EarthCache

Achkarrer Schlossberg

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Hidden : 4/7/2015
In Baden-Württemberg, Germany
Difficulty:
4 out of 5
Terrain:
3 out of 5

Size: Size: other (other)

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Geocache Description:

Die aufgeschlossene Abfolge an vulkanischen Gesteinen am Achkarrer Schlossberg sind ganz besondere Gesteine, denn sie sind das Ergebnis sowohl von magmatischen als auch sedimentären Prozessen.



Dieser EarthCache befindet sich im Geotop – Rittersprung-Steinbruch. Geotope sind erdgeschichtliche Sehenswürdigkeiten der unbelebten Natur, die Erkenntnisse über die Entwicklung der Erde und der Entstehung des Lebens vermitteln. Sie dienen aber auch als Lebensraum von Tier- und Pflanzenarten. Bitte verhaltet euch entsprechend umsichtig und schont die Natur.


Vorsicht! Bitte seid auch auf eure eigene Sicherheit bedacht und begebt euch am Rittersprung-Steinbruch nicht direkt unter die Felswand, da hier Gefahr durch Steinschlag besteht. Eure Beobachtungen sowie die Beantwortung der gestellten Fragen könnt ihr auch bequem aus einigen Metern Entfernung vornehmen.


Auf den Spuren eines erloschenen Vulkans

Mit diesem EarthCache wollen wir Euch auf eine Reise tief in die Vergangenheit mitnehmen, als diese Region durch geologische Prozesse geprägt war, die dem Betrachter der Landschaft ein völlig anderes Bild gab.

Noch vor etwa 16 Millionen Jahren, im Zeitalter des Miozäns (Tertiär), ein zeitlicher Fliegenschiss in der Geologie, war der Kaiserstuhl ein aktiver Vulkan.

Damals bildete sich über einen Zeitraum von mehreren Millionen Jahren vulkanischer Aktivität, durch abwechselnde Eruption von Tuffen und Lavaströmen aus mehreren Schloten ein komplexer Schicht- oder Stratovulkan, der die damalige Oberrheinebene wohl mehr als tausend Meter überragt haben dürfte.

In seinem Innern bebte und grollte es. Rhythmisch schleuderte er Fragmente glühender Lavafetzen, vermengt mit Gesteinsfragmenten der Schlotfüllung sowie Rauch- und Aschefontänen hoch in die Luft. Heiße Gesteinsschmelzen aus dem Vulkanschlot und entlang von Vulkanspalten ergossen sich über die Hänge.

Wer damals diesen Ort besucht hätte, wäre auf unwirtliche Halden aus Geröllen, stark nach Schwefel riechende Dämpfe und Gase und bis zu 1200 Grad heiße Lavaströme gestoßen.


Habt ihr gewusst,

dass uns heute nur noch ein kleiner Teil des Vulkangebirges des Kaiserstuhls erhalten geblieben ist? Durch Jahrmillionen der Erosion bietet der Kaiserstuhl heute an vielen Stellen einen Einblick in sein Inneres und wir können so anhand seiner unterschiedlichsten Gesteine seine Entstehung verstehen und begreifen lernen.

Heute erschließen verschiedene alte Steinbrüche die unterschiedlichen vulkanischen Gesteine dieser Region. So auch der Rittersprung-Steinbruch am Achkarrer-Schlossberg.


Ganz besondere Gesteine

Die aufgeschlossene Abfolge an vulkanischen Gesteinen am Achkarrer Schlossberg sind das Ergebnis sowohl von magmatischen als auch sedimentären Prozessen.

Laven

Laven gehören zu den Ergussgesteinen. Sie fließen als glutheißer, zähflüssiger Strom direkt aus den Schloten oder Spalten eines Vulkans. Sie sind auch am Kaiserstuhl verbreitet und wurden im Wechsel mit Tuffen abgelagert. Mineralogisch gesehen gehören die Laven vom Achkarrer Schlossberg zu den Tephriten, sie sind silikatarm und enthalten über 50% Plagioklase (Kalk-Natron-Feldspäte). In einer ansonsten homogenen grauen Grundmasse sind viele mm-große schwarze Augite und oft auch weiße, rundliche Leucitkristalle ausgebildet.

Tuffe und Pyroklastite

Tuffe und Pyroklastite entstehen, wenn Magmen noch im schmelzflüssigen Zustand sowie Gesteinsfragmente unter hohem Druck aus dem Vulkan ausgeworfen werden. Größere Fragmente (vulkanische Bomben) fallen gewöhnlich unweit des Kraters nieder oder auch in den Krater zurück, kleinere Fragmente (Lapilli) auch in größerer Entfernung. Die feinen Aschepartikel schließlich werden oft viele Kilometer weit in die Atmosphäre getragen, bevor sie wieder auf die Erdoberfläche gelangen. Auf diese Weise entstehen sogenannte pyroklastische Ablagerungen unterschiedlichster Form, Größe und Zusammensetzung. Aufgrund der mineralogischen Zusammensetzung handelt es sich am Achkarrer Schlossberg um einen Tephrit-Pyroklastit (hier am Kaiserstuhl auch Tuffstein genannt).


Habt ihr gewusst,

dass mit dem Begriff Pyroklastit ein Gestein bezeichnet wird, welches größtenteils aus Fragmenten (Lavafetzen, vermengt mit Gesteinsresten der Schlotfüllung) besteht, welche bei vulkanischen Eruptionen erst durch die Luft geschleudert werden, bevor sie zur Ablagerung kommen.

So werden diese pyroklastischen Ablagerungen mit abnehmender Größe und Form der Bestandteile unterteilt in Agglomerate (miteinander verschmolzene gerundete große Lavabomben), Tuffbrekzien (große eckige Bruchstücke), Lapillituffe (erbsen-bis nussgroße Fragmente) und Aschen (wenige Millimeter, gleichmäßige Größe) bezeichnet.


Geologische Strukturen erkennen

Als Sedimentation wird allgemein die Ablagerung von Lockermaterial bezeichnet. Sedimente können sich später zu Gesteinen verfestigen.

Eine Schichtenfolge kommt meist durch die Sedimentation von unterschiedlichem Lockermaterial oder wechselnden Ablagerungsbedingungen zustande. Unterschiede können dabei sowohl in der mineralogischen Zusammensetzung, der Korngröße, der Färbung als auch in der räumlichen Anordnung und Verteilung der Gesteinsbestandteile bestehen.

Viele Sedimente und Sedimentgesteine entstehen durch Absatz von Partikeln in Wasser. Eine vertikale, gradierte Schichtung entsteht dadurch, dass die größeren Sedimentanteile schneller zu Boden sinken als die kleineren oder durch wechselnde Strömungsbedingungen.

Mit den während eines Vulkanausbruchs explosionsartig herausgeschleuderten Lavafetzen und Gesteinsfragmenten (Pyroklasten) verhält es sich ähnlich. Nur, dass es sich hierbei um ein anderes Medium, die Atmosphäre, handelt.

Somit können auch vulkanische Gesteine strukturelle Merkmale wie Schichtung, beispielsweise durch mehrere übereinander geflossene Lavaströme, aufweisen. Häufig haben sich auch innerhalb eines Lavastroms die früh auskristallisierten Minerale (die Einsprenglinge) noch beim Fließen in die Fließrichtung der Lava eingeregelt.


Habt ihr gewusst,

dass die genaue Untersuchung der Gesteine im Gelände es dem Geologen ermöglichen, Rückschlüsse auf die bei der Bildung der Ablagerungen vorherrschenden Bedingungen zu ziehen und damit eine Rekonstruktion der ehemaligen Umwelt vorzunehmen?

Anhand der Aufnahme von Lage, Zusammensetzung und Struktur der Schichten, kann man schließlich den damaligen Ablagerungsraum sowie die Lage des Förderschlots der Laven und Pyroklastite rekonstruieren.


Habt ihr gewusst,

dass man an der Fassade des Breisacher Münsters das Vulkangestein des Achkarrer Schlossbergs wieder findet?

Denn das herausragende Baudenkmal aus romanisch-gotischer Zeit wurde im Jahre 2004 mit Mauersteinen aus Achkarrener Tephrit-Pyroklastiten aus dem historischen Rittersprung-Steinbruch restauriert.


Wegbeschreibung

Nach dem ihr nun vieles über vulkanische Tuffsteine und deren Entstehung erfahren habt, begebt euch auf eine geologisch spannende und erlebnisreiche Wanderung.

Am einfachsten folgt ihr den Wegzeichen - Achkarrer Schlossbergpfad. Der Weg führt an sorgfältig bewirtschafteten Rebterrassen vorbei hinauf zu den Mauerresten der Burg Höhingen.

Am Wegesrand werdet ihr bereits aufgeschlossene Gesteine betrachten können.

Am Rittersprung-Steinbruch werdet ihr die Möglichkeit haben, die hier im Listing erwähnten Gesteine zu sehen und deren Gesteinsmerkmale erkennen und unterscheiden zu können.


Aufgaben

Um diesen EarthCache zu loggen, sollt ihr euch an den folgenden Wegpunkten mit den anstehenden Gesteinen befassen und hierzu Fragen beantworten:

WP - Achkarren 01

An der ehemaligen Abbauwand WP 01 sind mehrere Schichten pyroklastischer Tuffe zu erkennen. Was könnt ihr uns über deren Lagerung – horizontal oder steil gestellt – sagen?

Sind die Tuffe homogen in ihrer Zusammensetzung oder wechseln die Fragmente in ihrer Farbe und Größe?

Beschreibe Form und Ausrichtung der Pyroklastite. Sind diese sortiert, gerundet oder eckig, liegen die Fragmente aneinander oder sind Lücken zwischen den Fragmenten zu erkennen?

Wenn ihr dies mit den Informationen aus dem Listing vergleicht, was glaubt ihr, was könnte hier die Ursache für die Unterschiede sein?


WP - Achkarren 02

Begebt euch anschließend zu WP 02 und betrachtet die an der Felswand aufgeschlossenen Gesteinsschichten.

Vorsicht! Nicht an die Felswand herantreten, Steinschlaggefahr!

Könnt ihr hier eine Änderung zu WP 01 im Hinblick auf die Art der Zusammensetzung der Gesteinsschichten feststellen?

Beobachtet, sind alle Gesteine gleich? Was fällt euch hinsichtlich Lagerung, Schichtung und Klüftung auf?

Wenn ihr dies mit den Informationen aus dem Listing vergleicht, wie stellt Ihr Euch vor, wie diese Gesteine einst entstanden sind und hier abgelagert wurden?

Bitte beschreibt mit eigenen Worten kurz eure Beobachtungen.

Untersucht nun an WP 02 ein Handstück genauer mit einer Lupe und beschreibt uns was ihr hinsichtlich der Minerale und deren Farbe und Verteilung feststellen könnt.

Entspricht euer Handstück eher der Abbildung (1) oder (2)?



Bitte sendet eure Antwort per E-Mail an uns und logged diesen Earthcache. Falls es ein Problem mit eurer Antwort geben sollte, so melden wir uns, um es zu lösen. Wenn es kein Problem gibt, dann war eure Antwort richtig und der Log in Ordnung.

Falls ihr möchtet, könnt ihr noch ein Bild von euch selbst und/oder eurem GPS mit der Steinbruchwand im Hintergrund machen und es zusammen mit eurem Log hochladen (optional).


Additional Hints (Decrypt)

Rvara Trbybtraunzzre oenhpug vue uvre avpug; qbpu jäer rf orffre rvar (abeznyr) Yhcr qnorv mh unora.
Fcbvyreovyqre Noovyqhatra (1) haq (2) iretyrvpura.

Decryption Key

A|B|C|D|E|F|G|H|I|J|K|L|M
-------------------------
N|O|P|Q|R|S|T|U|V|W|X|Y|Z

(letter above equals below, and vice versa)



 

Find...

  • Abb. (1) - Typischer TuffsteinTypischer Tuffstein (Tephrit-Pyroklastit) mit durch Hämatit rötlich gefärbter Aschematrix und Bruchstücken basaltischer Tephrit-Laven mit zahlreichen Augit-Einsprenglingen (schwarz).
  • Abb. (2) - Tephritische LavaTephritische Lava mit zahlreichen Augit-Einsprenglingen (schwarz) und kugeligen Einsprenglingen von Leucit (weiß) in grauer Grundmasse, das hier sein gleichkörnig-feinkristallines bis porphyrisches Gefüge zeigt.
  • Abb. (3) - Essexit-PorphyrVulkanisches Ergussgestein mit zahlreichen Augit-Einsprenglingen (schwarz) in grauer Grundmasse und kleinen, kugeligen Einsprenglingen von Leucit (weiß), das hier sein porphyrisches Gefüge zeigt. Mit durch spätmagmatische, hydrothermale Mineralumwandlungen erfüllten Blasenhohlräumen (weiß). Diese können neben Zeolithen auch mit Calcit gefüllt sein. Bildbreite entspricht etwa 8 cm.
  • Abb. (4) - Lapilli-TuffbrekzieVerfestigte (Lapilli) Tuffbrekzie, mit großen, eckigen Bruchstücken an Gesteinsfragmenten (graubraun), in feinkörniger Tuffmasse (hellgrau). Bildbreite entspricht etwa 20 cm.
  • Abb. (5) - Tephrit-AgglomeratStark verfestigte, pyroklastische Ablagerungen (Tephrit-Agglomerat) mit großen, miteinander verschmolzenen Fragmenten. Charakteristisch sind die gerundeten Lavabomben, die darauf hindeuten, dass das Material zur Zeit des Auswurfs noch schmelzflüssig war. Bildbreite entspricht etwa 3 Meter.
  • Abb. (6) - Pyroklastische AblagerungenPyroklastische Ablagerungen (Tephrit-Agglomerat) mit großen, miteinander verschmolzenen, gerundeten Fragmenten. Mit dunkelgrauen und roten, beim Ausbruch durch Kontakt mit Sauerstoff oxidierten tephritischen Bruchstücken und Lapilli. Bildbreite entspricht etwa 1 Meter.
  • Achkarrer Schlossberg (Hintergrundbild)

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Last Updated: on 2/17/2017 2:11:25 AM (UTC-08:00) Pacific Time (US & Canada) (10:11 AM GMT)
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