Der Cache gehört zur Reihe „Untold Stories“. Dafür haben sich Jugendliche auf künstlerische Art und Weise mit bislang unerzählten Geschichten aus Stasi-Akten zur Friedlichen Revolution 1989 beschäftigt, hier mit Rap-Poetry. Die Caches führen an die Originalschauplätze der Geschichten oder in deren Nähe. In den Logbüchern der Caches findet ihr einen QR-Code und einen Link. Wenn ihr diesen folgt, könnt ihr mehr über die Geschichten erfahren und die Auszüge aus den Stasi-Akten lesen.
Am 4. September 1989 findet in Leipzig die erste Montagsdemonstration statt. Nach dem traditionellen Friedensgebet in der Nikolaikirche versammeln sich über 1.000 Menschen auf dem Vorplatz. In den Nebenstraßen ist die Volkspolizei angetreten. Die Zivilfahnder der Staatssicherheit sind auf ihrem Posten. Dann wird das erste Transparent hochgehalten. "Für ein offenes Land mit freien Menschen" steht darauf. "Reisefreiheit statt Massenflucht" heißt es auf einem anderen. Die Stasi-Mitarbeiter springen vor und zerren das Transparent herunter. Die Menge skandiert: „Stasi raus“. Alles geschieht unter den Augen der Westmedien, die während der Herbstmesse in der Stadt sind. Diese hält die Sicherheitskräfte an diesem Tag davon ab, massiv gegen die Demonstranten vorzugehen.
Am darauffolgenden Montag sieht es anders aus. Nach dem Friedensgebet in der Nikolaikirche werden Demonstranten und Passanten teilweise wahllos auf LKWs gezerrt und zugeführt (verhaftet). Auch eine junge Frau trifft das. Sie wird von den Sicherheitskräften verhört und zeigt dabei, dass sie sich nicht einschüchtern lässt.
In den darauffolgenden Wochen erfahren aber auch die Angehörigen der Volkspolizei die Auswirkungen dieses Vorgehens. Sie sind in ihrem Privatleben vermehrt Anfeindungen aus der Bevölkerung ausgesetzt und erfahren Benachteiligungen. So wird der Besuch eines Restaurants zum Spießrutenlauf. Ein Angehöriger der Volkspolizei berichtet in den Aktenauszügen von einer unangenehmen Begegnung auf dem Weg zu seinen Verwandten nach Markkleeberg. Vom Versteck des Caches aus habt ihr die S-Bahn-Strecke und den Bahnhof Connewitz direkt im Blick.
ACHTUNG: Der Cache befindet sich natürlich NICHT an den Bahnschienen! Betretet die Gleisanlagen nicht!

Der Text einer Teilnehmerin des Rap-Poetry Workshops
Quelle: BStU/Projekt „Untold Stories“