
An Island in the Sun -
Der Steinbruch auf dem Ölberg
Ein Teil des geologischen Küstenwegs Rheinhessen ist als Rundweg zwischen den Ortschaften Siefersheim, Wöllstein und Neu-Bamberg mit einer Länge von ca. 11,6 km angelegt. Während der Wanderung kommt Ihr an verschiedenen Earthcaches vorbei, die Euch anschaulich die geologischen Besonderheiten der vulkanischen Inseln des Ölbergs und des Hornbergs verdeutlichen:
In unmittelbarer Nähe zu diesem Earthcache könnt Ihr noch den Tradi "Erdjammer" (GC1CG9V) finden.
Let the Earth be your teacher!
Die „Küstenweg-Serie“ entspricht der aktuellen Richtlinie für Earthcaches aus dem Jahr 2013. Diese neue Generation erscheint oftmals viel anspruchsvoller im Vergleich zu so manchem älteren Exemplar. Die Ursache dafür liegt nicht im bösen Willen der Owner begründet, sondern ist vielmehr der Forderung nach einer größeren Komplexität der Aufgabenstellung geschuldet. Für die Lösung müsst Ihr nämlich nicht nur die Infotafel und das Listing sehr genau betrachten, sondern oft auch vor Ort etwas beobachten, untersuchen oder eine plausible Vermutung zu einem geologischen Phänomen äußern. Ziel der neuen Richtlinie ist die Förderung einer intensiveren Auseinandersetzung mit dem jeweils vorgestellten geologischen Thema.

Das Rhyolith vom Ölberg (Quelle: eigenes Foto)
B E S C H R E I B U N G
Kaum vorstellbar, aber vor ca. 400 Millionen Jahren lag Europa noch in der Nähe des Äquators und es herrschte ein vorwiegend trocken-heißes Wüstenklima. Später triftete Europa, zunächst noch als Teil des Superkontinents Pangäa, immer weiter in Richtung Norden. Hervorgerufen durch vulkano-tektonische Aktivitäten bewegte sich vor etwa 290 Millionen Jahren ein zähflüssiger Lavastrom aus der Randzone des Kreuznacher Rhyolithdoms in Richtung Osten bis zum Steigerberg bei Eckelsheim. Auch wenn diese Vulkanaktivitäten natürlich heute hier nicht mehr anzutreffen ist, so existieren an vielen Stellen noch beeindruckende Zeugnisse aus dieser Zeit. Mit einem besonderen Zeitzeugen der Geologie beschäftigt sich hier nun dieser Earthcache.
Noch vor einigen Jahren wurde hier im Steinbruch das Gestein Rhyolith abgebaut. Rhyolith ist ein vulkanisches Gestein mit einem Anteil von über 70% Kieselsäure und ähnelt in seiner chemischen Zusammensetzung weitgehend dem Granit. Da Granit aber als Tiefengestein unter der Erdoberfläche auskristallisiert, kühlt die Schmelze nur langsam ab und es können sich große Kristalle bilden, so dass Granit eine grobkristalline Struktur aufweist. Rhyolith dagegen wird als sogenanntes extrusives Vulkanit an der Erdoberfläche gebildet - ebenso wie Basalt, das aber nur einen Kieselsäure-Anteil von ca. 50% aufweist und demnach eine andere chemische Zusammensetzung besitzt.
Rhyolith weist in den meisten Fällen ein porphyrisches Gefüge auf. In der sehr feinkörnigen Grundmasse sind gleichmäßig größere Kristalle verteilt, die sogenannten "Einsprenglinge" aus hellem Quarz und dunklerem Alkalifeldspat. Ein solches porphyrisches Gefüge ergibt sich immer dann, wenn die Temperatur des Magmas unterhalb der Erdoberfläche sehr langsam absinkt, so dass sich bereits einzelne, größere Kristalle bilden können. Steigt bei einem Vulkanausbruch das Magma schnell auf, entstehen bei der raschen Abkühlung in der Lava um sehr viele Keime herum mikroskopisch kleine Kristalle, die dann die homogene Grundmasse des Gesteins bilden. Die bereits vorhandenen größeren Kristalle aus den tieferen Erdschichten sind als Einsprenglinge darin deutlich erkennbar.
Der stillgelegte Steinbruch liefert heute anschaulich einen Aufschluss in Form eines geologischen Querschnitts des Ölbergs an dieser Stelle. Diese Station des Küstenwegs legt demnach folgerichtig mit einer Informationstafel den Fokus auf das Rhyolith vom Ölberg - dem hier dominierenden Gesteinsvorkommen.
(Quellen: Infotafel, Wikipedia)
N A T U R S C H U T Z G E B I E T
ES DÜRFEN KEINE WEGE VERLASSEN WERDEN!
EINE BEGEHUNG DER HÄNGE IST NICHT NOTWENDIG!
VERHALTET EUCH ENTSPRECHEND - NEHMT RÜCKSICHT AUF DIE NATUR!
L O G B E D I N G U N G E N
- Schickt mir die Lösungen der folgenden drei Aufgaben an meine Mailbox (siehe Profil).
Bitte vergesst dabei nicht, Euren GC-Namen und den Namen des Earthcaches zu erwähnen.
- Durch welche zwei Einflüsse hat das Rhyolith im Steinbruch die wirre Grobstruktur der Felswand erhalten?
- Schaut Euch das Rhyolith genauer aus der Nähe an und beschreibt das typische porphyrische Gesteinsgefüge (Farbe, Härte, Struktur, Oberfläche, Einsprenglinge, Sonstiges).
- Welcher zweistufige Kristallisationsprozess führt zu einem solchen typischen porphyrischen Gesteinsgefüge?
Es sind keine Internetrecherchen notwendig!
Die Lösungen findet Ihr auf der Infotafel oder im Listing, manchmal müsst Ihr aber auch etwas vor Ort beobachten, untersuchen oder in eigenen Worten eine einigermaßen plausible Vermutung zu einem geologischen Phänomen formulieren. Bitte keine Kurzantworten!
- Wenn Ihr möchtet, dann dürft Ihr gerne freiwillig ein Bild von Euch im Steinbruch posten.
- Ihr braucht nicht auf eine Logerlaubnis zu warten.
Sollte etwas nicht stimmen oder unklar sein, dann melde ich mich.
Viel Spaß mit diesem Küstenweg-Earthcache!
