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Maritimes EarthCache

Hidden : 1/29/2015
Difficulty:
3 out of 5
Terrain:
2 out of 5

Size: Size:   other (other)

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Geocache Description:







Maritimes

Im Rahmen von früheren geologischen Exkursionen haben wir gelernt, dass weite Teile unserer näheren Umgebung während der Kreidezeit von Meerwasser überflutet waren. In einem exakt definierbaren Zeitraum (vor 96 Millionen Jahren beginnend, vor 88 Millionen Jahren endend) kam es zur Ablagerung der sogenannten Elbtalkreide, die ein wichtiges Zwischenglied zwischen der kaltgemäßigten Klimazone im Norden und den Warmwasserbereichen des Urmeeres Tethys im Süden darstellt. Sie wurde in einer recht engen Meeresstraße zwischen der Westsudetischen (Lausitzer) Insel und der Mitteleuropäischen Insel abgelagert und weist hinsichtlich ihrer Gesteinszusammensetzung und der eingeschlossenen Fossilien starke Ähnlichkeiten zu zeitgleichen Ablagerungen des Böhmischen Kreidebeckens auf:



Ebenso wie der benachbarte Aufschluss am Hohen Stein und der Aufschluss am Gamighübel wird der Aufschluss an der Heidenschanze den küstennahen Flachwassergebieten zugeordnet, die kreidezeitlichen Ablagerungen der sogenannten Dölzschen-Formation erfolgten hier ganz konkret während des Obercenomans vor 95 bis 94 Millionen Jahren.

Der Gamighübel selbst ist eine Granodiorit-Kuppe und damit ein Ausläufer des Lausitzer Granitmassivs, während am Hohen Stein und der Heidenschanze jüngere Gesteine des Meißener Massivs zu finden sind, Syenodiorite beziehungsweise Monzonite. Ein Blick in das sogenannte Streckeisen-Diagramm verrät uns die Zusammensetzung des Monzonits:



Der Hohe Stein ist nicht zuletzt durch seinen markanten Aussichtsturm und die exponierte Lage weithin bekannt. Dennoch ist der Aufschluss an der Heidenschanze der petrographisch interessantere Aufschluss, da nur hier gewaltige Monzonit-Gerölle horizontal mit kreidezeitlichen Sandsteinen, die die Basis bilden, verzahnt sind. Ein untrügliches Zeichen, dass wir uns im Bereich einer ehemaligen Steilküste befinden! Und wer die heutigen Urgewalten an den Steilküsten der Mittelmeerinseln kennt, hat eine Vorstellung, was vor knapp 100 Millionen Jahren passierte. Hier lebt Geologie!!



Macht euch nun ein Bild von den Gegebenheiten vor Ort. Schätzt dazu bitte die Höhe der Sandstein-Schicht und die Höhe der darüber liegenden Geröllschicht im Bereich der Listing-Koordinaten. Was fällt euch im Hinblick auf die Verwitterungsanfälligkeit beider Schichten auf?



Schaut euch die Monzonit-Gerölle genauer an! Welchen maximalen Durchmesser erreichen diese? Monzonit hat eine Dichte von etwa 2,7 g/cm³. Geht von einer ideal kugeligen Form aus und ermittelt das Gewicht der größten Gerölle. Gewaltig, oder?

Schlussfolgernd aus den obigen Fragen und Antworten fällt es euch sicherlich nicht schwer, eine Aussage über die damals vorherrschenden Ablagerungsbedingungen (sehr turbulent - weniger turbulent - ruhig) zu treffen. Folgende Grafik hilft euch dabei:



Ermittelt mit Hilfe eures GPS-Gerätes die Höhe des Aufschlusses über NN. Vor dem Hintergrund, dass die markanten Tafelberge der Sächsischen Schweiz zwischen 300 und 400 Meter hoch sind, könnt ihr im Wissen, dass seit der Ablagerung keine signifikanten Anhebungen oder Absenkungen der Umgebung erfolgten, sicherlich rasch eine vergleichende Aussage zum Alter der kreidezeitlichen Ablagerungen machen. Welche Ablagerungen sind älter?



Zum Abschluss eurer kleinen erdgeschichtlichen Exkursion macht bitte ein Vor-Ort-Foto von euch oder einem persönlichen Gegenstand als Anwesenheitsbeweis und fügt dieses eurem Online-Log hinzu! Hierbei handelt es sich um eine Logbedingung gemäß den Earthcache-Guidelines vom 10.06.2019!

Haltet nun ein Weilchen inne. Hört ihr das Rauschen des Meeres? Ach nein, es ist nur die nahe Autobahn 17. Kein Strandfeeling, aber allemal etwas Maritimes. Und das direkt vor unserer Haustür. Viel Spaß beim Erkunden!



Euren Vor-Ort-Besuch dieses Earthcaches dürft ihr sofort loggen. Parallel dazu beantwortet ihr mir bitte die im Listing aufgeführten Fragen. Nutzt dazu die Kontaktmöglichkeiten über mein Geocaching-Profil. Bei eventuellen Fehlern melde ich mich bei euch.

HINWEIS: Ich erwarte von euch eine Nachricht mit den Antworten und ein Vor-Ort-Foto im Log!

Bitte beachten: Wie fast alle geologischen Aufschlüsse ist auch der Aufschluss an der Heidenschanze ein Naturdenkmal. Die offiziellen Wege dürfen und müssen für diesen Earthcache nicht verlassen werden!

Quellen (29.01.2015):

http://www.senckenberg.de/files/content/forschung/publikationen/geologicasaxonica/60_1/01_geologica-saxonica60-1_2014_wilmsen_niebuhr.pdf
http://www.kreidefossilien.de/fundorte/klassische-fundstellen/dresden-coschuetz-heidenschanze
http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/5/58/Streckeisen_Monzonite.jpg
http://de.wikipedia.org/wiki/Monzonit

Bei den im Listing veröffentlichten Fotos handelt es sich um eigene Aufnahmen vom 29.01.2015.




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