Hierzu gibt der folgende Artikel der MZ weitere Informationen:
Halle (Saale)/MZ 06.02.2013
Halles Straßen sind gefüllt mit riesigen Werbetafeln. Dabei ist vor allem wichtig: Werbung muss auffallen. Den Blick aber für das Unscheinbare haben die meisten längst verloren. Genau aus diesem Grund ist die Litfaßsäule beinahe in Vergessenheit geraten.
Die nostalgischen Werbeflächen fügen sich fast unbemerkt in das Stadtbild von Halle ein. Fragt man die Einwohner auf der Straße, wie viele Litfaßsäulen denn in der Saalestadt noch zu finden sind, liegen viele mit ihren Antworten weit daneben. Auf zehn bis höchstens 50 wird die Anzahl der noch verbliebenen nostalgischen Werbeträger geschätzt. Doch die Auskunft der Firma Ströer, die alle Litfaßsäulen in Halle betreut, überrascht: Mehr als 320 solcher "Annoncier-Säulen", wie sie einst genannt wurden, existieren noch in der Stadt.
Die Litfaßsäule scheint trotz ihres stattlichen Alters von mehr als 150 Jahren immer noch ein beliebtes Werbemedium zu sein. Neben der klassischen Plakatierung von Kunst-und Kulturveranstaltungen dient sie vor allem regionaler Firmen-Werbung.
Denn nach Angaben des Fachverbandes "Aussenwerbung" ist die Anzahl der Litfaßsäulen bundesweit rückläufig. Gab es 1998 noch rund 55 000 dieser Betonsäulen, sind es aktuell gerade einmal noch 37 500. Moderne Großflächenplakate dominieren hingegen inzwischen mit rund 154 000 Stück.
Auch Studenten der Universität Halle haben sich Gedanken zu dem langsam in Vergessenheit geratenen "Annoncier-Säulen" gemacht. Im Laufe eines Seminars der Medien- und Kommunikationswissenschaften zum Thema "Mediengeschichte" haben sie in ganz Halle Litfaßsäulen fotografiert. Erstaunt waren die Studenten vor allem über die beträchtliche Anzahl an Bildern, die dabei zusammenkam. Und: Die angehenden Akademiker mussten zu ihrem Erstaunen feststellen, dass man erst mit gezielter Suche die Litfaßsäulen bewusst wahrnimmt.
http://www.mz-web.de/halle-saalekreis/trend-renaissance-der-litfasssaeule-in-halle,20640778,21808774.html