Entstehung der Braunkohle:
Braunkohle ist ein bräunlich-schwarzes, meist lockeres Sedimentgestein, das früher auch Turff genannt wurde. Wichtigste Bestandteile sind organische Stoffe wie Holz von abgestorbenen Bäumen, Sträuchern und Gräsern welche sich in Mooren sammelten. Mikroorganismen bauten zuerst Kohlenhydrate und Proteine, schließlich auch Zellulose und Lignin ab und es bildet sich Torf. Dieser Torf wurde durch Abdeckung mit Sedimenten großem Druck ausgesetzt. Dadurch wurde er von der Luft abgeschlossen und Wasser wurde entzogen. Dabei durchlief der Torf einen geochemischen Prozess. Dieser Prozess wird Inkohlung genannt. Bei der Inkohlung nehmen die flüchtigen Elemente und das Wasser der organischen Stoffe ständig ab. Der Kohlenstoffanteil nimmt ständig zu. Aus dem Torf wird die Braunkohle und würde der Prozess weiter laufen würde Steinkohle dann Anthrazit und zum Schluss sogar Graphit entstehen. Graphit besteht nahezu zu 100 % aus Kohlenstoff. Bereits bei einem Wassergehalt von 75% beginnt der Übergang von Torf zur Braunkohle. Bei 10% liegt die Grenze zwischen Braun- und Steinkohle. In junger Braunkohle ist noch Zellulose und Lignin zu finden. Im späteren Verlauf der Braunkohleentstehung nimmt die Zellulose und beim Übergang zur Steinkohle das Lignin ab. Industriell kann man dieses Verfahren nachbilden. Es wird hydrothermische Karbonisierung genannt. (Quellen: 1, 2)
Chemische Zusammensetzung:
Rohbraunkohle besteht im Schnitt aus 55% Wasser, 5% (2-20%) nichtbrennbare Bestandteile und 40% Kohle. Von Braunkohle spricht man bei asche- und wasserfreier Kohle deren Kohlenstoffgehalt zwischen 58 und 73%, deren Sauerstoffgehalt zwischen 21 und 36% und deren Wasserstoffanteil zwischen 4,5 und 8,5% beträgt. Braunkohle besitzt geringe Anteile verschiedener Spurenelemente und bis zu 3% Schwefel. Die Mitteldeutsche Braunkohle ist besonders schwefelreich. Im Durchschnitt beträgt diese 3,3% (2 – 5%). (Quelle: 1)
Verwendung der Braunkohle:
Braunkohle wird hauptsächlich als fossiler Brennstoff zur Energieerzeugung verwendet. Dabei besitzt die Rohbraunkohle circa 1/3 des Heizwertes von Steinkohle. Dies sind 8 Megajoule oder 2,2 kWh pro Kilogramm. Wenn man Braunkohle durch Trocknung aufbereitet erhält man einen Heizwert von 2/3 der Steinkohle.

Quelle: 5
Aber es gibt weitere Einsatzgebiete von Braunkohle. Sowohl Braunkohle als auch Steinkohle können zur Herstellung von Ammoniak und Methanol dienen, indem aus Kohle entsprechendes Synthesegas erzeugt wird. Außerdem sind durch Kohlehydrierung Benzine herstellbar. Weiterhin kann durch Schwelung der Braunkohle auf 600° Celsius Braunkohleteer hergestellt werden, der zu Paraffin oder Asphalt weiterverarbeitet wird. Auch verschiedene Gase, insbesondere Methan als Hauptbestandteil des Erdgases kann aus Braunkohle erzeugt werden. (Quelle: 6)
Das Braunkohlegebiet Bitterfeld:
Das Gebiet rund um Bitterfeld war ein wichtiges Abbaugebiet für Braunkohle. Das Bitterfelder Bergbaurevier ist Teil des Mitteldeutschen Bergbaureviers. Es befindet sich im südöstlichen Naturraum Sachsen-Anhalts. Zentrum des Gebietes ist die Stadt Bitterfeld-Wolfen. Im Norden von Delitzsch reicht das Gebiet in das Bundesland Sachsen. Deshalb wird es auch zur Naturraumkartierung Sachsens gerechnet. Im Süden schließt sich das Leipziger Land an.
Wichtige geologische Schichten des Bitterfelder Bergbaureviers sind Ablagerungen des braunkohleführenden Tertiärs sowie tertiäre und quartäre Deckschichten. (Quellen: 1, 3)

Quelle: 4
Der ursprüngliche Naturraum wurde durch den Menschen völlig umgestaltet. Kippen, Halden und Restlöcher sind landschaftsprägend. In Teilbereichen wird auch heute noch Braunkohle abgebaut. Die Vegetation ist aus der Landschaft überwiegend ausgeräumt. (Quelle: 4)

Quelle: 4
Der Saale-Komplex und die Auswirkungen auf das Braunkohlegebiet
Im Braunkohlerevier Bitterfeld wurde. während der Tagebautätigkeit viele große Geschiebe gefunden. Woher stammen sie? Ungefähr in der Zeit um 300.000 bis 100.000 vor heute gab es in Europa die zweite große Kaltzeit. Dabei trat eine Vergletscherung des skandinavischen Inlandeisschildes auf der in dieser Zeit bis zu Saale reichte und deshalb ihr den Namen Saale-Komplex oder Saale-Kaltzeit verlieh. Der Vorschub des Eispanzers brachte größerer Mengen an Sedimenten und Geschieben aus dem Skandinavischen Raum oder dem Ostseebecken. Der wohl größte Findling, der im Bitterfelder Braunkohlerevier von Bergleuten zu Tage gefördert wurde ist im Findlingspark Gröbern ausgestellt. Dieser aus Südschweden kommende klein- bis mittelkörnige Virbo-Granit wiegt ca. 42 Tonnen.

Die gelbe Linie zeigt den Vorschub des Saale-Glazial; Quelle: 7
Die Eiszeit und der vorschiebende Eispanzer hatte teilweise auch Einfluss auf die Braunkohleflöze. Die oberen Deckschichten wurden zum Teil abgetragen und die Flöze freigelegt. Im Bereich der Mulde wurden dann auch die Schichten der Braunkohle ausgeschwemmt und weggespült. In anderen Teilen des Braunkohlegebiets wurden die Flöze zusammengeschoben und dadurch manchmal auch mit Sedimentschichten vermischt.
Der Tagebau Goitsche
Das Gebiet des Tagebaukomplexes Goitsche liegt im Zentrum des Bitterfelder Braunkohlenreviers und umfasst eine Fläche von 62 km². Der Tagebaubetrieb begann im Jahr 1908 im Tagebau Holzweißig-Ost und endete im Mai 1991 im Tagebau Goitsche. In dieser über 80-jährigen Betriebszeit wurden rund 1,2 Mrd. m³ Abraum umgelagert und ca. 508 Mio. t Rohbraunkohle gefördert. Außerdem wurden in diesem Zeitraum die Einwohner der Ortschaften Paupitzsch, Niemegk, Döbern und Seelhausen umgesiedelt sowie die Bundesstraßen 100\/183\/184 und die Flussläufe von Leine, Lober und der Lober-Leine-Kanal verlegt.
Nachnutzungskonzept der Goitzsche
Durch die bergbaulichen Tätigkeiten im Sanierungsgebiet Goitzsche entsteht aus einem landwirtschaftlich geprägten Gebiet mit Auen und Grünland eine Wald- und Seenlandschaft. Sie ist geformt durch Einzelkippen mit unterschiedlichem Höhenniveau und Böschungssystemen verschiedener Neigungen. Für die Nachnutzung des Restlochverbundes Goitsche wird eine Zweiteilung angestrebt. Der nordöstliche Teil ist für eine überregionale touristische Erholung mit der Errichtung von Campingplätzen, Wassersportanlagen u.s.w. vorgesehen. Der südwestliche Teil wird als Schutzgebiet und Totalreservat für die ruhige Erholung ohne Bebauung und Verkehrswegen, jedoch mit Wanderwegen, Lehrpfaden und Aussichtspunkten, angelegt. Unter Beachtung des Naturschutzes ist jedoch die Einrichtung von lokalen Badestellen vorgesehen.
Durch den Verbund von 9 Tagebaurestlöchern entsteht so südöstlich von Bitterfeld eine Seenlandschaft von ca. 25 km² Wasserfläche und mehr als 66 km Uferlänge. Der Hauptsee erreicht eine Fläche von 13 km² und hat damit eine ähnliche Größe wie der Malchiner See in der Mecklenburger Seenplatte. Durch die Jahrhundertflut der Mulde im August 2002 ist der Pegel im Laufe von 3 Tagen um 7 Meter angestiegen. Diese musste im Nachherein wieder etwas abgesenkt werden. (Quelle: 4)

Quelle: 4
Quellen:
1. http://de.wikipedia.org/wiki/Braunkohle
2. http://de.wikipedia.org/wiki/Inkohlung
3. http://de.wikipedia.org/wiki/Bitterfelder_Bergbaurevier
4. Geologie und Restseeproblematik im Bitterfelder Bergbaurevier (PDF-Datei; 5,67 MB http://sundoc.bibliothek.uni-halle.de/diss-online/02/02H226/t3.pdf)
5. http://www.glokalchange.de/cms/p/boden_lokal_braunkohle3/
6. http://artikel.schuelerlexikon.de/Chemie/Entstehung_und_Verwendung_von_Braunkohle_und_Steinkohle.htm
7. http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Saale-Komplex&redirect=no
Nun zum Cache:
An den angegeben Koordinaten befindet sich ein durch den Mittelstand der Bitterfelder Region eingerichtetes Denkmal zu Ehrung der Bergleute 1966 vom BKW „Einheit“.
Vor Ort sieht man eine vom Raguner Bildhauer Markwald erschaffene und unter Denkmalschutz stehende Skulptur zweier Bergleute. Man findet einen kleinen Hundt (Förderwagen) auf Schienen. Des Weiteren sind zwei unterschiedlich alte und unterschiedlich weit verwandelte Baume ausgestellt. Einer könnte als Stuffen der Entstehung von Braunkohle aufgefasst werden. Zum Schluss gibt es noch zwei ausgestellte Großgeschiebe, die im Bitterfelder Bergbaurevier beim Abbau der Kohle gefunden wurden.
Logbedingungen:
Bitte beantwortet folgende Fragen und sendet für jeden Account die Antworten an mich über mein Profil. Wenn ihr euch ganz sicher seid alles richtig beantwortet zu haben, dann könnt ihr gleich loggen. Ansonsten wartet bitte meine Antwort und Logfreigabe ab.
Achtung: Benutzt bitte das Kontaktformular um an meine E-Mail zu senden und sendet eure E-Mailadresse mit. Nicht die "Send Message" Funktion nehmen. Das ist zu umständlich.
1. Die beiden ausgestellten Bäume könnten als Zwischenstufen der vollständigen Inkohlung einsortiert werden. Welche Stufe in Bezug auf Braunkohle würdest du für welches der beiden Exponate angeben? (Genau genommen ist der zweite nicht aus dem Prozess der Inkohlung, sondern eine Verkieselung. Bitte nicht daran stören.)
2. Versuche zu erkennen ob der Prozess der Verkieselung bei dem Älteren vollständig abgeschlossen wurde und begründe dies.
3. Auf welches Alter wird der ältere der beiden Bäume auf dem Infoschild vor Ort datiert?
4. Welche Angaben diesbezüglich werden für den jüngeren gemacht?
5. Um welche beiden Gesteinsarten handelt es sich bei den ausgestellten Großgeschieben? Beschreibe bitte Aussehen und Färbung der zwei Felsbrocken und ordne dies den Steinen zu.
6. Welcher Herkunftsort ist für das Gestein angegeben, welches auch als Edelstein bekannt ist?
7. Schaue dir noch den Stein an, der als edles Baumaterial bekannt ist. Welche Richtung weist die Schichtung dieses Stückes in der aktuellen Lage auf?
Hinweis zu Frage 8: Hier gibt es ein "Betreten verboten" Schild am Zugang. Dies könnt ihr ignorieren wenn ihr zu Fuß unterwegs seid. Es ist für motorisierte Passanten gedacht. Dies wurde auf einer Gemeindesitzung von Roitzsch bestätigt. Desweiteren führt hier ein Wanderweg entlang, der auch auf entsprechenden Karten eingezeichnet ist.
8. Zum Schluss begib dich zur der in der Nähe gelegenen Grube "Theodor". Siehe Referenzpunkt Aussicht Grube "Theodor" und deren Parkplätze. Hier kannst du ein früheres Tagebaurestloch bestaunen und was draus geworden ist.
Welchen Renaturierungszustand hat der ehemalige Tagebau und sind noch die Schichten der Braunkohle zu erkennen?
Über ein Foto von dir beim Cache würde ich mich freuen. Es ist aber keine Pflicht! Bitte achtet darauf, das das Schild nicht zu lesen ist.
Wenn dir der Cache gefallen hat, würde ich mich über einen Favoritenpunkt von dir sehr freuen.
PS: Am 1. Sonntag im Juli ist Tag des Bergmanns, dann hat nebenan die 6 KV Station geöffnet. Dort ist eine funktionsfähige Brikettpresse ausgestellt. Diese kann bei Bedarf in Betrieb genommen werden. Die Bergleute des dortigen Vereins haben sicherlich nichts gegen ein paar wissbegierige Cacher, die dort die Sachen mal angucken. Auch am WE sind immer mal Bergleute da, einfach mal höfflich fragen, ob man sich die Ausstellung mal ansehen kann.
Danke an Struppinetz34 für diese Info