An diesem Ort existierte bis 1930 ein kleiner Quellteich. Noch heute kann man deutliche Spuren dieses Feuchtgebietes oberhalb der Kalkformation erkennen. Markant fällt an dieser Stelle die mächtige Bank aus tuffigem Material ins Auge. Eine solche Formation nennt sich Kalktuff. Sie ist bisher die einzige, die im Pyrmonter Talkessel nachgewiesen werden konnte. Es handelt sich dabei um eine stark verkrustete Oberfläche aus Kalkablagerungen. In Europa kommt diese seltene Art von Kalkgestein im Falle begünstigender Umstände in Karstgebieten der feuchten, gemäßigten Warmklimazone vor.

Ob es zu Ausfällung von Kalk aus Karstwasser kommen kann und in welchen Mengen, hängt allgemein von klimatischen und geologischen Faktoren ab, vor allem aber von weiteren physikalischen und chemischen Bedingungskonstellationen, die regional oder lokal vorliegen müssen. Die günstigsten klimatischen Bedingungen bestanden während der rund zweitausend Jahre dauernden Warmzeit nach der letzten Eiszeit. In dieser Zeit (vor ca. 8.000–6.000 Jahren) lagen die durchschnittlichen Temperaturen in Mitteleuropa ca. 2 °C höher als heute, und es war niederschlagsreicher.
Die Sedimente reichern sich an, wenn stark kalkhaltiges Wasser an die Oberfläche dringt, der Säuregehalt sich schlagartig ändert und der Kalk dadurch ausfällt und sich ablagert. Die folgenden Faktoren müssen zu diesem Prozess erfüllt sein:
- eine relativ geringe Schüttung der jeweiligen Quelle,
- eine relativ große Verdunstungsoberfläche,
- ein günstiger Korridor der Wassertemperaturen,
- eine Veränderung der Druckverhältnisse und
- bestimmte Ionenkonzentrationen.
Oftmals wird dieser Prozess zusätzlich begünstigt, in dem sich in Quellnähe feuchtliebende Moose, Algen oder Ansammlungen bestimmter Bakterien ansiedeln und diese Organismen dem Wasser Kohlenstoffdioxid (CO2) durch ihren Gasaustausch entziehen. Durch den Entzug von Kohlenstoffdioxid steigt der pH-Wert des Wassers und damit sinkt die Löslichkeit von Kalk, der Kalk fällt aus. Die Kalksedimente können mit Raten von 0,01 mm/Jahr bei anorganischer und bis zu 20 mm/Jahr bei organisch mitinduzierter Ausfällung wachsen.

Hier unterhalb der Herlingsburg tritt Quellwasser zu Tage, da in dem Bodenhorizont unterhalb des Standorts, des sogenannten Mittleren Keuper, tonige Schichten liegen, in denen sich das Wasser sammelt und artesisch zur Oberfläche gedrückt wird. Die oberhalb gelegenen Bodenschichten, von der Herlingsburg aus bis hierher, sind klüftige Steinmergel-Keuper, durch die das Wasser durchrinnt und dabei mit Kalk angereichert wird.
Der ausgefällte Kalk, hauptsächlich Calziumcarbonat (CaCO3), legt sich als feinkristalline Kruste um alles relativ ruhende Kleinmaterial (Sand, Steinchen, Zweige, Blätter, Farne, Moose, Algenschleim, etc.). Je größer die Oberfläche für den Ausfäll- und Verdunstungsprozess ist, um so mehr Kalk wird abgelagert. Es entstehen durch Übergussschichtung nach oben und vorne wachsende Gebilde oder Polster. Weitere Moose wachsen über ihren sich verkrustenden Teil frisch hinaus; sie wirken wie kleine Reusen und bilden ein tragendes Gerüst. So können auch größere, fragile Gehänge („Nasen") oder brokkoliartige Muster entstehen.
Da diese Rahmenbedingungen nicht häufig zusammenkommen, sind solche Kalktuffbänke nur an wenigen Stellen im Weserbergland zu finden. Leider tritt heute kein Wasser mehr an dieser Stelle aus, sodass sich keine neuen Kalkkrusten bilden werden.
(Quelle: Wikipedia und Informationsdienst der Stadt Lügde)

Um diesen Earthcache loggen zu dürfen, solltet Ihr folgende Fragen beantworten:
1.) Im Listing sind die Voraussetzungen zur Entstehung von Kalktuff erklärt. Schau Dich nun um. Beschreibe, wie das Gestein hier nach Deinen Beobachtungen wohl entstanden ist.
2.) Kannst Du vor Ort Löcher und größere Lücken im Gestein erkennen? Wenn ja, wie ist das Eurer Meinung nach zu erklären?
3.) Ab welchem Jahr entstand hier kein weiterer Kalktuff und warum (Infotafel)?
4.) Ein Foto von Euch oder Eurem GPS vor der Bank würde mich freuen, ist aber optional. Es darf auch ohne Foto geloggt werden. Die Antworten könnt Ihr uns über die Mailfunktion in unserem Profil oder an TeamATG@icloud.com mailen. Ihr dürft dann sofort loggen. Wenn etwas nicht in Ordnung ist, dann melde ich mich.
Vom Parkplatz aus gibt es auch einen Kurzmulti ( GC5MZ63), der Euch den Weg zu diesem Ort ein wenig verkürzen sollte.
Bitte beachten:
Die offiziellen Wege müssen für diesen Earthcache zu keiner Zeit verlassen werden. Wie so oft bei Earthcaches gilt: Ihr dürft alles anfassen und näher betrachten, aber macht bitte nichts kaputt und entfernt auch nichts aus der Wand. Die nachfolgenden Generationen werden es Euch danken!
Viel Spaß beim Entdecken!