Nach dem romantischen Candle Light Dinner an der Ueser Brücke kuschelten sich die beiden verliebten Wasservögel noch dicht - sehr dicht - aneinander. Am nächsten Morgen war Schnabbal wieder früh auf den dünnen Enten-Beinen, um der Liebsten ein „lecker Frühstück“ zu kredenzen. Gerade hat er den guten Tulip-Speck fürs Rührei in die Pfanne gehauen, als seine Cherie die Augen aufscklägt. Doch statt einem lieblicken Guten Morgen schnatterte sie etwas Unverständliches in den vor den Schnabel gehaltenen Flügel und rannte eilig an Schnabdel vorbei. Weit kam sie nicht, ohne sich kräftig zu übergeben. Schnabbel überlegte, ob die Magenverstimmung an seinen gebratenen Eiern liegen könnte. Die dufteten aber so herrlich, dass er diesen Gedanken schnall wieder verwarf. Einen kurzen Augenblick war er traurig, dass es mit der Romantik am Morgen wohl nichts mehr werden würde, aber dann freute er sich, dass er das Ei mit dem Speck jetzt nicht mehr teilen musste. So ist er halt, unser Schnabbel.
An den folgenden Tagen hatte seine Freundin ganz ähnliche Propleme, so dass schließlich ein Schwangerschaftstest durchgeführt wurde. Dieser zeigte nach kurzer Zeit zwei hellgraue Eier. Das Testergebnis war also positiv. Schnabdel fiel seiner Liebsten um den Hals und schnäbelte sie kräftig. Es ging jetzt zwar alles etwas schnell, aber egal - er sollte Vater werden. Die nächsten beiden Wochen waren noch einmal anstrengend. Zunächst musste ein größeres Nest gesucht werden. Für die beiden war das alte zwar groß genug, aber mit dem anstehenten Nachwuchs würde der Platz nicht mehr reichen. Dann wurde schon mal ein Kinderzimmer eingerichtet. Etliche Kliniken wurden besucht und dann musste Schnabbal auch noch mit zum Geburtsvorbereitungskurs. Was tut man nicht Alles fürs große Familienglück. Endlich war es soweit, die Wehen setzten ein. Bereits nach 2 Stunden lagen dann 6 bildhübsche Eier im Nest, die es jetzt nur noch auszubrüten gilt. Regelmäßig wechseln sich die beiden stolzen Eltern bei der Brutpflege ab. Seid schön leise, wenn ihr das Nest besucht. Wenn ihr genau hinhört, könnt ihr die beiden erleben, wie sie den Eiern das eine oder andere Kinderlied vorschnattern.