerkt ist. Je nach Witterung der letzten Tage kann die T- Wertung schwanken. Bei trockenem Wetter liegt sie bei T = 3,5, bei nassem Wetter bei T = 4,5. Am Ende der Schlucht findet ihr einen großen Aufschluss. Seid bitte vorsichtig, es können auch Steine herabstürzen.
Um diesen Earthcache loggen zu können, möchte ich euch bitten, folgende Fragen zu beantworten:


1. Sucht euch ein Handstück Marienglas. (Es gilt auch hier die Devise: Nicht direkt aus dem Aufschluss schlagen, es liegen genug Handstücke auf dem Boden.)
Beschreibt das Gestein hinsichtlich Farbe, Glanz, Transparenz,... .

2. Wie unterscheidet sich das Marienglas vom ursprünglichen Gips?

3. Charakterisiert anhand des Handstücks die Spaltbarkeit von Marienglas (z.B. höchst vollkommen, vollkommen, gut, deutlich, undeutlich, keine Spaltbarkeit). Wie sehen die Spalt-/Bruchflächen aus?

Freiwillig könnt ihr noch folgende Aufgabe erfüllen:

Es ist keine Logbedingung, jedoch freue ich mich über jedes Foto, das ihr von euch mit dem Aufschluss oder einer interessanten Stelle, die ihr gefunden habt, macht und Eurem Log anhängt.



Schickt eure Antworten an mein Geocachingprofil. Danach könnt ihr sofort loggen. Falls ich noch Fragen an euch haben sollte, melde ich mich noch mal umgehend bei euch.



Crystalline gypsum in the Sewecken Mountains


Englische Version

Leaving Quedlinburg in an easterly direction and following the Burgweg to the 'Gerstdorfer Burg' you can see the eastern foothills of the Quedlinburg saddle on the left: the Sewecken Mountains. With a height of 210 meters it overtops Lehofberg near Quedlinburg. On the highest elevation there is still the 'Seweckenwarte', a remnant of the Quedlinburg observation point system. A visit of the tower is worthwhile, because there is a wonderful view of the Harz and its surroundings.

Seweckenwarte
Since 2003, the Sewecken Mountains are reported as a conservation area on approximately 387 hectares. The Sewecken Mountains are part of the 'Geopark Harz . Braunschweiger Land . Ostfalen' (Landmark 9, Geopunkt 15).

Geology:

The Sewecken Mountains extend to a length of over 5 km and a wide of 2 km within the Subhercynian Cretaceous Basin. This is a settlement structure, which is arranged on the Saxo- Thuringian massif. It is bordered by faults and structure zones. It is bounded by the 'Flechtingen- Roßlau massif' in the north and northeast, by the 'Wittenberger massif' in the east, by the 'Halle- Hettstedter Gebirgsbrücke' in the southeast and by the Harz massif in the south.
The Sewecken Mountains consist mainly of hard, difficult to weather Middle Triassic (shell limestone). It forms a sharp, symmetrical saddle, where the northern and southern edge of the saddle occurs almost vertically at the surface and spread in the underground back into the horizontal position. The saddle was created as a result of mechanical mobilization of salt rocks from the Upper Permian (260 million to 250 million years ago) in the subsurface. This process is also known under the term salt tectonics. It resulted in overlapping the older layers of Middle Triassic (240 to 238.5 million years ago) above the adjacent Cretaceous strata (145 to 66 million years ago) till now.


Blockbild
BRAUCKMANN, C. & GRÖNING, E. (2011); after WAGENBRETH, O. & STEINER, W. (1982)

In the layers of Middle Triassic, which is the highest points of the ridge, gypsum deposits are embedded. There occurring rocks are marls, limestones and gypsum. Despite the relatively low thicknesses of gypsum deposits they were formerly mined in quarries in the Sewecken Mountains. The gypsum was primary processed to burnt gypsum and plaster.


Crystalline gypsum ('Marienglas'):

As a special variety of gypsum crystalline gypsum (‘Marienglas’) can be found. ’Marienglas’ (also known as selenite) is, in contrast to gypsum, transparent and platy. Chemically, it is hydrous calcium sulfate in a very pure form with the formula CaSO4·2 H2O. The name ‘Marienglas’ is created by the use of the rock as glass replacement for Marie images and custodial. In contrast to the former glass the crystalline gypsum was free of bubbles and uniformly thick. Some physical properties of crystalline gypsum are:

- Mohs hardness: 1.5 to 2 (scratch with fingernail)
- Density: 2.3 g/cm3
- Colour: colourless
- Streak: white
- Transparency: transparent, clear
- Luster: pearly
- In water soluble: no

Selenite as a form of gypsum is formed by evaporation of saline sea water. In a borderless ocean basin the inflow into the ocean basins and the outflow into the open sea are limited by a barrier. In an arid climate, if the evaporation is higher than precipitation, the sea water evaporates. Successively the minerals precipitate in the order of their solubility. The order of this precipitation of minerals is: Calcite (CaCO3), Dolomite (Mg, Ca CO3), Gypsum (CaSO4·2 H2O), Anhydrite (CaSO4), Halite (NaCl), Potassium and magnesium salts (KCl).


Precipitation


Solving the near-surface salt rocks by precipitation can cause the collapse of overlying layers. Thus quite deep sinkholes and dolines can sometimes occur.


Special:

In the gypsum quarries many fossils have been found from the Quaternary (2.6 million years to the present). The vertebrates often have fallen in the sinkholes and dolines and usually no longer come out. In addition to the bones and teeth of bears, giant deer, wild horses, lemmings and wool rhinos probably remains of a mammoth were found. In 1663 the bones of the mammoth were originally interpreted by Otto von Guericke as remnants of a unicorn.


Sources:
BRAUCKMANN, C. & GRÖNING, E. (2011): Der Paläo- Zoo, Teil 3: Die Seweckenberge bei Quedlinburg – Typ-Lokalität für ein fossiles Fabelwesen. Jg. 17, H. 1; Schwerin.

MURAWSKI, H. & MEYER, W. (2010): Geologisches Wörterbuch.- 12. Aufl.: Heidelberg.

PATZELT, G. (2003): Nördliches Harzvorland, (Subherzyn), östlicher Teil. -Sammlung geologischer Führer, 96; Berlin, Stuttgart

REGIONALVERBAND HARZ E.V. (2010): Die 20 Landmarken der Harzregion. Landmarke 9 - Roßtrappe. Quedlinburg.

WAGENBRETH, O. & STEINER, W. (1982): Geologische Streifzüge, Landschaft und Erdgeschichte zwischen Kap Arkona und Fichtelgebirge.- (VEB Deutscher Verlag f. Grundstoffindustrie); Leipzig.


Tasks:


Move into the gorge. Therefor use the access point R2, which is noted in the waypoints. Depending on the weather of the last few days the T rating can vary. In dry weather, it is at T = 3.5 , in wet weather it is at T = 4.5. Be careful, rocks can fall down everytime.
To log this Earthcache, you have to answer the following questions:

1. Search a piece of selenite rock. (The rule is: Do not hit directly from the outcrop, there are enough hand pieces on the floor.) Describe the rock at the outcrop regarding its properties (colour, grain size, strength, luster, transparency...).

2. How does the Selenite differ from the original gypsum?

3. Characterize the cleavage of selenite. How appear the cleavage surfaces?

Voluntary you can achieve the following task:

It's not a condition, but we're happy about every photo of you with the outcrop or a place, which you find interesting, and attach it to the log.


Please send your answers to my Geocaching- Account. After that you can log this cache. If there are any questions, I'll contact you again.

Additional Hints (Decrypt)

Q: Wr anpu Jvggrehat qre yrgmgra Gntr xnaa qvr G- Jreghat fpujnaxra. Orv gebpxrarz Jrggre yvrtg fvr orv G = 3,5, orv anffrz Jrggre orv G = 4,5. RA: Qrcraqvat ba gur jrngure bs gur ynfg srj qnlf gur G engvat pna inel. Va qel jrngure, vg vf ng G = 3.5 , va jrg jrngure vg vf ng G = 4.5

Decryption Key

A|B|C|D|E|F|G|H|I|J|K|L|M
-------------------------
N|O|P|Q|R|S|T|U|V|W|X|Y|Z

(letter above equals below, and vice versa)