Ihr habt es doch alle gewusst, die KIM Serie geht wie immer weiter, ob es die letzte ist verraten wir euch nicht, Haupsache ihr habt Spass, an den Geschichten und den kleinen Rätseln die wirklich nicht schwer sind
Hanna seufzte. Natürlich war es der weisen Glucke nicht entgangen, dass Balduin der Neunte, ein stolzer Hahn in der ansässigen KIM, ihr Avancen machte (das war auch nicht schwer zu erraten, schließlich ließ er überall Zettel mit Anmachsprüchen herumliegen … ).
Nun wusste Hanna nicht recht, wie sie darauf reagieren sollte - sie war schließlich nicht mehr die Jüngste und war wohl nicht mehr so strapazierfähig, wie es die Aufzucht einer Kükenschar erforderte. Jedoch war Balduin der Neunte ein sehr stolzer und sehr beliebter Hahn, der Hanna nicht schlecht gefiel.
So beschloss die kluge Henne, sich den Rat einer guten Freundin einzuholen. Emma oder Esmeralda, diese jungen Hühner, konnten ihr wohl kaum helfen. Nein, Hanna brauchte jemanden, der noch mehr Lebenserfahrung besaß als sie selbst. So entschied sie, ihre Freundin Wilhelmine anzurufen.
Wilhelmine war einmal eine Henne mit herrlich weichem braunen Gefieder gewesen, an dem das stolze Alter der Henne jedoch nicht spurlos vorbei gegangen war. Als Hanna Wilhelmine zuletzt gesehen hatte, war es ein wenig kahl und grau geworden. Wilhelmine hatte viele lange Jahre zusammen mit Hanna in der KIM gearbeitet und die beiden Hühner waren enge Freundinnen geworden. Sie beide waren die gescheitesten Hühner in der Geschichte der KIM gewesen und teilten ihre Leidenschaft für Rätselaufgaben. Viele Mittagspausen hatten sie mit Gehirnjogging verbracht. Doch dann war Wilhelmine in Rente gegangen und hatte sich in einer nahen Siedlung zur Ruhe gesetzt. Da es ein ganzes Stück Weg war bis zum Altersruhesitz ihrer Freundin, beschloss Hanna, es zunächst telefonisch bei Wilhelmine zu versuchen.
Als es Nacht wurde in der KIM schlich Hanna auf leisen Krallen zum Büro der Menschen. Es war nun verlassen, selbst der Kasten, den Emma "Fernseher" genannt hatte, flimmerte nicht mehr. Das Büro war abgeschlossen, doch Hanna hatte vor vielen Jahren ohne große Mühe herausgefunden, wie das Schloss mit einem langen dünnen Ast zu knacken war. In nullkommanichts sprang die Tür geräuschlos auf und Hanna flatterte hinein und auf den großen Schreibtisch, auf dem das Telefon der Menschen stand. Mit einem Schlenker ihres Beines wischte sie den Hörer herunter und begann dann, mit dem Schnabel auf die Telefontasten einzuhacken.
Im Hörer piepste es, laut und zu schnell hintereinander. Es war besetzt. Wütend hakte Hanna auf den Knopf, der das Telefonat beendete. Dieses alte Schnatterhuhn! Mit wem sie wohl gerade wieder stundenlang telefonierte? Verärgert flatterte Hanna aus dem Büro. Es war wie verhext, wann immer man bei Wilhelmine anrief, war besetzt. Es nutzte nichts, Hanna musste ihre alten Knochen bemühen und sich selbst auf den Weg zu ihrer Freundin machen.


Erstaustattung:
Logbuch
Stift
Wilhelmine die aber vor Ort bleibt