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Money, money, money 9 - Geldnot? Notgeld! Mystery Cache

Hidden : 4/16/2015
Difficulty:
4 out of 5
Terrain:
2 out of 5

Size: Size:   small (small)

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Geocache Description:




Money, money, money 9
Geldnot? Notgeld!

V1.1
1000 Kronen
Bevor Österreich am 20. Dezember 1924 die Einführung des Schillings beschloss - der dann am 01. März 1925 eingeführt wurde - war die offizielle Währung der Österreichisch-Ungarischen Monarchie die Krone. Während man die Krone in Österreich in 100 Heller einteilte und es auch entsprechende Münzen gab, teilte man in Ungarn die Krone in 100 Filler. (Der Filler war später übrigens auch noch die Unterteilung des ungarischen Forints.) In beiden Ländern gab es entsprechende Scheidemünzen, die aus Nickel und Kupfer gefertigt wurden.

In der Zeit während und nach dem 1. Weltkrieg herrschte in Österreich eine hohe und zeitweise sogar galoppierende Inflation. Zwischen 1914 und 1921 verdoppelten sich die Preise jährlich. Im Herbst 1921 begann eine Hyperinflation mit Preissteigerungen von 50 % pro Monat, bis sich im August 1922 die Preise dann sogar monatlich verdoppelten! Die Lebenshaltungskosten erreichten bis Sommer 1922 das 14.000fache der Vorkriegszeit.

Das Nickel und Kupfer der Münzen wurde aufgrund der großen Kriegsnachfrage immer mehr wert, während der Geldwert der Münzen immer weniger wurde. Irgendwann überstieg der Metallwert dann den Nennwert und auch die letzten Heller-Münzen verschwanden. Ein ähnliches Schicksal ereilte übrigens auch vor ein paar Jahren die alten 5-Schilling und 10-Schilling-Münzen aus Silber.

Am 21. November 1918 musste der Finanzminister daher den Gemeinden die Ausgabe von Notgeld gestatten. Notgeld (in Heller) durfte aber nur anstatt der Scheidemünzen geschaffen werden. Das Recht Banknoten (in Kronen) zu drucken, verblieb bei der Nationalbank. In Oberösterreich war es im Herbst 1919 die Stadt Linz, die das erste Notgeld herausbrachte. 1920 waren es dann über 400 Gemeinden, aber auch andere Institutionen wie Kaufleute und Vereine, die in OÖ Notgeld herausgebracht hatten.

Bald war es mit diesem Spuk auch schon wieder vorbei, da aufgrund der Inflation bis 1921 der Druck schon viel zu kostenintensiv war, um so wertlose Heller zu drucken.

War das Notgeld anfangs noch sehr lieblos gestaltet, entwickelten sich später teilweise richtige Kunstwerke daraus. Aber auch durchaus interessante Weisheiten wurden aufgedruckt, wie z.B. in Ebelsberg:

„Papieren der Schein,
ganz niedlich und fein,
er kündet der Welt:
Wir haben kein Geld.“

1922 gelang es dann mit Hilfe des Völkerbundes - die Vorläuferorganisation der UNO - die Inflation in Österreich unter Kontrolle zu bringen. Als der Schilling eingeführt wurde, bekam man für 10.000 Kronen einen Schilling. Der Schilling war zu diesem Zeitpunkt so viel wert wie 0,21172086 Gramm Feingold. (Für Interessierte: diese Menge Gold wäre heute rd. acht Euro wert.)

Die Not, die aufgrund der Hyperinflation in der Zwischenkriegszeit entstand, ist heute nicht mehr vorstellbar. Die sozialen und politischen Auswirkungen sollten Österreich schon bald wieder in den Krieg treiben.

Ich bin mir sicher, dass mittlerweile schon große Spannung herrscht, wie das Notgeld der Gemeinden in unserer Umgebung ausgesehen hat. Daher möchte ich euch einige Scheine der Region präsentieren. Nennwerte gab es unterschiedliche, jedoch waren 10, 20 und 50 Heller am weitesten verbreitet. In Freistadt wurden nicht nur Noten der Stadtgemeinde, sondern auch der Firma Hagleitner begeben.


Stadtgemeinde Freistadt
Freistadt 50 Heller vorne Freistadt 50 Heller hinten

Anton Hagleitner, Kaspar Schwarz
Hagleitner 10 Heller vorne Hagleitner 10 Heller hinten

Gemeinde Grünbach
Grünbach 80 Heller vorne Grünbach 80 Heller hinten

Marktgemeinde Windhaag
Windhaag 20 Heller vorne Windhaag 20 Heller hinten

Gemeinde Sandl
Sandl 50 Heller vorne Sandl 50 Heller hinten

Gemeinde St. Oswald
Oswald 10 Heller vorne Oswald 10 Heller hinten

Gemeinde Hirschbach
Hirschbach 50 Heller vorne Hirschbach 50 Heller hinten

Gemeinde Waldburg
Waldburg 50 Heller vorne Waldburg 50 Heller hinten

Wie man sehr schön sehen kann, hat hier wirklich jede Gemeinde ihr eigenes Notgeld entworfen. Von einem einheitlichen Design war man weit entfernt. Wohl ein Gräuel für einen Corporate Designer.

Wer übrigens auch aus den anderen Gemeinden Oberösterreichs das Notgeld anschauen möchte, der braucht eine Doris!

Nur der guten Ordnung halber möchte ich darauf hinweisen, dass ihr auch nach dem Lösen dieses Mysteries nicht das Recht erworben habt, euer eigenes Notgeld zu drucken! Ihr seid dann lediglich berechtigt, die Dose zu suchen und die Aussicht am Final zu genießen!
Ich hoffe, ihr habt Spaß mit diesem neuen Ausflug in die Geldwelt - diese JPGs haben ja schon fast 100 Jahre auf dem Buckel und nur mehr wenige Menschen haben diese Zeit noch erlebt. Auch ohne Erklärtischen bei Events ist dieser für kranke (und angehende kranke, sogenannte verzippte) Gehirne lösbar! 'stehtehallesimListing'
Happy Hunting!
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