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NN4 Von "Gelbfüßlern" und "Blinden Hessen" Traditional Cache

Hidden : 5/14/2015
Difficulty:
2 out of 5
Terrain:
2 out of 5

Size: Size:   small (small)

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Geocache Description:

Die Necknamen oder auch Uznamen sind scherzhafte Bezeichnungen oder Beinamen, mit denen in früherer Zeit die jeweiligen Nachbarorte und deren Bewohner geneckt wurden (oft von den neidischen und bösen Nachbarn ).


Dieser Cache ist der vierte Cache der NN-Reihe, beschäftigt sich aber mit den Uznamen der Badenern und Hessen und befindet sich folgerichtig auf der Grenze zwischen beiden Ländern. Das Logbuch kann "beidseitig" verwendet werden. Je nach persönlicher Vorliebe.

Gelbfüßler

Historisch wurde die Bezeichnung für den Volksstamm der Schwaben verwendet. Auch wenn der Begriff „Schwaben“ heute mehrheitlich für die Einwohner Württembergs verwendet wird, ist zu berücksichtigen, dass der Volksstamm der Schwaben sowohl in württembergischem, bayerischem als auch in badischem Herrschaftsgebiet siedelte.
Nachdem Napoleon 1803 das badische Territorium stark vergrößerte und den württembergischen Teil zum Königreich Württemberg erhob, kam es zu einer zunehmenden ideologischen Trennung die dazu führte, dass sich Badener heute selbst nicht mehr als Schwaben sehen. Der Begriff „Schwabe“ wird seitdem oft als deckungsgleich mit „Württemberger“ verwendet.
Bereits um 1575 tauchte die Aussage auf, dass die Schwaben „gelb Füß“ haben. Möglicherweise sagte man den Schwaben traditionell gelbe Füße nach, weil sie wegen ihrer Armut barfuß liefen und ihre Füße daher einen braun-gelben Farbton angenommen hatten. Das Schwäbische Wörterbuch von 1831 bezeichnet die schwäbischen Weinbauern und die schwäbischen Hofbediensteten als Gelbfüßler; erstere aufgrund ihrer gelben hirschledernen Hosen, zweitere wegen der gelben Livree.
Ab etwa 1900 wurde der Begriff Gelbfüßler auf die Einwohner Badens übertragen. Möglicherweise ist dies auf den badischen Wappengreif zurückzuführen, welcher früher mit gelben Klauen versehen wurde. Ursächlich könnten ebenfalls die vom Badischen Regiment im 18. Jahrhundert getragenen gelben Gamaschen sein. Der Begriff ist im Vergleich zu „Badenser“ weniger negativ besetzt.

Bild 1

Die blinden Hessen

Einst soll es der Stadt Mühlhausen so ähnlich wie heutzutage der Stadt Weinheim ergangen sein. Sie war (damals allerdings noch von Rittern) ringsum bedrängt und belagert vom "Hessenvolke". Da die Hessen im Mittelalter in Ihrer Belagerung wohl erfolgreicher vorgingen, waren die meisten Verteidiger der Stadt gefangen, tot oder verwundet.
In dieser fast aussichtslosen Situation kam den Mühlhäusern der rettende Gedanke. Im Dunkel der Nacht wurden auf den Mauern der Stadt hölzerne Pflöcke aufgestellt, die mit Kleidern und anderer Ausrüstung geschmückt wurden. Um die Täuschung zu vervollständigen bewegten sich zwischen den hölzernen Soldaten auch echte hin und her. Diese drohten spottend hinab in das Lager der Hessen. Als während der Morgendämmerung die staunenden Hessen die neuen Rüstungen und die zahlreichen Streiter und Verteidiger auf den Mauern sahen, verzweifelten sie und zogen unverrichteter Dinge "kleinmüthig von dannen".
Nach diesem Vorfall sollen die Hessen den Namen "blinde Hessen" erhalten haben.“

Bild 2

Zur weiteren Lektüre kann ich folgende Bücher empfehlen, aus denen unter anderem die Anregungen zu dieser Reihe entnommen wurden:

  • Die Ortsnecknamen in Heidelberg, Mannheim und dem Rhein-Neckar-Kreis, David Depenau, Verlag Regionalkultur, 2002
  • Weinheimer Wortschatz, Heinz Schmitt, Diesbach Medien, 2001
  • Ortsneckereien und allerlei volkshumor aus dem badischen unterland, Bernhard Kahle, F.E. Fehsenfeld, 1908

Zum Schluss aber möchte ich allen denen, die von den Neckereien betroffen werden, zurufen: "Übelnehmen gilt nicht".
Prof. Dr. Bernhard Kahle, Heidelberg, 1907

Additional Hints (No hints available.)