"Biotopkomplex am Mühlenturm"
"Dolinenfeld bei der Mühlenruine südöstlich Alverdissen" auf dem Saalberg
Achtung – Naturschutzgebiet !
Bitte auf den Wegen bleiben, nichts zerstören !
Ihr dürft aber gerne einen Blick in den kleinen Steinbruch werfen (zwischen den Dolinen durch, ein paar Meter von der Strasse entfernt)

Auszug aus dem Landschaftsplan 06 „Oberes Begatal“, Kreis Lippe :
Jenseits eines Gebüschs liegt ein kleiner aufgelassener Steinbruch, auf dessen Sohle ein Kalkmagerrasen wächst, der gemäht wurde.
Es handelt sich hier um ein schutzwürdiges und gefährdetes Magergrünland aus ungenutzten, brachgefallenen Magerwiesen mit gesellschaftstypischer Artenkombination und Eutrophierungsstellen (mit Dünger angereichert, z.B.durch Landwirtschaft).
Die bis zu 8 m hohen, steilen Böschungen des Steinbruchs sind lückig mit Gehölzen bewachsen, die offenbar regelmäßig zurückgeschnitten werden.
Der gesamte Bereich stellt ein anthropogen (von Menschenhand) überprägtes Dolinengelände dar, das aus kavernösen (reich an Hohlräumen) Kalken und Dolomiten gebildet wird.
Dolinen und Erdfälle sind natürliche, meist trichterförmige Einstürze oder Mulden, die sich häufig in Karstgebieten bilden. In früheren Zeiten, als das Umweltbewußtsein noch nicht so ausgeprägt war wie heute, wurden diese als willkommene Schuttabladeplätze benutzt, in solche " Löcher " entsorgte man früher so ziemlich alles von Bauschutt, Grünschnitt bis zu Hausmüll. Bis in die siebziger Jahre des 19-ten Jahrhunderts war dies gängige Praxis, sodaß man davon ausgehen kann das viele Dolinen / Erdfälle heute nicht mehr sichtbar sind.
Die Geologie am Saalberg

Im südlichen Bereich des Extertals, bei Alverdissen, laufen die Keuperschichten aus, so dass die älteren Gesteine des Muschelkalks hier an die Oberfläche kommen. Am geologischen Profil des Extertals weiter oben im Listing kannst du das gut erkennen (siehe markierter Standort). Wenn du dich genau umschaust wirst du auch erkennen das es sich bei dem Gestein hier vor Ort um Kalkstein handelt, der hier an der Oberfläche zum Vorschein kommt. Bei den Erdfällen die hier im Umkreis ebenfalls zu finden sind (z.B. in Bad Pyrmont oder im Kalletal) verhält es sich jedoch so, das über dem Kalkstein noch eine weitere Gesteinsschicht liegt
Die Gesteine des Muschelkalks werden in mehreren Steinbrüchen abgebaut, da sie wegen ihrer relativen Härte gut für den Strassenbau geeignet sind.
Der Saalberg liegt an einem Sattel, der sogenannten Bad-Pyrmont-Piesberg-Achse.
Hier haben sich die Gesteinsschichten gehoben.

Auf der Linie Bad Pyrmont – Piesberg (bei Osnabrück) hat die Hebung ihr Maximum erreicht (Sattelkern), so dass südlich davon die Gesteinsschichten eine südliche Neigung besitzen.
Daher kommen im Bereich Barntrup / Blomberg wieder die Keupergesteine an die Oberfläche.
Doline, (slow. für Tal), trichter-, kessel- oder schlotförmige Hohlform im Karst mit unterirdischem Wasserabfluß.
Dolinen entstehen durch Lösungsprozesse im verkarstungsfähigen Untergrund. Entlang von Schwächezonen im Gestein versickert das Wasser, dabei werden die Gesteinsfugen durch Korrosion aufgeweitet.
Neben den von der Oberfläche her wirkenden Lösungsvorgängen können auch unterirdische einen bedeutenden Anteil an der Entstehung von Dolinen haben, wenn es über Höhlen im Gestein zu Nachsackungen oder Einstürzen kommt.
Die Durchmesser von Dolinen liegen zwischen wenigen Metern und über einem Kilometer. Der Dolinenboden kann von dem anstehenden Karstgestein gebildet werden oder von Sedimenten, bzw. Lösungsrückständen bedeckt sein.
Anhand der Genese werden verschiedene Dolinentypen unterschieden:

Lösungsdolinen entstehen durch oberflächliche Korrosion.
Sie besitzen oft Trichterform ( Abb. 2a ), wenn der Boden mit Sedimenten oder Lösungsrückständen bedeckt ist, die den Abfluß des Wassers verhindern, kommt es zur Korrosion am Rand, so daß die Dolinen eine schüsselartige Form erhalten.
Bei Sackungsdolinen (Erdfälle) sacken nicht verkarstungsfähige Deckschichten allmählich in die durch Lösung entstandenen Hohlräume im Liegenden nach( Abb.2d ).
Einsturzdolinen (Cenotes) entstehen durch den (plötzlichen) Einsturz des Gesteins über einer Höhle ( Abb. 2b ).
Bei Schwemmlanddolinen wird Feinmaterial der Deckschichten in den verkarsteten Untergrund ausgeschwemmt, so daß sich infolge des Materialverlustes die Hohlformen bilden ( Abb. 2c ).
Logfreigabe
Vor Ort findest du keine Informationstafel. Alles was du zum beantworten der Fragen brauchst, findest du vor Ort und im Listing.
Beantworte folgende Fragen an unser Profil oder direkt an teamchrithogo4more.de
a) Beschreibe den Unterschied zwischen einer Doline und einem Erdfall.
b) Warum hast du es hier mit einer Doline zu tun und nicht mit einem Erdfall ?
c) Beschreibe die Form der Doline . Welche Tiefe hat sie in etwa ?
d) Was sieht man alles an den Trichterwänden ?
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Ein Foto von dieser schönen Umgebung mit oder ohne dich auf dem Bild wäre nett, ist aber natürlich nur optional.
Quellenangabe:
Kreis Lippe, Landschaftsplan 06 Oberes Begatal
Geologie des Extertals, Herr Förster 1988, aus: Chronik des Extertals
Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg