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Viel älter als die Dinos (Kinder-EC) EarthCache

This cache has been archived.

Bergziege999: Sehr schweren Herzens habe ich mich dazu entschlossen den Kinder-EC "Viel älter als die Dinos" zu archivieren.
Die Vegetation erobert sich im Sommer große Teile der imposanten Felswand des ehemaligen Steinbruchs zurück, so dass die Fragen des ECs nur im Frühling, Herbst und Winter eindeutig zu beantworten sind.
Laut Richtlinien darf der EC jedoch nicht während der gesamten Sommermonate deaktiviert sein.
Andere Fragen sind nicht möglich, da die Cacher aus Sicherheitsgründen (Steinschlag) nicht nahe zur Wand gehen sollen.
Insbesondere aber war der EC ja auch für Kinder und Rollstuhlfahrer gedacht, die die Fragen eindeutig von einem asphaltierten Wanderweg aus beantwortet haben.

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Hidden : 3/28/2015
Difficulty:
2 out of 5
Terrain:
1 out of 5

Size: Size:   other (other)

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Geocache Description:

Ein Earthcache besonders für Kinder – aber gerne auch für Erwachsene – am Kronberger Steinbruch.


Bitte nähert Euch nicht der Felswand – Steinschlaggefahr! Der EC kann vom Weg aus gelöst werden!



Könnt Ihr Euch vorstellen, wie lange 400 Millionen Jahre sind?

Eure Omas und Opas sind vielleicht 60 oder 70 Jahre alt.

Die Ritter zogen vor etwa 1.000 Jahren mit ihren Familien in die Königsteiner, die Eppsteiner und in andere Burgen ein.

Und vor etwa 225 Millionen Jahren bis vor etwa 65 Millionen Jahren spazierten Dinosaurier durch urwaldartige Landschaften, flogen über Berge und Täler oder schwammen in herrlich warmen tropischen Urmeeren.

Doch in der wirklich unvorstellbar langen Zeit vor 400 Millionen Jahren gab es weder Menschen, noch Dinosaurier. Und das war gut so. Denn in dieser Zeit, die man das Erdaltertum nennt, ging es in unserem friedlichen Taunus ganz schön rund. Überall brach aus Vulkanen 800 bis 1.000 Grad heiße Aschen-Glut tief aus dem Erdinnern hervor. Nach dem Ausbruch erstarrte die abgekühlte Lava zu Gestein und lieferte damit das Baumaterial für unsere Taunus-Berge. Etwa 100 Millionen Jahre später, also vor etwa 300 Millionen Jahren, wurde das vulkanische Gestein durch hohen Druck und hohe Temperaturen zusammengeschoben und zu Gebirgen aufgefaltet. Diesen Vorgang bezeichnet man als Gebirgsbildung oder Orogenese.

Ihr könnt den Vorgang einer Gebirgsbildung einfach nachvollziehen, indem Ihr ein Stück festeres Papier oder Alufolie auf den Boden legt und dann mit beiden Händen zusammenschiebt. Mit Euren Händen übt Ihr Druck auf das Papier oder die Alufolie aus und diese falten sich zu einem „Papier- oder Alufolien- Mini-Gebirge“ auf.

Zusätzlich geschah bei der Gebirgsbildung noch etwas anderes mit dem ehemals vulkanischen Gestein. Ein Stein wird durch verschiedene „ Teilchen“, sogenannten Mineralen gebildet. Die Steine unterscheiden sich dadurch, welche Minerale sie enthalten und wie diese Minerale im jeweiligen Stein angeordnet sind. Durch die hohen Drücke und die glühend heißen Temperaturen bei der Gebirgsfaltung wurde es den Mineralen im vulkanischen Gestein ziemlich ungemütlich. Also rückten sie hin und her und versuchten eine Lage zu finden, in der sie den hohen Druck und die Hitze besser aushalten konnten. Durch die neue Anordnung der Minerale und weil sich teilweise bisherige Minerale oft sogar in andere Minerale umwandelten, bildeten sich völlig neue Steine.

Diesen Vorgang der Gesteinsumwandlung nennt man Metamorphose und die neu entstandenen Steine Metamorphite.

Der Begriff Metamorphite bezeichnet eine Gesteinsfamilie. Das bedeutet, es gibt viele verschiedene Steine, die zu den Metamorphiten gehören.

Auch die Felsen, die Ihr im Kronberger Steinbruch seht, gehören zur Gesteinsfamilie der Metamorphite. Und das Familienmitglied des Kronberger Felsgesteins heißt Serizit-Gneis.

Der Serizit-Gneis ist wohl das älteste Gestein im Taunus. Na klar, werdet Ihr jetzt sagen, 300 Millionen Jahre, das ist schon was…………sogar viel älter als die Dinos.

Und außerdem werdet Ihr wahrscheinlich sagen, nun hat die Bergziege aber lange genug von alten Steinen erzählt. Jetzt wollen wir endlich den Earthcache lösen.

Also gut, dann ‘mal los an die Arbeit.

Bitte mailt mir (gemeinsam mit Euren Eltern) die Antworten über mein Profil.

Loggen könnt Ihr sofort und über ein Foto vom Steinbruch freue ich mich sehr.

  1. Bitte schaut Euch die Felswand genau an. Ich finde, dass der uralte Serizit-Gneis ein sehr schönes Gestein ist. Insbesondere, wenn die Sonne auf die Felswand scheint, schimmert sie in verschiedenen Farben. Bitte beschreibt, welche Farben Ihr erkennt.
  2. Wie im Listing beschrieben, wirkte auf die Felsen bei der Metamorphose jede Menge Druck und Hitze ein und das Gestein versuchte eine einigermaßen bequeme Position zu finden. So entstand die heutige Schichtung der Felsen. Was meint Ihr, ist das Gestein eher waagrecht oder eher senkrecht geschichtet?
  3. Wenn Ihr Eure Adleraugen noch ein bisschen schärfer stellt, könnt Ihr mir sicher auch mailen, ob diese Schichten eher regelmäßig oder eher unregelmäßig aussehen?
  4. Es ist immer schön und interessant, Steine auch durch Anfassen "näher kennenzulernen". Auf diese Weise fühlt man, wie unterschiedlich strukturiert Steine sind. Sicher habt Ihr auch schon bemerkt, dass es Steine mit einer ganz glatten Oberfläche gibt und andere so rau sind, dass sie ein bisschen in der Hand piksen. Und dann gibt es Steine, die wirklich "steinhart" sind und andere, die beim Befühlen bröckeln. Weil die Felswand im Kronberger Steinbruch bröckelt, das bedeutet, es fallen immer wider kleine und größere Gesteinsteilchen herab und weil Ihr Euch keinesfalls verletzen sollt, ist nun nochmal Klein-Adlerauge gefragt. Was denkt Ihr, sieht die Felswand eher glatt oder eher rau und schroff aus?

Ich wünsche Euch viel Spaß bei diesem Earthcache und würde mich sehr freuen, wenn ich bei Euch Freude und Neugier für das Wunder der Entstehung unserer Erde und der Gesteine geweckt habe. Liebe Grüße von Bergziege999.


Selbstverständlich freue ich mich auch sehr über Besuche erwachsener Cacher. Für Euch beschreibe ich im Folgenden noch einige zusätzliche geologische Besonderheiten der Felswand.

Im stillgelegten Steinbruch Trombelli bei Kronberg wurde Serizitgneis abgebaut.

Serizitgneis ist ein, für den Taunus-Südrand und die Region um Wiesbaden typisches Gestein, das früher als Material für Bauwerke und Sockelmauern diente. Das Gestein ist leicht zu verarbeiten, aber leider nicht sehr haltbar. Deshalb findet es heute kaum noch Verwendung für größere Bauwerke, sondern wird zum Beispiel für Gartenwegsplatten und Gartenmäuerchen eingesetzt.

Serizitgneis zeigt ein leicht schiefriges, flaseriges Erscheinungbild. Seine typische Färbung tritt im Kronberger Steinbruch deutlich hervor. (Siehe Frage 3.) Mineralogisch besteht Serizitgneis insbesondere aus Quarz, Hellglimmer (Serizit, feinschuppigem Muskovit) und den Grünsilikaten Chlorit und Epidot. Enthaltene Erze lassen sich im Kronberger Steinbruch an verschiedenen Stellen an rostigen Witterungsflecken, Feldspat lässt sich an weißen Körnern erkennen.

Serizitgneis zählt als metamorphes Gestein / Metamorphit zu den ältesten Gesteinen des Taunus. Im Paläozoikum vor über 400 Mio. Jahren förderten Vulkane rhyolitische (saure) und andesitische (intermediäre) Laven. Diese wurden bei der variszischen Orogenese (Gebirgsbildung) vor etwa 300 Mio. Jahren unter dem Einfluss hoher Temperaturen und hoher Drücke gefaltet, geschiefert und kristallisierten unter Glimmerbildung (Serizit!) zu Gneis, einem metamorphen Gestein.

Um den EC zu lösen, bitte ich Euch, die Fragen zu lösen, die Ihr im Listing unter der Beschreibung für die Nachwuchscacher findet und mir die Lösungen über mein Profil zu mailen.

Ich wünsche Euch viel Spaß beim Besuch des Steinbruchs und beim Finden der Antworten.
Quellen: www.region-frankfurt.de, Konzept zur Ausgestaltung eines GeoPfades, www.hlug.de, Geologische Karte Stadt Frankfurt, www.elkage.de, Serizitgneis.

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