Dieser EarthCache führt Dich zum Lüttringhauser Bach. In den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts hat es hier noch ganz anders ausgesehen. Der Bach wurde zu dieser Zeit begradigt und mit Beton eingefasst. Er dient damals als Abwasserleitrung für Lüttringhausen.
Heute ist von dieser Zeit glücklicherweise nichts mehr zu sehen. 1989/90 wurde der Bach vollständig renaturiert, da man zu dieser Zeit den Bach als Landschaftselement sowie Lebensraum neu entdeckt hatte bzw. ihm einen höheren Stellenwert einräumte. Uns eröffnet diese Entscheidung heute die Möglichkeit, eine relativ junge geologische Geschichte zu studieren, in der der Lüttringhauser Bach wieder begonnen hat, die Landschaft zu formen.

Die Landschaft um den Bach heute (zu sehen ist hier der Buscherhofbach)
Geologisch zeichnet sich der vor allem durch naturnahe Mäander mit Steilufern, Abbruchkanten, Aufweitungen, Verlandungsbereichen sowie Sand-, Kies- und Schotterbänken aus. Was bedeutet dies genau?
Unter Mäandrierung versteht man den Entstehungsprozess mehr oder weniger regelmäßig ausschwingende Flusskrümmungen. Die innere Uferseite des Mäanders wird Gleithang, die äußere Uferseite wird Prallhang genannt (siehe Abbildung unten). Da die Strecke, die das Wasser am Prallhang zurücklegen muss länger ist, als am Gleithang, ist die Fließgeschwindigkeit des Wassers am Prallhang deutlich höher als am Gleithang. Je größer die Fließgeschwindigkeit eines Gewässers ist, umso größer ist die Fähigkeit zur Erosion. Daher wird am Prallhang das Ufer nach und nach seitlich abgetragen (Seitenerosion). Am Gleithang wird dagegen aufgrund der geringeren Fließgeschwindigkeit die mitgeführte Sedimentfracht des Flusses ablagert. Auf diese Weise entsteht eine Wanderbewegung des Mäanders flussabwärts sowie eine immer weiter fortschreitendes, seitliches Ausschwingen des Flussbettes.
Beim Lüttringhauser Bach haben wir es mit einem typischen Mäander im Flachland zu tun. Seine Fließgeschwindigkeit ist relativ langsam, da das Gefälle nur mäßig ausgebildet ist. Auch erkennt man deutlich, dass der Achsen-Gradient hier gestaucht ist.
Schaust Du Dir den Bach genauer an, so stellst Du fest, dass er teilweise von Ufergehölz begleitet wird. In der Talaue sind großflächig Feuchtbrachen, Feuchtwiesen und zum Teil Großseggenrieder ausgebildet. Auch erkennst Du steilen Abbruchkanten am Prallhang sowie die Sand-, Kies- und Schotterbänken am Gleithang.

Mäandrierung (Quelle)
An obiger Koordinate findest Du einige Infos zum Thema. Schaue Dir dort den Lüttringhauser Bau genauer an und beobachten seinen Verlauf und wie er in den letzten Jahren die Landschaft geformt hat. Folge ihm dazu ruhig etwas in nord-östlicher Richtung.
Um diesen Earthcache zu loggen, beantworte bitte folgende Fragen per Email (Du brauchst nicht auf eine Logfreigabe zu warten, ich melde mich, wenn etwas nicht stimmt):
- Schaue Dir den Boden an einer Abbruchkante genauer an? Was denkst Du, was für ein Boden dies ist? Begünstigt er das Mäandrieren oder nicht? Für diese Aufgabe ist es einfacher, einen Blick auf den gegenüber der Infotafel verlaufenden Buscherhofbach zu werfen. Dieser ist näher einsehbar und die geologischen Zusammenhänge identisch.
- Folge dem Bach und versuche einen Eindruck von den Sand-, Kies- und Schotterbänken zu gewinnen. Welche Art Bänke kannst Du erkennen? Was sagt Dir das?
- Freiwillig: Über ein Foto von Dir am Lüttringhauser Bach würde ich mich freuen.
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Dieser Geocache verläuft durch das Naturschutzgebiet "Diepmannsbachtal". Bitte verhalte Dich entsprechend umsichtig und bleibe auf den offiziellen Wegen! Es ist nicht notwendig für den EarthCache, die offiziellen Wanderwege zu verlassen. |
Quellen: Wikipedia über Mäander