Auszug aus „Die Heimat im Bild“ vom 30. Oktober 1938
Sommerliche Erinnerungen – Pößnecks schöne Grünanlagen
Während am Krankenhaus und Altersheim die Parkanlagen von den Genesenden und den von ihrer Arbeit am Lebensabend ausruhenden lieben Alten gern aufgesucht werden, halten ebenfalls im Park am Kirchlein gleichwie am Bismarckplatz an der äußeren Neustädter Straße zur schönen Jahreszeit Arbeitsveteranen beschauliche Ruhestunden. Sie danken im besonderen auch die Aufstellung zahlreicher Bänke der Stadtverwaltung.
Heute nun sollen in unserer Wochenschrift einmal die zuletzt genannten beiden Grün- und Blumenanlagen den Lesern in Wort und Bild vor Augen geführt werden als schöne sommerliche Erinnerungen. Beginnen wir mit der neugeschaffenen großen Schmuckanlage am Stadteingang an der oberen Schleizer Straße, gegenüber der Turnhalle des Turnvereins von 1858. Aus einer Anzahl von Gärten, die zum Teil dort infolge ihres starken Baum- und Strauchbestandes letzthin ein wahres Aschenbrödeldasein führten, wurde unter Einbeziehung des Platzes mit dem Heldenehrenmal der beiden Pößnecker Turnvereine und der Theodor-Körner-Eiche ein wahrhaftes, einheitliches Schmuckstück geschaffen.
In ihrer symmetrischen Aufteilung und Ausgestaltung als Grasflächen und Blumenrabatten, den Wegeanlagen, dem Ehrenmal, den wohlverteilten Bäumen und Sträuchern, der Pergola, den Bänken und nicht zuletzt dem kleinen Planschbecken mit feiner Bronzefigur, einen allerliebsten Nackedei mit wasserspeiendem Fisch darstellend, ist diese Großanlage als ein wirkliches Schmuckstück für jenen Stadtteil anzusprechen.
Da sich auch die Bepflanzung der Gesamtanlage in allen ihren Teilen bereits im ersten Jahre recht gut entwickelt hat – einjährige sowohl als ausdauernde Gewächse – bot das Ganze während der Sommer- und Herbstzeit für wahr einen herrlichen Anblick. Und in den letzten Wochen ganz besonders gab es dort oben einen wahren Farbenrausch. Wie das leuchtete, flammte und glühte in allen Farben! Man wusste nicht, sollte man die eine oder andere Farbe mehr rühmen! Da gab und gibt es noch lange bunte Reihen von Löwenmäulchen, feuerrot „brennende“ Salvien in breiten Streifen, gelbbraune Rudbeckien (Sonnenhut), leuchtende Samt- oder Studentenblumen (Tagetes), die buntblättrige oder braune Nessel, die vielen Petunien und wie sie sonst noch heißen mögen. Noch leuchtet dies und das in der Fülle seiner herbstlichen Schönheit, die auf dem grünen Rasenteppich doppelt wirkungsvoll hervortritt. Aber wie lange wohl noch?
Der Cache befindet sich nicht direkt auf dem Gelände. Schön wäre es, wenn ihr zu eurem Log ein Foto vor Ort mit hochladen könntet.
Heute sieht es nicht mehr so aus, aber seht selbst.